Mach aus deinem Leben mit Gott etwas Besonderes! (Joh 6,66-69)

Joh 6,66-69
[66] Von da an wandten sich viele seiner Jünger ab und gingen hinfort nicht mehr mit ihm. [67] Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt ihr auch weggehen? [68] Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens; [69] und wir haben geglaubt und erkannt: Du bist der Heilige Gottes.

Liebe Konfis, liebe Eltern, liebe Gemeinde.

Konfirmationen sind etwas komisches. Heute ist die Kirche gedrängt voll, wie Weihnachten. Ich bin mir sicher: Viele – die meisten vielleicht – waren schon lange nicht mehr in einer Kirche und werden es auch nicht mehr so schnell sein. Vielleicht nie mehr. Was sagt man in einer solchen Situation? Und was will ich euch Konfis noch mit auf eueren Weg geben?

Ich habe nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen: Auf alle Fälle kein frommes Bla Bla. Sondern nur Dinge, die mir selber für mein Leben und meinen Glauben wichtig sind. Dinge, die mir selber viel bedeuten.

Und dazu erzähle ich als erstes von einem Film, den ich mal im Fernsehen gesehen habe:

Nachts im Bayerischen Fernsehen läuft immer die Space-Night. Und in einem Film sah man folgendes: Ein Mann und eine Frau liegen auf einer Picknickdecke auf einer Wiese. Von oben betrachtet. Und auf einmal setzt sich die Kamera in Bewegung. Steigt immer schneller in den Himmel. Die zwei Menschen werden immer kleiner, man sieht die ganze Wiese, den ganzen Stadtpark, der Michigansee kommt ins Bild, ganz Chicago, Wolken verdecken kurz die Sicht, dann sieht man ganz Nordamerika, plötzlich sieht man die ganze Erde als blaue Kugel im Weltall schweben, die schnell kleiner wird, ein kleiner Punkt, der wie andere um die Sonne kreist. Die Sonne wird immer kleiner, wird zu einem Stern unter vielen Sternen, die werden auch kleiner und werden zu einem kleinen Teil der Milchstraße, die Milchstraße kommt als Ganzes in den Blick, wird kleiner, wird zu einer Galaxie unter unzählig vielen, die immer kleiner werden, schließlich sieht man ganze Haufen von Galaxien. Und dann stoppt die Kamera. Und macht den ganzen Weg rückwärts. Mit atemberaubender Geschwindigkeit. Unzählige Galaxienhaufen, dann ein einzelner Galaxienhaufen, einzelne Galaxien, die Milchstraße, Sternenhaufen in der Milchstraße, einzelne Sterne, die Sonne, die Erde, Nordamerika, Michigan, Chicago, der Stadtpark, die Wiese, zwei kleine Punkte, zwei Menschen, die sich in den Armen halten. Als ich diesen Film das erste Mal gesehen habe, habe ich den Atem angehalten. Mir wurde fast schwindlig dabei, wie mir so vor Augen gehalten worden ist: So verschwindend klein ist unsere Welt. So verschwindend klein sind wir. So unbedeutend. Einfach ein Nichts.

Das ganze Universum, so unbegreiflich groß wie es ist, hat Gott geschaffen. Und dieser unbegreiflich große Gott sagt zu mir, zu dir, zu uns kleinen Staubkörnern: Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Ich kenne dich, ich sehe in dein Herz. Ich kenne deine verborgenen Ängste, deine geheimsten Sehnsüchte. Und du bist mir wichtig. Ich verachte dich nicht, auch mit den vielen Schwächen und Fehlern, die du hast. Du gehörst zu mir. In meinen Augen bist du liebenswert und kostbar. Ich will gerne, dass wir uns kennen lernen. Ich will mit dir reden.

Es ist unbegreiflich, aber wahr:
Dieser große Gott sagt uns, sagt dir und mir: Ich bin für dich da. Ich will dir helfen, mit deinem Leben und deinen Fragen und deinen Problemen besser klarzukommen. Ein tolles Angebot. Viele Menschen haben das schon so erlebt und können beschwören: Ja, das stimmt! Und es hat mein Leben verändert! Und die meisten Menschen sagen dazu: Nein danke, lieber Gott. Lieber alleine unglücklich und unzufrieden, als dass ich mich auf dich einlasse. Lieber alleine meine Pillen schlucken, als mich von dir heilen lassen und dir dankbar sein zu müssen. Lieber will ich der Chef auf einer Müllhalde sein, als dass ich mir vor dir reinreden lasse in mein Leben und irgendwie von dir abhängig bin.

Ich gestehe: Seit ich Christ geworden bin, kann ich diese Einstellung überhaupt nicht mehr verstehen.

Jesus selber ist dieser Einstellung übrigens auch begegnet, diesem: Nein danke. Im Johannesevangelium lesen wir davon: Eines Tages war Jesus in der Stadt Kapernaum in der Synagoge, also der Kirche des Ortes. Das war, kurz nachdem er etwas Spektakuläres gemacht hatte, was viele Leute begeistert hat. Und von denen sind viele dann noch in die Synagoge mitgekommen und haben sich das angehört, was ihnen Jesus so erzählt hat über Gott und die Welt und über sich und über das Leben und so. Und dann heißt es in der Bibel:

[TEXT]

Ich glaube, dass Gott mit jedem Menschen eine Geschichte hat. Eine einseitige Geschichte, die eine zweiseitige Geschichte werden soll. Ich glaube, dass Gott mit jedem Menschen Kontakt aufbauen möchte, ins Gespräch kommen will. Ich glaube, dass Gott aus dem Leben jedes Menschen etwas Besonderes machen möchte. Und ich glaube, dass Gott das nie gegen unseren Willen, sondern nur mit unserer Einwilligung machen will. Damals, in Kapernaum, da hat er die vielen gehen lassen. Heim, in ihren Alltagstrott.
Arbeiten, schlafen, essen, trinken, reden, lachen, lieben, streiten, alt werden, sterben, vergessen werden. Sie haben mehr oder weniger glücklich gelebt. Und sind gestorben, begraben worden, vergessen worden. Shakespeare hat einmal geschrieben: Das Leben ist wie ein armseliger Schauspieler, der einen kurzen Auftritt hat, seinen Text dahergatzt, von der Bühne abgeht, und dann hört man nie mehr etwas von ihm. Das Leben ist wie ein wandelnder Schatten, voller Lärm und Aufruhr, ohne Bedeutung.

Petrus und seine Freunde haben damals eine andere, fantastische Möglichkeit erkannt: Jesus macht unser Leben zu etwas Besonderem. Seine Worte geben ewiges Leben. Denn durch Jesus komme ich in Kontakt mit Gott.

Sie hatten damals die Wahl. Heimzugehen oder mit Jesus zu gehen.

Ich glaube, diese Wahl hat jeder Mensch, hat jeder von uns, der heute in der Täufer Johannis Kirche ist. Wohin wollt ihr gehen?

Will ich ein gewöhnliches Leben führen, oder will ich aus meinem Leben etwas Besonderes machen. Soll mein Leben nur ein kurzes Geräusch im Konzert der Welt sein, oder soll mein Leben Bedeutung für die Ewigkeit haben.

Mach dein Leben zu etwas Besonderem! Gib deinem Leben einen Tiefgang, den es ohne Jesus nicht haben kann. Lass dich auf diesen Gott ein, der mit dir dein Leben zu etwas besonderem machen will. Für den Kosmos bist du ein Nichts. Für Gott bist du sein geliebtes Kind.

Wir haben hier vorne eure Konfirmationssprüche aufgehängt. Das sind Chancen. Denn es sind Worte, die Gott dir ganz persönlich sagt, die er sich für dich ganz persönlich ausgedacht hat. Es ist eine prima Möglichkeit, mit Gott ins Gespräch zu kommen. Ihn dabei kennen zu lernen. Ihm zu begegnen. Erlebnisse und Erfahrungen mit ihm zu machen.

So ziemlich am Anfang meines Weges mit Gott stand auch so ein Wort von Gott. Ich war in einen Gottesdienst, und am Ausgang stand so ein Korb mit Kärtchen, auf denen standen Sprüche aus der Bibel. Und der Pfarrer sagte, dass sich jeder, der möchte, so ein Kärtchen nehmen darf, als sein Wort von Gott. Ich hab das gemacht und zog ein Kärtchen, auf dem stand: Auch dich lockt er aus dem Rachen der Angst in einen weiten Raum, in dem keine Bedrängnis mehr ist. Mich hat das tief getroffen, denn Angst war damals wirklich mein größtes Problem. Ich war echt von den Socken: Da ist jemand, der durchschaut mich und dem bin ich so wichtig, dass er dafür sorgt, dass ich genau diese Worte zu lesen bekomme.
Und das war damals für mich der Anfang, mein Leben mit Gott zu gehen, und ich hab dann erlebt, wie Gott meine Angst so Schritt für Schritt abgebaut und überwunden hat.

Ich glaube: Genau so lädt Gott uns alle ein, Erfahrungen mit ihm zu machen. Heilsame Erfahrungen. Gute Erfahrungen. Erfahrungen, die unsere Leben verändern werden. Die unsere Leben zu etwas besonderem machen. Erfahrungen, die unsere Leben zu ewigen Leben machen.

Das, was ich euch da jetzt erzählt habe, ist kein frommes Gerede, kein Reklametrick, um Menschen in die Kirche zu locken. Sondern es ist schlicht und einfach das, was ich erlebt habe, und viele andere mit mir. Gott will für dich da sein, denn du bist ihm wichtig. Ob du es erleben willst oder nicht – das ist alleine deine Entscheidung.

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