Weizenkorn – Geschichte die Leben verändert

Liebe Gemeinde,
heute ist der Sonntag „Lätare“. Er markiert die Mitte der Passionszeit. Er zeigt an: Der Frühling ist nicht mehr fern und die Traurigkeit endet.
„Die Freude kehrt zurück – Lätare“.

Ein Weizenkorn, oder auch Roggen, Dinkel, Hafer. Was steckt da alles drin? Wieviel Energie, wieviel Kraft. Kaum zu glauben!
Es braucht Licht, Wasser und Erde um sich zu entfalten. Dann wächst ein Geheimnis heran – Frucht. Jedes Getreidekorn trägt diese Möglichkeit in sich.

Im Zeitalter der Massenproduktion und des Getreideüberschusses machen wir uns meist keine Gedanken über ein einzelnes Weizenkorn.

In der Bibel allerdings, geht es um das Leben und Sterben eines einzelnen Weizenkorns:

  • Es war einmal ein kleines Weizenkorn, das wollte nicht sterben.
    Das wollte immer nur leben. Und weil es ganz gierig nach Leben war, blieb es allein.
  • Das kleine Weizenkorn war ganz allein und darum sehr traurig.
    Es wurde depressiv. Ja, das gibt es. Es hatte so viel Energie, so viel Power, aber es konnte nur die Geschichte vom einsamen Weizenkorn erzählen.
  • Dies kleine Weizenkorn, träumte vom Licht. Träumte von Wärme und Geborgenheit. Es träumte den wunderschönen Traum von der Sonne die lachen kann. Und vielleicht würde es auch wieder lachen können, wenn es die Sonne nur sehen könnte.
  • Das kleine Korn wollte sehr viel. Es wollte nicht nur Wärme, Licht, und damit auch die Energie und Kraft der Sonne. Sondern es hatte Durst, ganz viel Durst nach Leben.
  • Durst – Wasser, ja, Wasser zum Leben. Das hatte es schon immer gewusst! „Das Wasser will ich haben“, sagte sich das Weizenkorn.
  • Das kleine Weizenkorn, das leben wollte, hatte vergessen – zum Leben brauchst du Erde. Und wenn du die Erde haben willst, dann musst du die Erde spüren. Dann musst du in die Erde hinein.
  • Es hatte einen starken Willen, dies depressive Weizenkorn. Viele Depressive haben einen starken Willen und einen Dickkopf. In seinem Starrsinn wollte es einfach nur Sonne und Licht haben. Seinen Durst löschen, das Leben trinken. Jetzt noch in die dunkle Erde hineinkriechen.
    Nööh, da war es einfach blockiert und so blieb es allein.
    Nur Alleinsein ist schwer.
  • Und dann, plötzlich und unerwartet, geschah es. Unser kleines Weizenkorn, das nicht in die Erde wollte, wurde in die Erde geworfen. Hinein in einen Prozess: Wasser, Wärme und Mutter Erde, alle wirkten zusammen.
  • Dem kleinen depressive Weizenkorn war zum Sterben elend. Alles wurde anders, verwandelte und veränderte sich. Es kannte sich selbst nicht mehr.
  • Plötzlich wurde das kleine Leben des Kornes groß und reichhaltig. Es war nicht mehr allein, stand mit vielen anderen auf einem großen Feld. Erlebte wie die Sonne aufging, wie der Regen kam und wie es wuchs. Alles war ganz neu. Auf diesem wogenden Kornfeld reiften viele Weizenkörner heran, hatten schwere Ähren und trugen viel Frucht.
    Schon Jesus sagte: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt bringt es viel Frucht.“

Die Geschichte des Weizenkorns will uns mitten in der Passionszeit erzählen, wie reichhaltig unser Leben werden kann.

Sie will uns das fremde Wort „Lätare – Freuet Euch“ näherbringen.
Sie sagt uns: „Jetzt ist Zeit über das Leben nachzudenken!“

Leben ist nicht nur Sonnenschein.
Leben heißt nicht nur, den Durst nach Leben zu Stillen.
Leben das ist ein schmerzlicher Prozess, da wirkt alles zusammen.
Du musst ganz tief in die Erde hinein, brauchst Wurzeln, musst dich verwandeln lassen.
Alles muss zusammenwirken: die Energie der Sonne, die Kraft des Wassers und die Erde mit ihren Tiefen und dunklen Geheimnissen.

Vielleicht haben sie Getreide zuhause, wenn sie z. B. ihr Mehl zum Brot backen selber mahlen. Dann nehmen sie doch mal so ein Korn und probieren es aus. Ein wenig Erde, ein wenig Wärme der Sonne auf dem Fensterbrett und Wasser, jeden Tag ein paar Tropfen. Dann kann es werden, wenn das Weizenkorn erstirbt, bringt es Frucht.

Lassen sie uns losgehen, die einzelnen, einsamen und irregeführten Weizenkörner in unserem Umfeld suchen. Wir haben die Chance deren Leben positiv zu verändern. Wir haben so etwas begeisterndes zu geben, vielleicht haben wir ja den richtigen Schlüssel für sie.

Zeigen sie Möglichkeit auf, bieten sie Hilfestellung an. Mit etwas Glück und Beistand hilft der kleine Schubs auf den Acker mit dem guten Mutterboden. Sprich unser Glaube und die gehaltvolle Bibel.
Dies ist unser Acker, von einem plätschernden Bach mit erfrischendem Wasser durchzogen, auf dem häufig die Sonne scheint.

Erzählen sie von den schönen Erlebnissen und Erfahrungen mit unserer Gemeinschaft und der Anlehnung an das Göttliche. Denn viele Menschen, die mal ganz unten waren, z.B. abhängig von Dingen die einsam machten, denen hat Glaube geholfen. Dann hören wir Äußerungen wie: „Es ist wahr. Ich saß da ganz lange, ganz tief fest. Und jetzt ist neues geworden, mein Leben trägt wieder Frucht. Nun, ist ein neues Lebensgefühl da. Ich muss nicht mehr allein leben. Da sind Menschen um mich, das Leben ist verwandelt.“

„Lätare“ – Es kann geschehen, wenn ein Prozess in Gang kommt, den wir nicht selbst steuern können: die Energie des Lichtes, die Kraft vom Wasser des Lebens und das Geheimnis der Erde die uns trägt, Gotteswort und unser Glaube. Wenn alles zusammenspielt kann viel Positives und Gutes geschehen.

„Lätare – Die Freude kehrt zurück“.

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

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