Woran hängt mein Herz? (Ruth 1,16b-17)

Ruth 1,16b-17
[16b] Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. [17] Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden. Der HERR tue mir dies und das, nur der Tod wird mich und dich scheiden.

So lautete der Trauspruch von Frau N.N., geb. N.N., als sie am 4.3.1941 mit N.N. den Bund der Ehe einging. Sie ist am 22. August daheim, in ihrer vertrauten Umgebung gestorben. Die Zeitspanne ihres Lebens wollen wir in angemessener Kürze würdigen.

Geboren wurde N.N. am 28.4.1920 in Vierschau. Sie hatte 7 Geschwister und war die Jüngste auf dem Bauernhof ihrer Eltern. Sie wuchs auf dem elterlichen Hof auf, wurde selbst Bäuerin. Hatte Zeit ihres Lebens hart gearbeitet, bis 1980.

Gott schenkte dem Ehepaar drei Kinder. Sie freute sich über 5 Enkelkinder und sechs Urenkel, die ihre Oma liebten. Sie war ein zufriedener Mensch, liebte die Natur, die Gartenarbeit. Vor viereinhalb Jahren zog sie zu ihrer Tochter. Nach einer kurzen Zeit der Krankheit und Pflegebedürftigkeit, in der sie zuhause liebevoll von ihren Angehörigen umsorgt wurde, gefiel es Gott dem Schöpfer sie aus diesem Leben abzuberufen.

Liebe Trauernde. Dieser kurze Lebenslauf wird dem Leben der Verstorbenen sicherlich nicht gerecht. Sie die sie N.N. kannten, ihre Mutter, die Oma, Patin, Schwiegermutter, Bekannte, hören aus diesen wenigen Worten viel mehr als da gesprochen wurde. Da werden sicherlich Erinnerungen wach, an Begegnungen, Feste die sie gemeinsam feierten, Trost, den sie spendete, die fleißigen Mutterhände die für sie gearbeitet haben und die ihnen so manche Träne aus den Augen gewischt haben, all das wird wieder lebendig. Der gnädige Gott hat seinen Menschenkindern die Begabung geschenkt, dass sie sich erinnern können. In Dankbarkeit schauen sie zurück, getröstet durch das Wort Gottes dürfen sie nach vorne schauen. Der Trauspruch sagt etwas aus über die Stärke und den Mut der Persönlichkeit und über den tiefen Glauben. Ruth, die diese Worte zu ihrer Schwiegermutter sagte, glaubte fest daran, dass sie ein zuverlässiger Mensch an der Seite von Naomi sein muss. Ein zuverlässiger Mensch, ist jemand, der für andere da ist, der an seinem Wort an seiner Entscheidung keine Zweideutigkeit erkennen lässt, der treu bleibt und vor den Herausforderungen des Lebens nicht zurückweicht. Ein Mensch auf den man sich verlassen kann ist wie ein starker Fels in stürmischer Brandung, der nicht weicht und nicht fällt. In stürmischen und unsicheren Zeiten, wie etwa den Kriegswirren oder den schweren Krankheitsnöten von Töchterchen N.N. blieb N.N. stark und zuverlässig.

Gott hat sich in seiner Gnade dem Leben der Verstorbenen zugewandt, und die Persönlichkeit, die ihnen, den Hinterbliebenen viel zu geben vermochte. Frau N.N. war durch die Taufe ein Glied der evangelischen Kirche. Als Glied ihrer Kirche hat sie wiederum ihre Kinder vor Gott gebracht, den Trost ihrer Kirche empfangen in Zeiten der Trauer, Segenswünsche und Gottes Zuspruch durch ihre Gemeinde erhalten bei besonderen Anlässen. Heute gilt Gottes Zuspruch ihnen, den Angehörigen. Wenn wir um einen Menschen trauern, jemand von uns gegangen ist und der Abschied endgültig ist, dann kann das auch ein Anstoß sein über unser eigenes Leben nachzudenken und auch darüber, das es mit uns ein Ende haben wird. Da rückt alles, was uns so wichtig ist, was uns treibt in den Hintergrund. Es ist eine Zeit in der wir uns fragen sollen, woran hängt mein Herz, was bedeutet Glück für mich? Kann ich etwas mitnehmen, von den Dingen die ich besitze und den Träumen die ich träume. Welche Rolle spielt Gott in meinem Leben? Alles Irdische vergeht, alles was lebt hört auf zu bestehen. Gerade dann können wir Trost und Halt am Worte Gottes finden, dass uns auf unserem Weg bis heute begleitet hat. Das kann ein Taufspruch sein, ein Konfirmationsspruch, oder wie bei N.N., ein Trauspruch. In diesem Wort finden wir die Verheißung Gottes die er seinen Kindern schenkt. Der gottgefällige Mensch wird leben und bleiben im Hause des Herrn immerdar. So haben wir es im 23. Psalm gehört. Diesem Worte Gottes können wir vertrauen, denn auf ihn ist Verlass. Der Schöpfer des Lebens, der Herr über Leben und Tod ist, der schenkt neues Leben mit ihm.

Wir nehmen Abschied und dürfen loslassen von N.N. Sie ist bei ihrem Schöpfer. Halten sie sie in ihrer Erinnerung und auch das Wort Gottes, das ihnen Trost und Hoffnung geben will.

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