Nur die Spuren der LIEBE zählen

Liebe Schwestern und Brüder!

 

DIE LIEBE IST DAS GRÖßTE.

Ja, die Liebe ist das Größte, was uns im Leben passieren kann. Und die Liebe ist in ihrer persönlichen Gefühls- und individuellen Lebensrelevanz schon fast überirdisch und göttlich. Und dabei hat die Liebe stets verschiedene Arten, Spielweisen und Formen, und immer wieder beglückt sie uns. Oder spornt uns an zu noch mehr Liebe und gibt unserem Leben einen tieferen Sinn.

Und selbst bei der kühlsten, durch klaren Verstand geleiteten Betrachtung der Liebesdinge, aber auch bei der unweigerlich romantischsten Sicht der Liebe als Himmelsmacht, wird niemand ernsthaft widersprechen wollen, dass die Liebe das Größte ist (1.Korinther 13,13) , was uns Menschen passieren kann und dass sie bitte niemals aufhören möge im eignen Leben : die Liebe niemals!!!.

Die Liebe ist und bleibt das Größte in ihrer immensen Tiefe und strahlenden Stärke über Distanz, Raum und Zeit. Die Liebe ist aber eben auch das größte Geschenk Gottes für uns Menschen; und die Liebe ist das größte Geschenk, was wir Menschen uns untereinander machen können und empfangen. Nur die Spuren der Liebe zählen im Leben. Die Liebe ist das Sakrament des Lebens, was wir uns selber und anderen schenken können.

 

Liebe verbindet Gott mit uns Menschen in Jesus Christus, Liebe verbindet und bringt Menschen, bringt Mann und Frau, bringt Partner, hält Familien und Gemeinschaften  zusammen.

Liebe überwand schon immer und überwindet immer wieder neu durch ihre immense Größe und Stärke: Herkunft, Nationalität, Konfession und auch Religion.

Das sind menschliche Erfahrungswerte und quasi unverbrüchliche Wahrheiten.

 

Der Verstand und die Vernunft sagen uns manchmal ach so abgeklärten Menschen, dass nur Frischverliebte und überzogen romantische Menschen von Luft und von der Liebe leben können. Ich meine jenes weitgefasste und große, aber auch so traurige Gefühl der Liebe, das uns im Leben ereilt. Denn Sehnsucht und lamoyante Trauer stecken auch in de Liebe oder sind ein Resultat der Liebe.

Gottlob wurden die meisten  Menschen mit großer Elternliebe aufgezogen, aber es gibt auch entsetzliche Lieblosigkeiten von Eltern gegenüber ihren kleinen und wehrlosen Kindern.

Liebe Schwestern und Brüder,

kein Wort wie das Wort „Liebe“ wird so vollmundig, leichtfertig und größenwahnsinnig in Romanen, von Dichtern oder Sängern im Mund geführt wie die „Liebe“. Und mit keinem Wort und mit keiner Entschuldigung wird so ein großes Schindluder getrieben wie mit der Liebe. Aber auch mit keiner größeren Tat wie mit dem Werk aus Liebe wird so viel Gutes, Liebevolles, Zärtliches und Schönes im Leben vollbracht.

 

Auch davon handelt unser heutiger Predigttext, neben der theologischen Tatsache, dass nur Gott die Liebe ist.

Und auch wenn viele meinen,  dass die Liebe göttliche Dimensionen hätte und die Liebe eine Himmelsmacht sei. Nur Gott ist die Liebe und nicht unsere Liebe ist Gott. Die Liebe ist nicht Gott; auch wenn sich viel diese Richtung wünschen.

Johannes ermutigt die Leser des Briefes, er traut ihnen zu und wünscht ihnen, dass die Liebe, die jeder im Glauben an Gott erfährt und die durch Jesus Christus Ereignis wurde, auch zum konkreten Ereignis, zum wirklich handgreiflichen Ereignis und Tatsache wird.

Er fordert seine Leser und Zuhörer auf, sich untereinander zu lieben, um die göttliche Liebe in uns vollkommen werden zu lassen.

Wir alle wissen, wie viel uns täglich daran hindert, konkret Liebe zu geben oder aus dem Gefängnis der eigenen Lieblosigkeit auszubrechen.

Und wenn wir die Geschichte vom barmherzigen Samariter als die typische Geschichte für wirkliche Nächstenliebe ernstnehmen wollen, dann müssten wir beschämt feststellen, wie weit wir häufig weg sind von wirklicher Gottes- und Nächstenliebe.

Weit weg davon sind auf jedenfalls diejenigen, die durch den islamistischen  Terrorismus oder als Antwort darauf mit der Angst vor dem islamistischen Terror und allem Fremden Wut, Aggression, Hass, Feind- und Lieblosigkeit säen.

Lieblosigkeit, Gleichgültigkeit, Indifferenz, Egoismus, Selbstliebe und Hass sind keine guten Berater im Leben. Auch keine Begleiter der Liebe. Und auch schlechte Begleiter für und in die Zukunft einer Familie, Gesellschaft oder eines Landes. Sie führen ins Unglück und den Untergang  wie uns die Lehren der Geschichte immer wieder zeigen.

Und so wie wir uns wirkliche Liebe im Leben wünschen und danach dürsten und auf sie hoffen, ja doch auch glauben, dass dieses Liebeswunder immer wieder neu auf eine ihre mannigfaltige Weisen geschehe, so ereignet sich Gottes Liebe auch immer konkret an Menschen für Menschen. Gott offenbart sich durch Menschen an und für uns.

 

Gottes Liebe wird immer konkret und handfest.

Sie wird konkret durch die Gemeindekrankenschwestern, die anderen Menschen in der Diakonie helfen. Sie wird sicht- und spürbar in der Pflege und dem Besistand für die eigenen Angehörigen, wenn sie krank oder todkrank sind.

Sie wird aber auch handfest in der Liebe vieler Mütter und Väter für ihre Kinder, bis hin zum Erwachsenenalter. Die Liebe hat Ausdauer und Geduld.

Sie wird deutlich im Seelsorgegespräch, wenn jemand einem anderen seine seelischen und psychischen Belastungen und Ängste mitteilt und ein offenes Ohr findet, das ihn versteht oder in den Arm nimmt. Sie wird auch anschaulich durch die großen Liebesdienste, die viele Großmütter und Großvater für ihre Enkel tagtäglich erbringen.

Gottes Liebe ereignete sich immer wieder neu im Leben. Und durch diese im Glauben erkannte und zu erkennende Liebe haben sich unzählig viele Menschen aller Zeiten immer für eine handgreifliche und konkrete Form der Gottes- und Nächstenliebe eingesetzt.

So auch Mutter Teresa, die katholische Nonne, hat sich mit einer Intensität, Ausdauer und Nächstenliebe für die Ärmsten der Arme eingesetzt, dass sie auf jeden Fall eine moderne Heilige genannt werden kann.

Unter all diesen Menschen und noch in unzählig anderen Situationen ist Gott gegenwärtig und konkret.

Und doch hindert uns täglich so viel an etwas mehr Nächsten-Liebe oder Mitmenschlichkeit.

Warum grüße ich nicht den, der mir unsympathisch ist?

Warum kann ich einem kranken Kind nicht einmal liebevoll über die Wange oder Haare streicheln und damit Zuneigung zu zeigen?!

Wovor habe ich Angst, wenn ich durch einen offenen Blick mit den Flüchtlingen Freundlichkeit zeige oder ein paar freundliche Worte wechsle?

Was hindert mich daran, aus nächstem liebendem Mitgefühl mit dem trauernden Nachbarn ein wenig Zeit für seine Trauer aufzubringen und ihm zuzuhören oder die Stille mit ihm zu teilen?

Vieles hindert uns daran, weniger die eigene Lieblosigkeit vielmehr Gleichgültigkeit und Ignoranz.

Machen Sie den ersten Schritt: Es ist gar nicht so schwer wie man denkt.

 

Und noch etwas: In einer Zeit, in der die Erfahrungen von Ungeliebt sein und Verstoßen werden sich mehren, gehört Liebe zu den ganz großen Themen – sie gehört zu den Lebensthemen -, auf die wir Menschen ansprechbar sind.

Jeder will geliebt werden. Ausnahmslos. Denn die Spuren der Liebe zählen im Leben. Die erlebten, erfahrenen und geschenkten Spuren der Liebe sind es, die uns Menschen menschlich machen.

Und die Antwort des christlichen Glaubens darauf ist:

jeder wir von Gott geliebt.

Johannes schreibt dazu:

„Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen.“

 

Liebe Schwestern und Brüder, das ist die wahre unsterbliche Liebe, auch wenn viele von uns unsterblich verliebt waren oder sind.

Hier wird uns im Glauben und für andere Menschen handgreiflich als Nächstenliebe verheißen, dass Gott mit und bei uns bleibt, wenn wir in seinem Namen Liebe und Liebeswerke ohne Hintergedanken tun. Dann ereignet sich wahre Liebe am Nächsten.

Und noch etwas: Gottes Liebe ist stärker als alle Lieblosigkeit, als aller Hass, als alles Lebensverneinende, als aller Egoismus und aller wirkliche oder Strukturen Ungerechtigkeit. Liebe ist immer stärker als alle Mächte, die das Leben in seiner Entfaltung behindern. Liebe ist sogar stärker als der Tod und führt zum ewigen Leben.

Woher kommt diese Liebe?

Sie kommt von Gott, dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist:

Und wo wird diese Liebe sichtbar und konkret?

In der Liebe unserer Nächsten für uns und in der Liebe für unsere Nächsten, für die Nahen und Fernen.

Amen.

print

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen