Text 231

<b>Ihr ratet mir an</b>

Ihr ratet mir an, zu vergessen.
Vergessen geschieht oder geschieht nicht.
Die Wunden tragen, sind noch am Leben.
So lasst ohne Ewigkeit den Atemzug uns bedenken,
den wir eben tun. Wir wollen nicht,
dass die Gräber eingeebnet werden,
die Mahnungen der Kreuze in den Wind verweht,
weggespült vom Regen die Last des Schmerzes.

Wir wollen, dass nicht um Helden,
sondern um Söhne getrauert wird,
dass nicht die tönenden Vokabeln
aufbewahrt werden für den nächsten Gebrauch,
dass nicht Vergessen eingesetzt wird
in eine neue Rechnung des Grauens.

Günter Eich

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