Was passiert eigentlich an Weihnachten?

<i>[Das kleine Gespräch zwischen Teddybär und Anna habe ich selbst verfasst. Ich werde es am Heiligabend im Wechsel mit meiner Tochter lesen.
Das Gedicht von Theodor Storm und der Text aus Brasilien (Titel: Weihnachten ist nicht vorbei) sind dem Sonderheft der Zeitschrift "Helfende Hände" des Diakon.
Werkes der Ev. Kirche von Westfalen in Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk Kurhessen-Waldeck, Köln. Str. 136 im 34119 Kassel, mit dem Titel "Lied der Liebe" (S. 3 und S. 79) entnommen. Für die Genehmigung zum Abdruck danke ich dem Diakonischen Werk Kurhessen-Waldeck herzlich!]</i>

Liebe Gemeinde, liebe Kinder,

was passiert eigentlich an Weihnachten. Was feiern wir heute und die nächsten
Tage?

Ein kleines Gespräch, wie es in einem Kinderzimmer zu hören sein könnte, zwischen einem Mädchen und ihrem Teddybären, mag uns eine erste Antwort geben:

Teddy fragt: "Anna, bald ist Weihnachten, wünscht du dir was?
"Ja, dass es Schnee gibt, denn rodeln macht Spaß."
"Ach Anna, das ist doch nicht Weihnachten,
das ist was, was wir letztes Jahr ganz oft machten."

"Stimmt, Teddy, ich wünsch mir viele Geschenke,
mir wird ganz kribbelig, wenn ich ans auspacken denke."
"Ach, Anna, ich möchte wissen, warum denn feiern,
wieso gibst Geschenke und nicht wie an Ostern nur Eier".

"Tja, Teddy, das ist so:
An Weihnachten sind wir froh,
weil das Christkind zu uns kommt."

"Wer ist denn das, das versteh ich nicht,
ich seh nur den Weihnachtsbaum mit all dem Licht,
und dachte, dass der Weihnachtsmann kommt."

Teddy, das ist für dich zu schwer,
aber es kommt wirklich wer.
Wir feiern, dass Gott ist Mensch geworden,
in einem Stall wurd er geboren.

Wir feiern, weil wir glücklich sind,
dass Gott uns lieb hat, so wie wir sind."
"Aber Anna, das ist schon so lange her,
das glaubt doch heut keiner mehr."

"Doch Teddy, ich glaube dran,
dass Jesus alle lieb hat, Kind, Frau und Mann."
"Und deshalb gibt’s Geschenke heut Nacht?
Warum wird das denn gemacht?"

"Weil wir uns freuen, dass Gott uns liebt,
und uns damit das größte Geschenk schon gibt!
Deshalb sind wir zueinander lieb
Und helfen so dem Christkind mit!"

"Na, wenn das so ist," sagt der Teddybär,
dann ist es alles gar nicht lange her".
Hast du mich deshalb auch so lieb?
"na, bis zum Mond und wieder zurück!

So einfach ist das, liebe Gemeinde, liebe Kinder, wir feiern weil Gott uns in Jesus liebt und deshalb gibt es, wie an jedem
anderen Geburtstag auch, Geschenke.
Und doch verbinden sich damit noch viele andere schöne Erinnerungen und Gefühle. Der Dichter Theodor Storm beschreibt sie in seinem "Weihnachtslied" so:

"Vom Himmel in die tiefsten Klüfte
Ein milder Stern herniederlacht;
Vom Tannenwalde steigen Düfte
Und hauchen durch die Winterlüfte,
Und kerzenhelle wird die Nacht.

Mir ist das Herz so froh erschrocken,
Das ist die liebe Weihnachtszeit!
Ich höre fernher Kirchenglocken
Mich liebhaft heimatlich verlocken
In märchenstille Herrlichkeit.

Ein frommer Zauber hält mich wieder,
Anbetend, staunend muss ich stehn;
Es sinkt in meine Augenlider
Ein goldner Kindertraum hernieder,
Ich fühl´s, ein Wunder ist geschehn.

Ein Wunder ist geschehn, liebe Gemeinde. Heute am Heiligabend und an Weihnachten erinnern wir uns besonders gern daran. Dabei ist Weihnachten eigentlich an jedem Tag, wenn man die heutige Botschaft
richtig versteht. Ein Text aus Brasilien bringt dies besonders gelungen zum Ausdruck:

Jedesmal, wenn zwei Menschen einander verzeihen,
ist Weihnachten.
Jedesmal, wenn ihr Verständnis zeigt für eure Kinder,
ist Weihnachten.
Jedesmal, wenn ein Kind geboren wird,
ist Weihnachten.
Jedesmal, wenn du versuchst, deinem Leben einen neuen, guten Inhalt zu geben,
ist Weihnachten,
Jedesmal, wenn zwei Menschen in einer ehrlich und tiefen Liebe zueinander finden,
ist Weihnachten.
Jedesmal, wenn ihr einander anseht mit den Augen des Herzens und mit einem Lächeln,
ist Weihnachten.

Denn es ist geboren die Liebe,
denn es ist geboren der Friede,
denn es ist geboren die Gerechtigkeit,
denn es ist geboren die Hoffnung,
denn es ist geboren die Freude,
denn es ist geboren Christus, der Herr.

So wünsche ich euch, dass euch der weihnachtliche Friede ergreife, der höher ist als all unser Verstehen.

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