Weihnachten, erklärt mit einer Matrjuschuka

Ich habe uns heute eine russische Holzpuppe mitgebracht.

Eine Matrijuschka, so heißt sie auf Russisch.

Und ich finde, mit so einer Matrijuschka kann man das Geheimnis von Weihnacht ganz gut erklären.

Als erstes sehen wir die äußere Puppe – klar.

Genauso ist es mit Weihnachten. Zuerst sehen wir die Außenseite.

Und da sehen wir eine ganze Menge.

Christbaum

Weihnachtsmärkte

Adventskranz

Glühwein

Plätzchen backen

Geschenke kaufen

Geschenke einpacken

Kaufen kaufen kaufen

Großputz

Krippe

Kerzenlicht

Zimtsterne

Lebkuchen und Spekulatius

Basteln

Stille Nacht

Gutes Essen

Zu viel gutes Essen

Viel zu viel gutes Essen

Und früher war mehr Lametta

Wir sehen eine ganze Menge

Und vieles davon ist wunderschön

Aber das ist nur die Oberfläche.

 

Wenn ich die Matrjiuschka aufmache, dann finde ich da eine zweite Puppe.

Sozusagen eine tiefere Schicht.

Und dazu gehört auch eine ganze Menge.

Zeit mit der Familie

Sich mit Geschenken gegenseitig eine Freude machen

Heimkommen

Dem Kind in sich nachspüren und ihm Raum geben

Einander Liebe zeigen

Gemeinschaft

Nestwärme

Sehnsucht nach Geborgenheit

Nach heiler Welt, nur heute endlich mal

Harmonie

Frieden

Das alles ist auch Weihnachten

Und es ist wunderschön

Wobei – es kann auch echt anstrengend sein

Für die, die alleine sind. Vielleicht zum ersten Mal.

Oder auch für die, die an den Feiertagen merken, dass sie gar nicht mehr gewohnt sind, so viel Zeit miteinander zu verbringen und die sich dann irgendwann auf den Keks gehen.

Tante Anna mit ihren immer gleichen 4 Geschichten

Der Opa mit seinen schrägen politischen Ansichten

Und die Jungen wollen lieber mit ihren Freunden Party machen

Das kann schwierig sein

Und trotzdem ist es schön

Und wir machen jedes Jahr wieder mit

Weil wir diese Sehnsucht in uns haben

Und es gibt auch Menschen, die bleiben da stehen

Ich finde: Das ist ein bisschen so, wie wenn jemand Eintrittskarten für das Champions-League-Finale hat, sich dann aber das Spiel gar nicht anschaut, weil er im Außenbereich des Stadions bei der Imbissbude bleibt, bei Bratwurst und Bier.

Sicher, das kann man so machen, und ist sicher auch interessant und man kriegt sicher auch was mit von der Atmosphäre im Stadion, aber das eigentliche verpasst man irgendwie doch.

Denn es gibt noch viel mehr zu entdecken

[Nächste Puppe auspacken]

An Weihnachten geht es um Jesus

Die ganze Welt feiert, dass er geboren worden ist.

Weihnachten – die größte Geburtstagsparty der Welt

Und das völlig zurecht.

Denn Jesus war der bedeutendste und wichtigste Mensch, der je gelebt hat.

Über keinen Menschen wurde mehr nachgedacht, mehr geschrieben, mehr Kunstwerke geschaffen, mehr Musikstücke geschrieben als über ihn.

Es hat schon seinen Grund, dass ein Großteil der Welt die Zeitrechnung in zwei Hälften teilt:

Vor der Geburt von Jesus und nach der Geburt von Jesus

Keiner hat die Welt so verändert wie er.

Napoleon sagte einmal – und ich finde, es klingt richtig neidisch:

„Alexander, Cäsar, Karl der Große und ich haben große Reiche gegründet. Aber worauf beruhen diese Schöpfungen unseres Genies? Auf Gewalt. Jesus hingegen gründete sein Reich auf Liebe (…) Ich habe mit all meinen Armeen und Generälen nicht ein Vierteljahrhundert lang auch nur einen Kontinent mir unterwerfen können. Und dieser Jesus siegt ohne Waffengewalt über die Jahrtausende, über die Völker und Kulturen.“

Jesus – der größte und bedeutendste Mensch, der je gelebt hat.

Schon ein Grund zum Feiern.

 

Aber auch diese Puppe können wir aufmachen – und da ist noch eine drin.

Jesus war nicht nur Mensch – sondern er war zugleich auch Gott.

Gott in Menschengestalt

Gott zum Anfassen

Etwas völlig einmaliges in der Weltgeschichte

An Weihnachten feiern wir, dass Gott auf eine ganz neue Art und Weise mit uns Menschen Kontakt aufnimmt.

Sich vorstellt

Sich bekannt macht

Und er macht das nicht mit Protz und Prunk, nicht mit Lärm und Getöse, sondern ganz heimlich, still und leise.

Indem ein Baby geboren wird.

Ganz schwach und hilfsbedürftig

Ganz unbedrohlich

Ganz bescheiden

In ganz einfachen Umständen

In der Provinz

Bei ganz einfachen, normalen Leuten

Und die Begleitmusik ist nicht Trommelwirbel und Fanfaren

Sondern „Fürchtet euch nicht“ und „Ich verkünde Euch eine große Freude!“

Keine Motorradeskorte, sondern ein paar müde Hirten von draußen vor der Stadt.

Jesus zeigt uns, wie Gott ist.

In ihm ist die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes sichtbar geworden, schreibt Paulus seinem Schüler Titus einmal.

 

Und auch in dieser Puppe steckt noch eine weitere Puppe drin.

Jesus kam nicht nur, um den Menschen zu zeigen, wie Gott wirklich ist, sondern er hatte einen Auftrag, eine Mission.

Und sein Auftrag, seine Mission ist nicht, den Menschen zu sagen:

So, jetzt benehmt euch endlich und seid nett zueinander!

Sondern sein Auftrag, seine Mission ist:

Er ist gekommen, um die Werke des Teufels zu zerstören.

So hat es Johannes, einer seiner Jünger, ganz kurz auf den Punkt gebracht. (1. Joh 3,8)

Er ist gekommen, um die Werke des Teufels zu zerstören.

Die Werke des Teufels, das klingt krass.

Das klingt mittelalterlich.

Und ich will mich auch jetzt nicht herumstreiten darüber, wie das mit dem Teufel zu verstehen ist und ob es den wirklich als Person gibt und ob der wirklich Hörner auf dem Kopf hat oder nicht.

Aber ich denke: Wir können uns ziemlich schnell darüber einigen, dass es auf unserer Welt so was wie eine böse Macht gibt.

So wie die dunkle Seite der Macht – der neue Star Wars Film ist ja gerade in die Kinos gekommen.

Eine Macht, die uns Menschen oft dazu bringt, dass wir echt üble Sachen sagen oder machen – obwohl wir es gar nicht wollen.

Ich weiß nicht, was da in mich gefahren ist, sagen wir dann oft.

Und wenn ich so anschaue, was für widerliche Grausamkeiten sich die Menschheit immer wieder so ausdenkt und dann einander zufügt, dann fällt mir kein besseres Wort dafür ein als: Teuflisch

Die Werke des Teufels, das sind:

Menschen gegeneinander aufhetzen.

Am besten mit Lügen, die jedes Vertrauen zerstören.

Und ihnen Angst einjagen.

Angst vor der Zukunft.

Angst vor den anderen Menschen.

Es gibt so viel Angst

Und das größte Werk des Teufels ist der Tod.

Der alles zunichte macht.

Der alles beendet.

Und Jesus, der Messias, der Befreier, der hat diese Werke des Teufels zerstört, besiegt.

Denn er ist der Weg, er ist die Wahrheit, und er ist das Leben.

Er hat die Werke des Teufels zerstört, indem er gestorben ist und begraben worden ist und dann als erster von den Toten auferstanden ist.

Und zwar in Echt.

Das gehört eigentlich zu Ostern, aber es gehört auch hierher.

Und zwar nicht, weil die meisten, die heute da sind, an Ostern nicht da sein werden.

Sondern weil Ostern und Weihnachten untrennbar zusammengehören.

An Ostern wird vollendet, was an Weihnachten beginnt.

Ohne Weihnachten kein Ostern.

Und ohne Ostern ist Weihnachten sinnlos.

Weihnachten und Ostern sind wie das Eröffnungsspiel und das Finale der Fußball-EM.

Kein vernünftiger Mensch würde um das Eröffnungsspiel einen Hype machen und das Finale ignorieren.

 

Und auch diese Puppe können wir aufmachen und da ist noch eine weitere Puppe drin.

Denn dieser Sieg über die Werke des Teufels, der hat an Ostern begonnen und wird vollendet, wenn Jesus eines Tages wiederkommen wird – für alle sichtbar.

Gottes Sohn ist schon gekommen, die neue Welt Gottes hat schon angefangen.

Aber in gleicher Weise gilt auch:

Gottes Sohn wird wiederkommen, das endgültige und große Weihnachtsfest steht noch bevor.

Und bis dahin leben wir in einer Zwischenzeit.

Einem schon – und noch nicht.

Einem sowohl – als auch.

Einer Zeit, in der viele denken und sagen:

Wo ist denn bitteschön dieser Sieg über die Werke des Teufels?

Ich sehe davon leider ziemlich wenig!

Ja, das ist so – und das liegt daran, dass es mit dem Christentum so ist wie mit Seife.

Seife und Christentum sind ungefähr gleich alt.

Und trotzdem gibt es noch Gemeinheiten und Krieg und Streit – und trotzdem gibt es noch schmutzige Leute.

Denn Christentum und Seife haben eine große Gemeinsamkeit:

Sie wirken nur, wenn sie angewendet werden.

Und das geht nur freiwillig.

 

Und damit sind wir bei der letzten, der innersten Puppe angelangt.

Wie ist das denn bei mir?

Wird Jesus auch bei mir geboren oder nur in Bethlehem?

Hat er bei mir, in meinem Leben, in meinem Herzen Platz?

In meinem Denken, in meinem Entscheiden?

Ich stehe vor der Tür und klopfe an, sagt Jesus.

Damals und heute.

Und auch jetzt.

Und er reicht uns die Hand und sagt jedem von uns:

Komm, sei wieder mein Kind.

Komm, ich heile den bösen Riss, komm und lass Dich weihnachtlich beschenken: ich bin bei Dir.

Ich halte Dich.

Ich tröste Dich.

Ich lasse Dich nicht im Stich.

Ich bleibe Dir treu auch nach einem misslungenen Jahr.

Ich habe noch ein Leben für die, die aus dem Leben gerissen wurden.

Ich bin Jesus,

der Neumacher,

der Friedensschenker,

der Wundenheiler,

der Hoffnungswecker,

der Schuldauslöscher,

der Grabenüberwinder

und der Todbezwinger.

Das ist Gottes großes, tiefes und unzerstörbares Ja, sein Weihnachtsgeschenk.

Wenn wir Weihnachten feiern, dann öffnen wir uns für die Möglichkeit, dass Gott uns hier und jetzt etwas zu sagen hat, dass Gott ein Geschenk für uns hat.

Für jeden von uns.

Das ist die kleinste, die innerste Puppe.

Übrigens: Wenn die kleinen Puppen nicht in der größten drin sind, dann ist die große Puppe einfach nur hohl und leer. [leere Puppe zeigen]

Glücklich sind die, die sich beschenken lassen.

Glücklich sind die, die Jesus die Tür aufmachen.

Glücklich sind die, bei denen Jesus aufs Neue geboren wird.

 

Und der Friede Gottes….

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