Unter Gottes Wort (Ps 119,9)

Ps 119,9
[9] Wie wird ein junger Mann seinen Weg unsträflich gehen? Wenn er sich hält an deine Worte.

Liebe Familie Xxx, liebe Familie Xxx, liebe Angehörige und Freunde, liebe Trauergemeinde.

Diesen Donnerstag wurde unser Bruder in Christo Xxx im gesegneten Alter von xxx Jahren vor unseren Schöpfer gerufen. Herr Xxx verstarb nach einer kurzen Pflegezeit friedlich und zu Hause, so wie er sich das immer gewünscht hatte. Er starb in dem Ort, an dem er auch geboren wurde, in Xxx.

Ich möchte das Gedenken an ihn unter ein Wort aus der Heiligen Schrift stellen, welches zugleich sein Konfirmationsspruch gewesen ist. Wir lesen es im Buch der Psalmen im 119 Psalm, den neunten Vers:

[TEXT]

Anlässlich seiner Konfirmation wurde dieses Bibelwort für ihn herausgesucht und es dient uns heute dazu, Herr Xxxs Leben unter diesem Wort im Glauben zu betrachten. Denn der 119. Psalm lobt und preist das Wort Gottes. Er spricht seinen Dank aus für die Weisungen und Richtlinien, die in jenem Wort zu finden sind. Der Beter des Psalms stellt sich unter Gottes Machtbereich und vertraut darauf, dass Gott selbst ihn durch sein Wort erreichen und ansprechen will. Und das ist bereits das erste, was wir von unserem Bruder in Christo Xxx ebenfalls sagen können. In seinem Leben zunehmend hat er dieses Wort Gottes ernst genommen, hat sich unter es gestellt und versucht, sich an den Weisungen, die uns alle im Leben erreichen wollen, zu orientieren. „Wie Gott will, so soll´s kommen.“, war einer seiner Aussprüche. Und so hat er auch gelebt, wie man es sich von einem mutigen und glaubensstarkem Christenmenschen erhoffen darf: er war fleißig im Kirchgang, immer wieder hat er neu angefangen, hat sich nicht entmutigen lassen. Sei es in den geschäftlichen Dingen, im Blick auf den Holzhandel und die Viehhaltung oder im Blick auf das Sägewerk und die Hühnerfarm, oder noch später: im Blick auf die Gastwirtschaft und das Gästehaus, beides erst spät und bereits im Alter eröffnet. Aber dies gilt auch im Blick auf sein Privatleben, den Tod seiner ersten Frau vor xxx Jahren und seine zweite Ehe, xxx geschlossen. In all diesen Dingen wagte er es, auf Gottes Wort zu trauen und ist mit diesem Fundament zu jemandem geworden, an den sich die Familie erinnert als einen Menschen, der immer freundlich war, jemand, der keinen Streit gesucht hat. Als einen Menschen, der nach vorne blicken konnte und nie über das, was ihn beeinträchtigt hat, geklagt hat. Für sich hat er jenen Vers aus dem Lied „Jesu geh voran“, welches wir später singen werden, wahr gemacht: „Soll´s uns hart ergehn, lass uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir.“ So habe ich ihn auch kennen lernen dürfen, zuerst an seinem Geburtstag – am xxx wurde er geboren -, an welchem er von der wundersamen Bewahrung in seinen Kriegstagen erzählen konnte. Aber auch später bei Besuchen und bei seinem letzten Abendmahl, das er am Tage seines Todes noch eingenommen hat. Er hat es, obwohl er nicht mehr aktiv sein konnte, doch sicherlich im Herzen mitgefeiert und sich am Ende noch bedankt für dieses Wort Gottes in Brot und Wein. So ist unser Bruder in Christo seinen Weg mit Gott gegangen, wie es sein Konfirmationsspruch ihm empfohlen hat. Und er konnte von diesen Gaben, die er von unserem Schöpfer empfangen hat, einige weiter geben. Zunächst an seine Großfamilie, zum Zeitpunkt seines Todes mit 5 Kindern, 15 Enkeln und 18 Urenkeln. Über diese Familie hat er sich immer gefreut, er hat an alle gedacht und sie teilhaben lassen auch an den Erfolgen, die er feiern konnte. Er hat aber noch mehr getan: er hat seine Urenkel gesegnet in der letzten Zeit, da er spürte, dass seine Tage gezählt waren. Er hat seine Familie noch sehen wollen und ebenfalls „Danke“ sagen können.

Liebe Trauergemeinde, wer auf Gottes Wort sein Vertrauen setzt, der darf etwas von dem überreichen Geschenk, das ihm gegeben wird, weitergeben. Und er kann dies tun, weil das, was er verschenkt nicht allein aus ihm selber kommen muss, sondern weil er selbst Beschenkter ist. Ich bin gewiss, dass sich dies in jedem Leben anders äußert und jeder von uns seine Gaben auf seine Weise zu Gottes Freude weiterschenken darf. Den Mut dazu und die Freiheit dazu bekommt man durch das Vertrauen auf Gottes große Zusage, die er uns allen in der Taufe gegeben hat. Ich darf heute sagen, dass wir an jenen Stellen im Leben unseres Bruders Xxx dies festmachen dürfen und dass er uns darin ein Vorbild sein kann.
So ist er seinen Weg gegangen, gradlinig und manchmal auf einem Niveau, das für andere auch eine Herausforderung darstellte. Wir aber können ihn deshalb getrost auf seinem letzten Wege ziehen lassen, weil er seinem Herrn nachfolgt, auf den er im Leben und Sterben sein Vertrauen gesetzt hat. Dies ist unser größter Trost. Dass Herr Xxx bereits bei Gott geborgen ist. Dass alles Sorgen und alle Schmerzen ihn nicht mehr erreichen, sondern dass er bereitet ist, jenes zu schauen, woran er in seinem Leben geglaubt hat,

[TEXT]

Vergessen wir es nicht: Grab und Grabstein, Sarg und Blumen – das ist alles nur für uns, die wir einen Ort brauchen und Zeichen, um die Erinnerung zu sammeln und das Andenken zu wahren. Wir finden aber unseren Bruder in Christo dort nicht mehr. Er ist bereits weiter, jenseits der Schwelle, die wir Lebenden niemals überschreiten können und von der wir nur in Bildern der Hoffnung und des Glaubens reden können. Bilder, die uns geschenkt werden im Wort Gottes, wie wir es auch finden in der Heiligen Schrift. Uns bleibt es, die Witwe und die Familie zu trösten, indem wir uns selbst orientieren und ausrichten an jenem machtvollen Wort, das unser Leben gestalten will und uns helfen will, den Weg zu Gott zu finden. Darin können wir lernen von unseren Verstorbenen, die im Glauben standen, so wie es unser Bruder in Christo tat.

[TEXT]

Und der Friede Gottes, den wir in seinem Worte finden können, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.

print

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen