Welches Ziel hat unser Leben?

Wann haben sie das letzte Mal dieses geflügelte biblische Wort gebraucht: den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. Und was haben Sie damit gemeint?

Der Ursprung ist ein sehr ernster Menschen konnten mit diesem Jesus von Nazareth nicht umgehen und sahen seine Erfolge, wollten sie aber nicht akzeptieren und machten ihm darum gerade aus diesen Erfolgen heraus Vorwürfe. Er kann nur Leid mildern, weil er selber mit dem Leidverursacher im Bunde steht. So lautet der Vorwurf. Teufel und Beelzebub (oder Beelzebul) waren zwei Begriffe für dieselbe Sache.

Und davon erzählt unser heutiger Predigttext:

[TEXT]

Der Teufel ist eigentlich ein Nebenthema in unserer Geschichte. Es geht um die Heilung eines Menschen, der nicht reden kann. Den keiner hört. Dem eine Stimme gegeben wird. Und darüber sind die Menschen verwundert.

Und wie Menschen so sind, sie suchen eine Erklärung für das Geschehene. Ein Streit entsteht, weil sie eine Deutung haben, der Jesus nicht zustimmen kann.

Die weisen Frauen vergangener – christlicher – Jahrhunderte mussten im Prinzip das Gleiche erleben, wie es Jesus hier erlebt. Sie kannten sich aus mit Heilkunde und Kräutern. Die einen kamen zu ihnen um sich helfen zu lassen, die anderen um sie auf den Scheiterhaufen als Hexen zu bringen. Manchmal waren das – perfider Weise – sogar dieselben Gestalten. Auch heute noch müssen sich Menschen, die etwas tun mit Verdächtigungen auseinandersetzen. Viele Ehrenamtliche erleben das immer wieder, dass ihnen persönliche Motive unterstellt werden.

Um so mehr in unserer Geschichte wo a. einer hilft und b. das Ganze auch nicht logisch erklärbar ist.

Ich begegne dieser Geschichte und fühle mich ertappt: Wie oft suche ich eigentlich logische Gründe für Geschehen, das ich nicht erklären kann. Wie wenig rechne ich mit dem Heiligen, das scheinbar ewig geltende Gesetze einfach aufheben kann um der Liebe Willen? Und wie oft helfe ich nicht, weil ich mir nichts zutraue, aber mache anderen Vorwürfe.

Jesus begegnet dem Bösen und vertreibt es. Das bringt ihm kein Lob ein, sondern Kritik. Woher könnte er solche Macht haben, wenn nicht …

Mit dem Bösen im Leben ist zu rechnen. Wir erleben es immer wieder und nicht nur als das Namenlose Böse. Wir erleben, dass Menschen anderen Menschen die Ehre nehmen. Es macht wenig Sinn über böse Geister und ihre Gestalt zu sinnieren. Böse Geister stehen im antiken Denken als Bild für Alles, was dem Leben entgegensteht, was das Leben verhindert, was es kaputt macht. So ist dieser Geist der Stummheit ein Geist, der menschliches Miteinander verhindert, der Kommunikation zerstört. So gibt es auch andere böse Geister, denen wir erlauben, Menschen zu kränken oder auszuschließen. Diese bösen Geister sind Teil unseres Lebens und es ist unsere Entscheidung, wie weit wir ihnen erlauben, das Leben in Besitz zu nehmen.

Die bösen Geister jener Zeit hatten ihre positive Seite: Sie waren alles Schuld und ihnen durfte man sich nicht entgegenstellen. Leid konnte so erklärt werden, und sich gegen Leid wehren zu wollen, hieß mit bösen Geistern zu kämpfen. Das konnte man guten Gewissens sein lassen.

Das kennen wir noch heute und haben es tradiert und verbessert: Heute sind es die Märkte, die alles kaputt machen oder die Gesellschaft und die Umstände oder einfach nur die ‚böse Zeit‘. Heute ist es die böse Politik und die machtgeile Wall Street. Und wir sind völlig außen vor, können unsere eigenen Anteile vergessen, sind wahrscheinlich auch nie zur Wahl gegangen; denn Schuld sind auf jeden Fall die Anderen. Ich glaube, darum haben sich die Menschen diese Geschichte so erzählt, dass sie im Evangelium ihren Platz fand, dass Menschen aller Zeit erkennen: Das Böse, das ist in mir, das hat einen Platz in meinem Herzen, in meiner Seele und in meinem Denken und entscheidend ist, wie viel Platz ich in meinem Leben lasse für dieses Böse.

Mit dem Teufel muss gerechnet werden, mit dem Dämon, der unser Leben angreift, der unsere Sicherheiten fragil werden lässt, der uns geschickt immer noch was auf die Schienen nagelt. Der unsere Existenz angreift und uns zu anderen Menschen werden lässt, als wir sind und sein wollen. Der uns stumm werden lässt, wo wir anschreien sollten gegen das Unrecht, das wir sehen, gegenüber den Beleidigungen, die in unserer Anwesenheit ausgesprochen werden.

Unser Wochenspruch (2. Korinther 6,2: Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils!) weist uns den richtigen Weg: jetzt ist die Zeit, in der wir das Gute sehen und uns dafür entscheiden können. Es geht nicht um die Fehler der Vergangenheit oder die Hoffnungen der Zukunft. Es geht um das Hier und jetzt, die Zweit, in der wir leben. In dieser Zeit ist unser Entscheidung gefordert.

Welches Ziel hat unser Leben.

Welches Ziel haben wir mit unserem Leben.

Welche Rolle hat Jesus Christus.

Er wurde gekreuzigt, weil er den bösen Geistern Einhalt gebot.

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