Wie man die Sache mit den Weihnachtsgeschenken richtig macht

Heute ist der 3. Advent. Jetzt wird’s langsam eng, ich meine mit den Weihnachtsgeschenken! Und, habt ihr schon alles beisammen?

Ich weiß, die Sache mit den Weihnachtsgeschenken ist irgendwie ein leidiges Thema. Wahrscheinlich sind etliche von euch noch so richtig mittendrin im vorweihnachtlichen Kaufrausch und im Geschenkerummel.

Erstaunlicherweise gibt es in der Bibel ein paar gute Andeutungen zum Thema „Weihnachtsgeschenke”. Und zwar in Mt 1,1-12. In dieser Geschichte geht es auch um Weihnachtsgeschenke, aber bezeichnenderweise erst ganz zum Schluss. Die Geschenke sind ein Nebenthema, in der Hauptsache geht es darum, Jesus zu finden.

[TEXT]

Diese weisen Männer, diese Sterndeuter, machen sich auf den Weg zu einer wochenlangen Reise, weil sie diesen einen neugeborenen König sehen wollen und ihm ihre Ehrerbietung bringen wollen. Diese Leute waren exzellente Beobachter der Natur, besonders des Sternenhimmels, und so hatte Gott zu ihnen durch die Beobachtung der Natur geredet. Das war die Sprache, die sie verstanden. Und sie waren Männer der Tat. Nur deshalb hatten sie sich allen Ernstes auf den Weg gemacht, um diesen ganz besonderen neu geborenen König der Juden zu sehen. Sie wollten sehen, ob er wirklich der Sohn Gottes, der Retter der Welt war. Und sie wollten ihm die schuldige Ehre erweisen. Genau das tun sie dann auch. In Jerusalem erfahren sie aus dem Wort Gottes, wo sie genau suchen müssen, nämlich in Bethlehem. Und als sie dann das Kind in der Krippe sehen, sind sie nicht etwa geschockt, weil das so ganz und gar nicht den Erwartungen an die angemessene Umgebung für einen Königssohn entspricht, sondern sie wissen: „Hier ist es, wir sind am Ziel!” Sie fallen nieder auf ihre Knie, beten Jesus an, und dann erst breiten sie ihre Geschenke aus …

Aber langsam! Das ist schon der Schluss der Geschichte.

Am Anfang steht etwas anderes. Von den Sterndeutern kann man bis heute ein paar gute Dinge lernen in Bezug auf den Umgang mit Weihnachtsgeschenken. Gerade wenn ihr in den letzten Wochen durch die Geschäfte gerast seid, oder wenn euch dieser ganze Geschenkerummel einfach nur nervt, so wie wir ihn heutzutage haben, dann hilft ein Blick auf Mt 1, um die Sache mit den Geschenken wieder richtig auf die Reihe zu bekommen.

1. Das Prinzip der Planung

Ein gewisses Maß an Planung ist wichtig, selbst wenn du einer von diesen berüchtigten Last-Minute-Typen bist. Ihr wisst schon, das sind die Leute die am 23. oder 24. noch schnell die Rallye mit der Kreditkarte durch zwei große Supermärkte machen, und dann gibts halt schon wieder Oil of Olaz und Eierlikör für die Gattin, weil dir auf die Schnelle nichts besseres mehr eingefallen ist.

Ihr Lieben, auch wenn heute schon der 3. Advent ist, es ist noch nicht ganz zu spät für ein gewisses Maß an Planung. Ich möchte euch sagen, was ich damit meine. Ich möchte, dass ihr euch zu Hause Bleistift und Papier nehmt und dass ihr drei Listen schreibt, jawohl drei Stück. Auf die erste Liste schreibt ihr die Namen der Familienmitglieder, die ihr beschenken wollt. Auf die zweite Liste schreibt ihr die Namen von Leuten, von denen ihr wisst: Dieser Mensch ist mir im letzten Jahr zu einem Geschenk für mein Leben geworden. Deshalb möchte ich ihm mit einem Geschenk zeigen wie wertvoll er mir ist. Es geht doch nichts über Freunde, mit denen man durch dick und dünn gehen kann. Ich bin dankbar, dass wir einander haben.

Und dann gibt es da noch eine dritte Liste, an die vermutlich noch nie jemand gedacht hat. Diese dritte Liste ist ehrlich gesagt ein Experiment. Wie wäre es denn, wenn ihr auf diese dritte Liste ein paar Namen schreibt von Leuten die dieses Jahr an Weihnachten vermutlich vergessen werden? Es gibt immer Leute, die nicht so sehr im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen. Das sind Leute, die man leicht vergisst, und die manchmal auch niemanden haben, der sonst an sie denkt. Ein Geschenk kann da eine wertvolle Aufmerksamkeit sein. Auch in unserer Gemeinde ist das so. Denkt nur mal an die letzte Gemeindestunde. Da sind Leute in der Gemeinde, die man wirklich nie hier sieht, oder eben nur zwei, drei mal im Jahr. Vielleicht aber an Weihnachten. Denn andererseits ist es in Deutschland ein weit verbreiteter Brauch, an Weihnachten in die Kirche zu gehen, selbst wenn man ansonsten den Herrgott einen guten Mann sein lässt. Weihnachten ist also eine gute Gelegenheit, den Kontakt zur Gemeinde wieder aufleben zu lassen. Außerdem sollte man bis um 16.00 Uhr, wenn die Christvesper anfängt nun wirklich ausgeschlafen haben, oder? Wenn ihr solch ein Geschenk machen wollt, erfordert das ein bisschen Planung im Voraus.

Ähnlich wie bei den drei Sterndeutern aus unserem biblischen Bericht. Bevor die drei überhaupt zu Hause abgereist sind, haben sie sehr weit im Voraus gedacht. Sie haben sich überlegt: Wenn es sich herausstellt, dass dieses Kind wirklich ein absolut außergewöhnliches Kind ist, ein außergewöhnlicher Königssohn, denn genau das vermuten wir ja aus alledem, was wir von den Sternen wissen, wenn dieses Kind also wirklich der lange erwartete Messias, der Retter der Welt sein wird, dann müssen wir diesem Kind angemessen begegnen. Das heißt auch , dass wir ein paar entsprechend angemessene Geschenke mitnehmen müssen. Das können wir nicht dem Zufall überlassen. Diese Sachen müssen wir unbedingt von zu Hause mitnehmen. Wir können es nicht riskieren, dass wir am Ziel erst anfangen danach zu suchen.

2. Das Geschenk muss zur Person passen

Sie haben ihn zwar noch nie gesehen, aber schließlich geht es um einen König! Das Geschenk sollte also einem König angemessen sein. Es lohnt sich, sich darüber sorgfältige Gedanken zu machen.

Bei uns ist das ganz ähnlich: Das Geschenk muss zur Person passen. Es wird wohl hoffentlich niemand seinem kleinen Sohn einen Schlips schenken in diesen Tagen. Das wird wohl kaum Jubelstürme auslösen. Aber ein persönliches Geschenk, das mit Bedacht ausgesucht ist, und das die heimlichen oder offensichtlichen Vorlieben des Beschenkten aufgreift, wird sicherlich das Herz des Beschenkten anrühren. So ein Geschenk gibt uns die Möglichkeit einem Menschen zu sagen: „Ich interessiere mich für dich. Ich kenne dich. Ich verstehe dich. Du hast Eigenheiten, Interessen und Leidenschaften, die ich an dir mag. Und ich freue mich über deine Einzigartigkeit.”

Ihr habt hoffentlich alle schon solche Geschenke bekommen. Das müssen gar nicht unbedingt teure Dinge sein. Die Geste ist es, die das Herz erfreut. Natürlich, so eine Buntstiftzeichnung eines Fünfjährigen kann einem mehr Freude machen, als irgendein teures Geschenk. Und – auch auf die Gefahr hin, dass es belächelt wird. Es gibt diese typischen Geschenke für Männer oder Frauen. Für den Herrn heißt das: SOS, d.H. Schlips, Oberhemd, Socken. Für die Dame: Parfum, ein schönes Negligé und vielleicht doch besser keine Küchenmaschine. Wohingegen man dem Herrn durchaus eine Bohrmaschine oder einen Akkuschrauber schenken kann.

3. Der Preis sollte angemessen sein

Man sagt zwar immer: Über Geld spricht man nicht – Geld hat man. Aber genau das ist das Problem. Beim Thema „Weihnachtsgeschenke” muss man halt auch über das Geld reden. Denn es ist gar nicht so klar, dass man das Geld dafür auch wirklich „hat”! Man kann auch nicht jeden Wunsch erfüllen.
Was ich damit sagen will: Die Geschenke dürfen nicht unseren gesunden wirtschaftlichen Rahmen überschreiten. Man kann nur das ausgeben, was man auch wirklich hat! Die Verlockung ist groß, dass man bei den Geschenken über seine Verhältnisse lebt. Bleibt bitte auch bei den Weihnachtsgeschenken bei einer guten und soliden Haushalterschaft, bei der ihr mit den wirtschaftlichen Möglichkeiten, die euch Gott anvertraut habt, verantwortungsvoll umgeht. Nicht dass nach Weihnachten der Katzenjammer kommt, wenn du deinen Kontoauszug siehst!

Die besten Geschenke sind sowieso diejenigen, die aus einem großen Herzen kommen und nicht unbedingt diejenigen, die aus einem großen Geldbeutel kommen. Man kann auch mit einem sehr kostengünstigen Geschenk die persönliche Wertschätzung und Verbundenheit für den Beschenkten ausdrücken. So kann eine Tüte Brausebonbons große Freude auslösen, weil es z.B. die ganz besonderen Bonbons sind, die du so gerne magst, und die dir jemand unter einigen Mühen besorgt hat.

Auch das Letzte ist sehr wichtig: 3. Wie übergibt man ein persönliches Geschenk? – natürlich persönlich!
Das sieht man am Besten auch bei den drei Weisen aus dem Morgenland wie das aussieht. Diese drei stellen ihre Geschenke nicht draußen vor der Tür ab. Sie lassen sie auch nicht von UPS ausliefern, und sie übergeben sie auch nicht mit einem förmlich kühlen Händedruck. Nein, sie tun es höchstpersönlich, und im Text kann man es ausdrücklich nachlesen: „sie fielen nieder und beteten [es] an …” (V.12) Hier sieht man: Es kommt von Herzen!

Alles in Allem:

4. Der Anlass ist der Mensch und nicht das Geschenk!

Das wollen wir bei allem Trubel in den Weihnachtstagen nicht vergessen. Ich weiß, den Kindern fällt das besonders schwer. Vor allem dann in ein paar Tagen in der Christvesper. Da sitzen sie wie auf heißen Kohlen: Wann geht’s denn endlich los mit den Geschenken? Wäre es nicht gut, wir würden uns wenigstens ein paar Minuten Zeit nehmen, und z.B. noch einmal einen Teil der biblischen Weihnachtsgeschichte lesen, z.B. den Vorspann, wo der Engel Maria die Geburt Jesu ankündigt? Und bevor die Kinder das Geschenkpapier im hohen Bogen durchs Wohnzimmer fliegen lassen, konzentrieren wir uns auf den Geber aller guten Gaben, auf den Vater im Himmel, der uns Jesus gab, der als Mensch unter Menschen lebte mitten unter uns. Das ist das großartigste Geschenk Gottes schlechthin. Und es ist auch keine Zeitverschwendung, wenn wir uns die Zeit für ein kurzes Gebet nehmen an dieser Stelle. Denn schließlich geht es an Weihnachten um Jesus!
Wir Menschen waren der Anlass für dieses Geschenk Gottes!

Mit diesem Geschenk hat Gott das genauso gemacht, wie wir das mit unseren Geschenken machen. Am Anfang war der Gedanke und da war der Plan: Da war der Beschluss Gottes aus der Ewigkeit heraus, die Menschen aus ihrer Verlorenheit herauszuholen. Als nächstes musste dieser Plan Gottes zu unserer Art als Mensch, als Person passen. Deshalb entschloss sich Gott einen Menschen damit zu beauftragen. Als Nächstes wiederum musste der Preis stimmen. Welcher Aufwand ist dazu angebracht? Wer könnte der passende Mensch für diesen großen Auftrag sein? Dafür blieb zum Schluss nur ein Weg. Es gab keinen Stellvertreter dafür. Gott musste es schon selber tun. Er kam also selber in unsere Welt. Gott ließ es sich seinen eigenen Sohn kosten! Das war der angemessene Preis.

Und wie übergibt Gott sein Geschenk an diese Welt?

Weil die Welt immer auch trotz allem Glanz und Gloria und trotz allem Fortschritt und allem High Tech immer auch noch bis heute ihre Schattenseiten der Armseligkeit hat – bei jedem von uns!- deshalb kommt Jesus als das Geschenk Gottes an uns, auf eben dieser Schattenseite der Welt in unsere Welt hinein.

Wenn ihr also demnächst anfangt mit dem Geschenke auspacken – dann denkt an das Geschenk Gottes an uns!

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