Wimmelbilder

Predigt Pr Offb 5,6–14
1.
Liebe Gemeinde, jetzt geht es um Wimmelbilder.
Kennen Sie?

Das sind großflächige Bilder mit sehr vielen verschie-denen Elementen, Figuren und Handlungen drauf.
Für seine Wimmelbücher hat der Zeichner Ali Mitgutsch ein extra großes Format gewählt.
Und seine Bilder erstrecken sich darin jeweils über eine Doppelseite.

„Auf dem Spielplatz“, „Unser Bahnhof“, „Im Freibad“ – das sind typische Schauplätze für solch ein Wimmelbild.
Weil da so viel los ist.

Wimmelbilder zu begucken – das macht Spaß. Mit Kin-dern ganz besonders.
Wir beugen uns zu zweit über die aufgeschlagene Dop-pelseite und dann geht es los:
„Du, guck mal, der kleine Junge auf der Schaukel… .“
„Siehst du das Mädchen neben der Dampflok?“
„Welche Farbe hat der kleine Hund, der am Drei-Meter-Brett steht?“

Auf einem Wimmelbild ist so viel zu sehen, dass ich es auf den ersten Blick gar nicht alles erfassen kann. Und auch mit dem zweiten sehe ich nicht unbedingt besser!
So viel gibt es zu entdecken.

Fast wie beim Ostereier suchen.

2.
So viele Kleinigkeiten ergeben ein so großes Ganzes – ob auf dem Spielplatz, Bahnhof oder im Freibad.
Und Euch fallen bestimmt noch viel mehr Bilder von an-deren Schauplätzen ein, wo es von Leben hier auf der Erde nur so wimmelt.

Und im Himmel?

Was wäre da wohl alles zu sehen?

Gott auf seinem Thron?
Und der eine oder andere Engel dazu?
Und wo wäre Jesus?
Kommt drauf an.
Ich lese gleich die Beschreibung eines himmlischen Wimmelbildes.
Verfasst vom Propheten Johannes im Buch der Offen-barung.

Hört seine visionäre Schilderung aus dem 5. Kapitel im Wortlaut der Basis-Bibel.

6Da sah ich ein Lamm.
Es stand zwischen dem Thron und den vier Lebe-wesen, mitten unter den Ältesten.
Das Lamm sah aus, als ob es geschlachtet wäre.
Es hatte sieben Hörner und sieben Augen.
Diese Augen sind die sieben Geister Gottes, die in die ganze Welt gesandt worden sind.

7Das Lamm ging zu dem, der auf dem Thron saß.
Und es nahm das Buch aus seiner rechten Hand.

8Als es das Buch genommen hatte, warfen sich die vier Lebewesen vor dem Lamm nieder.
Dasselbe taten auch die 24 Ältesten.
Jeder von ihnen hatte eine Leier und eine goldene Schale voller Räucherwerk.
Der Weihrauch, das sind die Gebete der Heiligen.

9Und sie sangen ein neues Lied:
»Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen.
Denn du wurdest geschlachtet und hast mit deinem Blut die Menschen für Gott freigekauft – Menschen aus allen Stämmen, Völkern und Nationen und mit allen Sprachen.

10Du hast ihnen Anteil am Reich Gottes gegeben und sie zu Priestern gemacht.
Und sie werden auf der Erde herrschen.«

11Dann sah ich viele Engel und hörte ihre Stimmen.
Sie standen rings um den Thron, außen um die Le-bewesen und die Ältesten.
Es waren 10.000 mal 10.000 und 1000 mal 1000.

12Sie riefen mit lauter Stimme:
»Das Lamm, das geschlachtet wurde, ist würdig, die Macht zu bekommen – dazu auch Reichtum und Weisheit, Kraft und Ehre, Herrlichkeit und Lob.«

13Und alle Geschöpfe im Himmel und auf der Erde, unter der Erde und im Meer – alles, was in der Welt ist –, sie alle hörte ich rufen:
»Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm sei Lob und Ehre.
Sie regieren in Herrlichkeit und Macht für immer und ewig.«

14Die vier Lebewesen antworteten: »Amen.«
Und die Ältesten warfen sich nieder und beteten sie an.
3.
Ganz schön wimmelig, oder?
Was gibt es da alles zu entdecken?
Schau’n mer mal.

Ein Lamm.
Sieht aus wie geschlachtet.
Lebt aber wieder.
Hat sieben Hörner und sieben Augen.
Und geht zum Thron und empfängt ein Buch.
Und da sind noch vier Lebewesen, 24 Ältesten und 101 Millionen Engel.
Die singen und preisen das Lamm und beten es an.

4.
Ich versteh‘ nur Bahnhof. Ja.
Und die Bilder vom irdischen Spielplatz und Freibad fin-de ich auch viel leichter zu erfassen als dieses himmli-sche Wimmelbild.

Vielleicht geht es Ihnen auch so.

Dieses prophetische Bild kann ein paar Verstehenshil-fen gut gebrauchen.

Hier sind welche:

Im Zentrum des Bildes: das Lamm.
„Christe, du Lamm Gottes“, singen wir bei der Vorberei-tung auf das Abendmahl.
Damit ist auch geklärt, wo Jesus auf dem Bild ist.

Sieht aus wie geschlachtet. Lebt aber wieder.
Dabei denke ich an Karfreitag und Ostern.

Hat sieben Hörner und sieben Augen.
Das ist schon sehr speziell.
Wichtiger als das Aussehen oder die Frage nach dem Nutzen ist wohl die Symbolik.
Denn – höre – die Ziffer „7“ galt zu biblischen Zeiten als Zeichen der Vollkommenheit.

Und alle, die um den Thron versammelt sind, loben und danken Christus für seinen Opfertod.
Und bekräftigen, dass nun die absolute Macht in seinen Händen liegt.
Ein Zeichen für diese Macht ist das Buch mit den sie-ben Siegeln (schon wieder „7“!), das der Auferstandene aus Gottes Hand empfängt.

Diese Siegel wird das Lamm in den folgenden Kapiteln der Johannesoffenbarung nacheinander öffnen und – Achtung: Spoiler! – wenn das 7. Siegel aufgebrochen ist, folgen Apokalypse und Weltuntergang.

5.
Ein gewaltiges, visionäres Bild!

Entworfen gegen Ende des 1. Jahrhunderts nach Chris-ti Geburt.
Adressiert an verfolgte Christinnen und Christen, um sie zu trösten.
Denn im Weltgericht würde ihnen das vergolten werden, was sie aktuell zu erleiden haben.

Aber soweit ist es noch nicht.

Was dann wird?
Weiß ich nicht.

Was bleibt?

Das kann ich sagen:
Wertvolle Kleinigkeiten.
Bildhafte Vielfalt.
Höhere Ordnung.
Vollkommene Macht.
Sieg des Lebens über den Tod.

Das ist für mich Ostern. Das Leben wimmelt. Und es gibt noch so vieles zu entdecken. Gott sei Dank!
Amen.

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