Schönheit?

Liebe Gemeinde,

in der Zeitung konnten wir es lesen: "Hungerknochen weniger gefragt. Die Zeit der spindeldürren Models ist vorüber." In dem Artikel ging es darum, das in der Modewelt der Trend von schlanken, dürren Models zu wohlgeformten, weiblich wirkenden Körpern ginge. So stellen wir fest, das sich in der Modewelt das wandelt, was als schön gilt. Damit sind wir bei der Frage, der wir in der heutigen Predigt nachspüren wollen: Wann ist ein Mensch schön? Finden wir Antwort auf di Frage auf den Titelzeitschriften der Illustrierten, in der Werbung und Modewelt oder in den Miss-Wahlen. Ich glaube nicht. Denn das ist ein grausames Diktat mit der Schönheit. Viele werden durch den Schönheitswahn in den Selbstmord oder die Depression getrieben. Dabei ist Schönheit eine gute Eigenschaft und Gabe Gottes. Sie wird in der Bibel häufig genannt.

Die Stammmütter Israels, Sarah, Rebekka und Rahel sind schön. Und gefährlich, denn neben die schöne Rahel wird die hässliche Lea gestellt, schon hier gibt es Wettbewerbe, die zu seelischen Wunden führten. So wichtig menschliche Schönheit ist, sie gehört zu den vorletzten Dingen und kann auch trügerisch sein: Ein goldener Ring im Rüssel der Sau, ist wie eine Frau die schön, aber schamlos ist. (Sprüche 11, 22) Zur Schönheit muss also noch etwas anderes dazu kommen: Anmut ist trügerisch, Schönheit ist vergänglich, aber ein weise Frau soll man rühmen. (Sprüche 31, 30) Gott hat uns Schönheit gegeben, an ihr dürfen wie uns freuen. durch sie spiegelt das ursprünglich Gute der Schöpfung hervor. Doch im Sündenfall ist auch ein Stück von diesem Schönen zerbrochen. Schönheit ist immer wieder durch Sünde und Schuld gefährdet und zerstört. Damit sind wir beim heutigen Tag, bei Karfreitag. Der Weg von Jesus wurde hunderte von Jahren im voraus vom Propheten Jesaja aufgeschrieben:

[Jes 53,1-3]

Eine Gruppe von Beobachtern erzählt den Leidensweg des verachteten und kranken Boten Gottes. Es geht um das ganze Leben des Boten von seiner Geburt bis zu seinem Grab. Die Augenzeugen fangen an das Schicksal des Boten mit neuen Augen zu sehen. Sie haben bisher gedacht: Leiden ist eine Strafe Gottes. Aber nun merken sie, das Leiden durchaus zum Plan Gottes dazugehören kann. Wenn du leidest, wenn du Probleme hast, ist das kein Zeichen, das Gott fern ist. Gerade im Leiden und in den Problemen kann Gott dir nahe kommen. Doch das nützt dir nur dann etwas, wenn du das wie diese Menschen damals erkennst, wenn du über und durch das Leiden zum Lob Gottes kommst, so wie diese Leute hier, die von dem leidenden Boten Gottes berichten. Sie kommen vom ihrem Bericht des Geschehen, das sie als Wirken Gottes bekennen:

[Jes 53,4-6]

Diese Menschen bekennen und haben begriffen, dass seine Schmerzen nichts anderes waren als unsere Krankheit, eine Leiden nichts anderes die Übernahme der Folgen unserer Sünden. Der Bote Gottes trägt stellvertretend unsere Schuld. Erkennst du das auch an: das der Mann am Kreuz ganz allein wegen dir gestorben ist. Wenn du der einzige auf der Welt wärst und es keinen anderen Menschen geben würde, Jesus hätte für dich allein sterben müssen. Du bist Gott so wichtig, dass er für dich seinen Sohn in den Tod gibt. Das Leid hat es in sich. Hier müssen wir aufpassen. Wir können auf zwei Seiten vom Pferd fallen. Es drohen zwei Gefahren:
1) Weil es soviel Not auf der Welt gibt, kann es keinen Gott geben
2) Leiden ist Misserfolg Gottes, bis hin zu der Behauptung der Kreuzestod Jesu entspreche nicht Gottes Willen mit der Begründung: was ich mir nicht vorstellen kann, kann auch nicht sein.

Beides sind keine Beweise, sondern Bekenntnisse von Menschen, die diesem Bekenntnis hier entgegenstehen. Ich bekenne dem entgegen: Jesus ist für deine und meine Schuld gestorben. Nach dem Bekenntnis geht der Bericht weiter.

[Jes 53,7-9]

Der Bote erleidet Gewalt von Menschen. Es ist von Misshandlung, ungerechtem Gericht und unwürdigem Grab die Rede. Der Bote ist geradezu das "personifizierte Leiden", der Schmerzensmann, der doch alles willig duldet, wie ein Schaf in der Hand des Metzgers.

[Jes 53,10-12]

Doch Gott bestätigt das und zeigt seinen Rettungsweg durch diesen Boten: er macht viele gerecht, weil er ihre Schuld getragen hat. Seine Ehre und sein Besitz werden wiederhergestellt. Gott belohnt ihn großzügig, weil er für Verbrecher sein Leben gegeben hat. Dieser Bericht hat sich im alten Testament nicht erfüllt. Seien Erfüllung fand es im Kreuzesgeschehen an Karfreitag. Aber was bedeutete dieses Geschehen für uns? Versuchen wir einen zweite Annäherung an den Text:

Vielleicht kennen Sie die Legende von Christophorus. Christophorus heißt übersetzt Christusträger und er war ein Riese mit ungeheurer Kraft und hatte sich zum Dienst für den Teufel verschrieben. Er wollte dem Stärksten dienen, den es in der Welt gab. Eines Tages erfuhr er jedoch, dass es noch einen stärkeren als den Teufel gebe: Jesus Christus. Irgendjemand sagte ihm, dass man Jesus diene, wenn man sich für die Ärmsten der Armen aufopfere. So verdingte er sich als Fährmann über einen Fluss und trug alle, die besitzlos waren, mit seiner starken Kraft durch die Wogen über den Fluss. Aber das, was er eigentlich suchte, fand er nicht: die Begegnung mit Christus. Eines Tages kam ein kleines Kind und wollte auch über den Fluss. Er nahm es auf seine Schultern, aber mit jedem Schritt wurde das Kind schwerer und schwerer. Mitten im Fluss war die Last so schwer, dass er niedersank und untertauchen musste. Das Kind aber hielt er oberhalb des Wassers. Als er mit großer Mühe das andere Ufer erreicht hatte, sagte das Kind: "du wolltest Begegnung mit dem Stärksten? Du hast sie gehabt, nun diene ihm. Du bist jetzt durch die Taufe geweiht zum Christusträger." Das ist die Legende von Christophorus.

Christophorus wollte Jesus begegnen und er hat ihn gesucht. Aber er kam zu ihm in einer Gestalt, in der er ihn nicht erkannte. Das kleine Kind wurde ihm, dem Riesen zu schwer. Denn Jesus trägt die ganze Last der Welt in seinem Kreuz. Er wollte Jesus tragen und selbst etwas für Gott tun. Und er merkte, dass er es trotz seiner großen Kraft nicht vermochte. Und er versuchte das Kreuz Jesu zu tragen. Aber es war ihm zu schwer. Wir können Jesus Christus nicht begegnen und ihm selbst etwas bringen. Denn wenn wir versuchen, selbst unsere Schuld zu bewältigen und ertrinken. Auch wir können das Kreuz Jesu nicht tragen, es ist umgekehrt, Jesus trägt uns. Er ist die Lösung des Schuldproblems: wir dürfen mit all unseren Fehlern und Schwächen zu ihm kommen. Er hat sie getragen und ermöglicht damit einen neuen Anfang. Jesus ist Lösung des Leidproblems, er gibt uns zwar keine Antwort auf das Warum? des Leidens, aber er zeigt, wie trotz des Leidens Gottes Wille und Plan zu seinem Ziel kommt. Jesus ist die Lösung des Todesproblems, wir müssen zwar immer noch sterben, doch wir wissen, das dies die Tür zu Gott ist und das wir vom Tod auferstehen werden.

Wir können diese Geborgenheit dann erfahren, wenn wir unsere Schuld und Sünde bei ihm abgegeben haben. Dann kommt die große Freude, die all denen widerfährt, die ihn annehmen. So können auch wir zu Christusträgern werden, wenn wir uns Jesus anvertrauen, Jesus in unserem herzen tragen und uns von Jesus tragen lassen. Weil Jesus selbst das Leid und den Tod nicht gescheut hat, kann er uns jetzt in allen Nöten beistehen und uns begleiten. Das ist die befreiende Botschaft von Karfreitag.

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