Konfirmation: Gott als Navi für den Lebensweg

Predigt zur Konfirmation am 30. April 17 in der Holler St. Dionysius-Kirche von Pastor Udo Dreyer, 27798 Hude

 Thema: Gott als Navi, das den Weg zum Ziel kennt

 

Liebe Konfirmanden und Konfirmandinnen, liebe Eltern Großeltern und Paten, liebe Festgemeinde!

heute ist euer Tag. Ihr steht im Mittelpunkt. Viele Glück- und Segenswünsche begleiten euch – und schöne Geschenke und was Bares gibt’s auch.  Aber die Konfirmation bedeutet noch viel mehr: Heute sagt ihr Ja zum weiteren Weg mit Gott und bekommt seinen  Segen für euren Lebensweg zugesprochen.

Dieser Tag ist auch ein Signal, dass eure Kindheit zu Ende ist und ihr auf dem Weg zum Erwachsenwerden seid. Und nicht zuletzt feiert ihr heute ein hoffentlich schönes Familienfest.
13, 14 oder 15 Jahre lang habt ihr das Leben kennengelernt und seid dabei immer selbstständiger geworden. Es gab Wegstrecken, die waren schön und leicht zu gehen. Aber manche sind auch schwierig – diese Erfahrung kennt ihr wohl auch.  Das Leben kann manchmal ganz schön anstrengend sein – gerade so in eurem Alter – vielleicht seid ihr in diesem Punkt sogar mit euren Eltern einig.

Je älter ihr werdet, desto mehr Entscheidungen dürft und müsst ihr selbst treffen. Mehr und mehr kommt ihr in das Alter, wo ihr selbst Verantwortung übernehmt. Bei eurer Konfirmation wird es das erste Mal richtig deutlich: ihr übernehmt heute Verantwortung für euren Glaubensweg. Ihr seid sozusagen an einer Kreuzung angekommen und werdet gefragt: In welche Richtung willst du gehen? Woran willst du dich orientieren? Willst du, dass Gott dich auf deinem Lebensweg begleitet?

Das ist schon eine recht anspruchsvolle Frage. Aber was das Gute dabei ist: Gott hat sich schon für euch entschieden – und zwar für jede und jeden von euch ganz persönlich. Denn in eurer Taufe hat er ja zu euch gesagt – ohne jedes wenn und aber. Und heute sagt ihr euer Ja zum weiteren Weg mit Gott.

  1. Wohin soll’s nun gehen auf eurem Lebensweg? Immer mehr nehmt ihr das Steuer eures Lebens selbst in die Hand. Als Symbol dafür habe ich dieses Lenkrad (zeigen)mitgebracht. Ihr entscheidet frei, wohin die Fahrt geht.Selbst am Steuer zu sitzen gibt ein tolles Gefühl von Freiheit. Aber welches Ziel wollt ihr ansteuern? Denn wenn man es nicht genau kennt, kann man sich ganz schön verfahren. Ein Lenkrad allein nützt noch nichts –denn auf den richtigen Weg zum Ziel kommt’s an.

Dafür gibt es Navis (zeigen) oder google maps. Dabei wird  uns das Suchen abgenommen. Da kann man sogar eingeben, ob man auf der kürzesten, der schnellsten oder der wirtschaftlichsten Route sein Ziel erreichen will. So ein Navi ist schon was Feines.

 

Doch eine Frage, die müssen wir uns immer noch selbst beantworten – die sagt uns kein Navi: das Ziel müssen wir schon selber kennen. Ohne Zieleingabe sind Navis dumm: Wenn wir nicht wissen, wohin wir wollen, hilft uns kein Navi.

Zum Glück gibt’s aber noch ein ganz anderes, ein unsichtbares Navi. Es hat sozusagen eine integrierte Zielführung, wo man gar nichts vorher eingeben muss. Dieses Navi heißt Gott. Ihn dürfen wir  bitten: „Herr, weise mir deinen Weg.“ Das ist übrigens mein Konfirmationsspruch. Da wird Gott als Wegweiser und damit als Navi angesprochen, und das schon lange bevor man Navis kannte. Gottes Software ist ganz alt – aber dafür sehr bewährt: es ist die Bibel. Sie ist Gottes Naviprogramm – und ihr seid eingeladen, mit Gottes Hilfe euer eigenes Kartenmaterial zu entwickeln, um eure Ziele zu erreichen.

Das haben wir ja in der Konfizeit versucht: wir haben über den Glauben und die Bibel gesprochen und so Gottes Naviangebot für unser Leben kennengelernt. Ihr habt erfahren, welche Hilfen zum Orientieren Gott gibt. Und was das Gute und Besondere ist: das Ziel, um das es Gott geht, steht schon fest.

Ich will es an zwei eurer Konfirmationssprüche verdeutlichen, wo dieses feste Ziel auf den Punkt gebracht wird. Da heißt es: „Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ Hier geht es um die Liebe, die wir von Gott empfangen und die wir selbst weitergeben. Sie ist das Hauptziel von Gottes Wegen mit uns. Deshalb sagt es die Bibel an vielen Stellen: die Liebe ist das allergrößte auf der Welt. Der Apostel Pls sagt es in den wohltuenden Worten: „nun aber bleiben Glaube Hoffnung, Liebe; diese drei – aber die Liebe ist die Größte unter ihnen“  Demnach kennt Gottes Navi nur ein Ziel – die Liebe, die sich in unseren Herzen und unter uns ausbreiten soll.

Klingt ja super – aber im Alltag – wenn es mal eng wird und wir nicht mehr weiterwissen – wie sieht es dann aus? Da kann es sein, dass wir der Liebe von Gott nicht mehr so recht über den Weg trauen. Denn die Liebe hat eine Schwester – das Vertrauen. Und daran hapert es manchmal. Da kann es sein, dass wir Angst bekommen oder nicht mehr weiter wissen. Dass wir das Gefühl haben, Gott wäre ganz weit weg. So ging’s sogar den Jüngern damals, obwohl sie zusammen mit Jesus im Sturm auf See waren hatten sie Angst, in den hohen Wellen zu ertrinken, wie wir das eben im Evangelium gehört haben.

Ja, um Vertrauen auf Gott und seine Liebe geht es, wenn ihr gut durchs Leben kommen wollt. Bei Gottes Navi geht es aber nicht wie beim Auto-Navi um die schnellste, die kürzeste oder die wirtschaftlichste Route. Sondern Gott hat uns für den Dschungel des Lebens Orientierungspunkte gegeben. In seiner Navi-Software, der Bibel, stehen auch die 10 Gebote, die Gebote der Nächsten- und  der Gottesliebe und auch die Goldene Regel von Jesus, die heißt: Behandelt die Menschen so, wie ihr selbst von ihnen behandelt werden wollt.

Wenn wir uns darauf einlassen, kann uns der liebevolle Weg zum Ziel glücken. So will Gott euch helfen, gut mit anderen auszukommen. Er wünscht sich auch, dass ihr an ihm dran bleibt. Deshalb gibt es das erste Gebot. Das ist uns oft gar nicht so bewusst. Denn  beim Aufsagen der Gebote haben einige immer so angefangen: „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“ Und haben damit die erste Hälfte des  1. Gebotes ausgelassen. Und da heißt es: ich bin der Herr dein Gott. Das ist das Allerwichtigste. Denn damit erinnert uns Gott: ich bin bei dir – auf all deinen Wegen. Mir darfst du alles anvertrauen was dich bewegt – ob du dich freust, dich ärgerst oder traurig bist. Ich, der Herr, dein Gott bin immer für dich da und zu sprechen. Und weil ich dein Gott bin, habe ich dich lieb – auch dann noch, wenn du mal Mist baust. Mit meiner Hilfe kommst du da wieder raus.

Ja, so helfen uns die Gebote und die Goldene Regel dabei, dass weder Gott noch die anderen Menschen in unserem Leben zu kurz kommen. Und wenn ihr euch danach richtet, dann klappt das Zusammenleben einfach besser. Gerade, wenn’s mal Probleme gibt, ist es gut, Gottes Regeln als Navigationsroute zu benutzen. Das ist viel wichtiger, als einfach nur den kürzesten, den schnellsten  oder den wirtschaftlichsten Weg zu nehmen. Denn solche Wege tun unserer Seele nicht unbedingt gut.

 

III. Ich  wünsche euch von Herzen, dass ihr mit Gottes Navi den richtigen Weg findet. Deshalb: bleibt bewusst dran an Gott und vergesst ihn nicht. Das Dranbleiben ist so wichtig – wie die Updates, die jedes Navi braucht. Denn euer Glauben wird sich auch immer wieder verändern. Wenn sich die Lebenssituation ändert, stellt sich auch die Frage nach Gott anders – und der Glaube braucht dann ein update. Deshalb ist es gut, den Kontakt zu halten – zu Gott und zur Kirche.

In der Konfirmandenzeit wurden bei euch sozusagen Gottes Software aufgespielt –wenn auch mit Lücken – aber das macht nichts. Gott sorgt bestimmt immer wieder mal für ein Update.

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden,  jetzt bin ich am Ende meiner Predigt und ihr seid am Anfang eures weiteren Weges in die Erwachsenenwelt. Mit euren Familien, mit euren Freunden, mit dieser Gemeinde und mit Gott.

Sicher vergesst ihr auch einiges aus der Konferzeit.

Aber eines vergesst bitte nie: Gott geht aufmerksam und liebevoll mit euch mit auf allen euren Wegen. Er bleibt bei euch. Sein Navi will euch auf der Route der Liebe und des Vertrauens führen.

Ich wünsche euch von Herzen, dass ihr dieser Route vertrauen könnt und an Gott dran bleibt. Er steht euch zur Seite, damit ihr den Weg findet und gehen könnt, der gut für euch ist. Amen.

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