Mobil, flexibel, erreichbar, vernetzt … (Röm 10,14)

Röm 10,14
[14] Wie sollen sie aber den anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger?

[Einstieg: Handy-Klingeln]

„Ja bitte – hier spricht Preißler! Bitte entschuldige – ich kann jetzt nicht telefonieren. Wir sind mitten im Konfirmationsgottesdienst in der Crottendorfer Kirche. Ich bin gerade dabei die Predigt zu beginnen. Es ist schon peinlich genug, dass ausgerechnet hier das Handy klingelt. Na da werden sich einige wieder heftig aufregen. Ich rufe nach dem Gottesdienst zurück. Tschüss!“

Also nein – ihr lieben Konfirmandinnen und Konfirmanden! Dass mir das passieren muss – euch ist es ja im Konfi-Unterricht einige Male passiert, dass plötzlich das Handy klingelt. Und dann weiß man gar nicht, wie man die kleine Kiste schnell zum Schweigen bringt. Ja liebe Gemeinde – eigentlich ist die Kirche eine handy-freie Zone. Unsere Telefone sollten jetzt aus oder stumm geschalten sein. Nicht nur weil es andere stört, wenn so eine Lärmmaschine losgeht – sondern vielmehr darum, weil es in der Kirche darum geht, dass wir einen direkten Draht zu Gott bekommen. Auf IHN sollen wir uns konzentrieren – auf IHN sollten wir hören, um herauszufinden, was Er uns für unseren Alltag mitgeben will!

Ihr werdet es mir sicher entschuldigen, dass ich als Anschauungsobjekt mein Handy habe klingeln lassen. Jesus hat oft Vergleiche und Beispiele aus seiner Umwelt genommen, um daran anschaulich zu machen, wie das mit der Sache des Glaubens geht. Wenn Jesus ein Handy gehabt hätte – wer weiß – vielleicht hätte Jesus es als Beispiel angeführt? Das Thema dieser Predigt soll lauten: „Konfirmationsgeschenk: Ein Handy – oder der heiße Draht zu Gott.“ Wie kam ich auf die Idee? Im vergangenen Jahr war das Handy der Renner unter den Konfirmations-Geschenken – aber in diesem Jahr ist das bei einigen nicht mehr möglich, denn sie besitzen schon eins. Stimmt´s?

Machen wir die Probe aufs Exempel! Ich frage euch Konfirmanden: Wer hat denn von euch ein Handy? Und wer hat eins zur Konfirmation geschenkt bekommen? Also wer so ein Ding besitzt, der scheint auf der Höhe der Zeit zu sein. Im Sozialismus galt die Devise: „Jedem eine Wohnung“ – heute gilt die Devise:“ Jedem sein Handy“. Warum? Das Handy steht für Mobilität, Flexibilität, Erreichbarkeit und Vernetzung. Und das sind nicht nur Schlagwörter unserer Zeit – sondern geradezu Inbegriffe modernen Lebensart.

Aber was hat das alles mit Glauben, mit Kirche, mit Konfirmation zutun? Ich werde gleich die Parallelen ziehen – doch zuvor will ich dazu 3 Sätze aus der Bibel lesen. Ich habe zu diesem Thema eine interessante Bibelstelle gefunden – und zwar: Röm 10,14:

[TEXT]

Diese drei Frage-Sätze des Apostels Paulus sind Sätze des Zusammenhangs und der Folgerung. Eins setzt das andere voraus – eins folgt aus dem anderen. Buchstabieren wir gedanklich die drei Sätze des Apostels einmal rückwärts: Gott sucht immer wieder Menschen, die Sein Evangelium (Seine frohe Botschaft von der Errettung und Erlösung, die in Jesus Christus geschehen sind) anderen Menschen weiter zu sagen: „Du, Jesus ist auch für Dich gestorben – Und er ruft Dich!“ Wer das Evangelium wirklich hört, so dass es sein Herz erreicht, der beginnt zu vertrauen – zu glauben. Glauben – das ist eine Lebensbeziehung zu Gott. Und wie drückt sich eine Beziehung zu Gott – oder gelebter Glaube aus? Ganz einfach – in dem ich mit Gott rede und auf Gott höre. In der Kirche sagt man Beten dazu. „Beten ist überhaupt nichts altmodisches oder überholtes? Gefaltete Hände sind stärker als geballte Fäuste. Das Größte, was ein Mensch für einen anderen tun kann, ist für ihn zu beten. Ein Heiliger auf seinen Knien kann weiter sehen als ein Philosoph auf den Zehenspitzen. Du kannst mehr tun als beten, nachdem du gebetet hast. Aber du kannst niemals mehr tun als beten, bevor du gebetet hast.“ (Corrie ten Boom)

Beten und telefonieren sind einander ganz ähnlich. So will ich unsere Gedanken auf das Handy lenken. Ich finde, an einem Handy kann man ganz gut verdeutlichen, wie Gebet und überhaupt eine Beziehung zu Gott funktioniert. Ein Handy – so hatten wir festgestellt – steht für Mobilität, Flexibilität, Erreichbarkeit und Vernetzung. Darauf kommt es heute an. Wir müssen:
mobil sein: – d.h. möglich schnell an jedem x-beliebigen Ort hinkommen;
flexibel sein: – d.h. beweglich – fähig, auf die ständig neuen Situationen einzugehen;
erreichbar sein: – d.h. zu jeder Zeit und an jedem Ort ansprechbar sein;
vernetzt sein: – bei möglichst vielen Menschen bekannt und mit möglichst vielen Menschen verbunden (Netzwerk) sein.

Mobil, flexibel, erreichbar, vernetzt – das sind aber schon immer Grundeigenschaften Gottes! Gott ist mobil – Die Mobilität Gottes kann kein Ferrari, kein Überschallflugzeug und keine ISDN-Karte erreichen. Gott ist einfach schneller als Lichtgeschwindigkeit da, wenn Du IHN rufst. Und Gott ist flexibel – Wer hat bloß das Bild von Gott als einem altersstarren Greis vermittelt? Das ist Gott überhaupt nicht! Gott ist unendlich flexibel. Er kann auf die wirkliche Situation eines Menschenherzens eingehen – und er weiß was das Beste für einen jeden in jeder Situation ist. Auch für Dich! – jetzt! Und Gott ist erreichbar – Ich habe mir als Begrüßungstext für mein Handy ein Bibelzitat eingerichtet: Gott spricht: Rufe mich an (PS 51,15) Ich will mich dadurch selbst immer wieder erinnern (und wer hat das nicht nötig) – Gott anzurufen. Gott ist online – immer erreichbar – das sagt er selbst in seinem Wort! „Rufe mich an – ich höre!“ Schließlich will Gott, dass wir vernetzt sind – Die meisten Religionen kommen ohne Gemeinschaft aus – Christentum funktioniert nur mit Gemeinschaft. In dem Augenblick, wo ein Mensch Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott hat – hat er auch zu allen anderen Menschen, die mit Gott in Verbindung stehen, eine Verbindung. Du kannst das Vaterunser nie so beten, das Du mit Gott allein bist – immer heißt es „Vater unser“. Da wo einer Gott als seinen Vater anspricht, nimmt er alle anderen mit dazu, die IHN durch Jesus auch „Vater“ nennen! Wenn Gott so ist – mobil, flexibel, erreichbar, vernetzt – dann muss das Auswirkungen auf uns haben, wenn wir mit IHM etwas zu tun haben wollen. Und nun will ich versuchen zu sagen, was ein Handy mit Gott, mit Glauben, mit Konfirmation zu tun hat.

Das möchte ich Euch liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden für Euren als Christen mitgeben! Seid 1. mobil im Glauben. Nehmt euch nicht die zum Vorbild, die sich zur Konfirmation das letzte Mal in der Kirche haben ablichten lassen. Das ist gerade nicht Mobilität! Mobilität im Glauben ist auch nicht: Ich habe ein paar Begriffe von Gott gehört und meine, es sei schon genug. Das wäre Ausdruck einer furchtbaren Arroganz. Wie kann ich denn den, den aller Himmel Himmel nicht fassen können, mit ein paar Stunden Konfirmandenunterricht verstehen? Nein, Glaube ist auf Wachstum aus. Sucht neue Erfahrungen mit Gott! Mobilität im Glauben ist das Spannendste was es gibt! 2. Seid flexibel. Leben ist Bewegung. Ohne Bewegung – kein Leben. Uns würde es schwummrig werden, wenn wir die Bewegungen in unseren Blutbahnen, in unseren Zellen – oder gar die Bewegungen in den Atomen, aus denen wir zusammengesetzt sind, sehen könnten. Wir bestehen im Prinzip nur aus Bewegung. So ist das aber auch mit dem geistlichen Leben. Der Glaube lebt nur, wenn er flexibel – d.h. beweglich bleibt. Wie bleiben wir im Glauben flexibel? Ganz einfach, indem wir am Wort Gottes dranbleiben. Ich lese seit 30 Jahren täglich die Bibel und finde darin immer neue Impulse für den Glauben. Und ich entdecke, das dieses Buch – wie kein anderes – etwas mit meinem Leben zu tun hat. Die Bibel ist ein total flexibles Buch. Ich staune, in welchen Situationen die Bibel etwas zusagen sagen hat. Leben ist Bewegung. Wo Bewegung aufhört – wird es starr – der Tod tritt ein. Wer aufhört auf Gottes Wort zu hören, hört auf flexibel zu sein. Seid flexibel – hört auf Gottes Wort. 3. Seid erreichbar für Gott! Manche sagen: Mit Gott – kann ich nichts anfangen – ich sehe ihn ja nicht.

Lieber Zeitgenosse! Hältst du wirklich nur das für real und existent, was du siehst? Wenn du telefonierst sprichst du doch auch mit einem Gegenüber, den du nicht siehst. Meinst du da auch, du redest mit einer Fiktion? Nein die Sache mit Gott ist so: Wenn Gott Zugang zu dir hat, dann hast du auch Zugang zu Gott. Wenn ich mein Handy ausgeschaltet habe, kann der andere mich anrufen so viel er will – es kommt zu keinem Gespräch. So ist es auch mit Gott, wenn ich offen bin für den Anspruch Gottes – dann ist auch Gott für mich online. Das ist ja ein faszinierenden Vergleich! Beim Festnetz-Telefon bin ich an bestimmte festgelegte Orte gebunden, von denen ich nur anrufen kann. Aber mit einem Handy bin ich an jedem Ort auf dieser Welt erreichbar und ich kann von jeder Stelle aus telefonieren. So ist das auch mit Gott! Gott kann Dich an jedem Ort erreichen – und wenn es beim schönsten Fest oder in der größten Sünde – selbst in der tiefsten Hölle ist. Und andererseits: Du kannst Gott in jeder Situation anrufen: In der Kirche genauso wie im Flugzeug. In der Not genauso wie im tristen grauen Alltag. Wenn ich jemand anrufe – muss ich eine Nummer wählen. Was geschieht beim Wählen? Wählen heißt im Prinzip aussondern.

Nehmen wir nur ein 4stellige Rufnummer. Mit der ersten Zahl sondere ich von 10.000 die ersten 1000 aus. 9000 fallen weg. Mit der 2. Zahl wähle ich die Hunderter. Von 1000 fallen 900 weg. Dann wird die Auswahl schon übersichtlicher. Von den 100 komme ich zu den Zehner. Und die letzte Ziffer bringt mich von 10 möglichen zu dem einen, zu dem ich will. Beim Anrufen muss man wählen. So sagt es Gott in seinem Wort: Wähle das Leben! Von den Millionen und Abermillionen Möglichkeiten gibt es nur eine einzige Stelle, wo wir das ewige Leben haben. Gott ist das Leben – sagt die Bibel. Wähle Gott wenn Du das Leben willst. Und andererseits – Gott hat sich für Dich entschieden. Er hat Dich angerufen – Er ruft Dich beim Namen und sagt Dir: Ich habe Dich gewollt – ich habe Dich lieb. Dafür steht das Kreuz (es ist hinter mir zu sehen).

4. Schließlich das Letzte, was ich euch und uns allen mit auf den Weg geben möchte: Bleibt im Netzwerk Gottes. Christentum funktioniert nur in Gemeinschaft. Alle menschlichen Gemeinschaftsformen von der Gruppe, über die Clique, von der Dorfgemeinschaft bis zur Volksgemeinschaft, von der Freundschaft bis zur höchsten menschlichen Gemeinschaftsform, der Ehe – sind zeitlich begrenzt. Die Gemeinschaft mit Gott und seiner Gemeinde kennt keine Grenzen. Bleibt seiner Gemeinde treu. Liebe Gemeinde Ich möchte mit einem wichtigen Hinweis schließen. Gott hat uns eine SMS geschrieben. Wenn Sie nicht wissen, was eine SMS ist – die Konfirmanden werden es euch gut erklären können. Die SMS-Gottes ist in Jeremia 33, 3 zu finden: „Gott spricht: Rufe mich, so will ich dir antworten.“

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