Kaufbeurer Credos

Für die Gottesdienste am Sonntag Estomihi, den
Faschingssonntag, habe ich, neben einer gereimten
Predigt, auch das Credo in gereimter Form geschrieben.
Die Gemeinde hat es gemeinsam gesprochen.

Credopsalm 2013
(das „Sela“ wird nicht gesprochen)

Liturg

Einig sind sich die Hermeneuten,
daran gibt es nichts zu deuten,
Gott ist der Schöpfer aller Welten
(es will nicht nur für unsre gelten).
So lesen wir es bei Johann:
ER war im Wort von Anfang an.
ER ließ durchs Wort das Dasein werden.
ER schafft mit Worten uns die Erden.
ER schafft lebendiges Gewimmel
unter seinem großen Himmel,
Pflanzen, Tiere, Frau und Mann.
Das schafft ER sich und auch uns an.
(Sela)

Gemeinde

ER ist’s an den ich glaube.
ER ist der Weinstock, ich die Traube
So kann ich ihn fromm bekennen,
ihn den Allmächt’gen, Vater, nennen
von Ewigkeit zu Ewigkeit.
ER war vor, ist in aller Zeit,
wird über alle Zeit hin sein.
Drauf setz ich mein Vertrau‘n allein!
(Sela)

ER war im – und ER ist im Wort.
Doch ist es ihm nicht eitler Ort,
ER schenkt im Wort den Menschen sich,
ER wird im Wort ‚lebendiglich’.
Wird Fleisch, wird Leib, wohnt unter uns.
Das gilt uns als besondre Gunst.
ER will wie ich geboren werden,
kommt klein und hilflos auf die Erden.
ER, groß von Tat, macht sich ganz klein,
wird nicht leicht zu erkennen sein.
ER lehrt, ER heilt, vergibt die Sünden,
stört viele etablierte Pfründen.
ER ist wie ich zum Heil getauft.
ER wird verraten und verkauft.
ER wird um meiner Sünden Willen
bar allen Schutzes, aller Hüllen,
ans Kreuz geschlagen und geschunden.
ER ist das „Haupt voll Blut und Wunden“.
ER gab für mich den Leib, sein Blut,
tut mir in Brot und Wein drum gut,
ER ist mir so heilig‘s Vermächtnis.
ER ist im Mahl, mir zum Gedächtnis.
ER ist nicht im Tod geblieben
und endete im Grab hinieden.
Das Grab ist leer! – ER, ja, ER lebt!
ER der sich in die Himmel hebt.
ER kommt von dort zum Jüngsten Tag,
dass er mich recht richten mag.
(Sela)

ER west und webt im Heilgen Geist.
der mich die Sünden meiden heißt
ER gibt Kraft, Phantasie zum Leben,
ich will sie fromm von ihm erbeten,
ER ist bei mir am End der Tage.
ER löscht dann alles Leid, all’ Plage.
ER ist die Kraft, kann nie erlahmen.
ER hat dafür mein Ja und Amen!

 

 

Credo Apostolorum 2014

Ich glaube an den großen Gott.
HERR über Leben und den Tod.
Gestalter vom All und Vater von Allem,
auch mich zu gestalten, hat ihm gefallen.
Himmel und Erde gelangen ihm prächtig.
Ich sehe und glaube ihn im All mächtig.
Credo, Gottes Machtschuf das All,
schuf der Sonne Feuerball,
und in seiner Vatertreue
uns des Erdenrundes Bläue.

Ich glaube und vertraue gern,
Jesus ist Sohn des einen HERRN!
Sein Geist wirkt Wunder aller Enden,
Maria wiegt es in den Händen.
Jesus, Leben das aus ihr gekommen,
hat sie demütig angenommen.
Sie hat IHN leiden sehen müssen
Pilatus hat wider besserem Wissen
IHN kreuzigen und sterben lassen,
denen nachgegeben, die Jesus hassen.
Ein frommer Mann hat IHN begraben.
Aber die IHN tot glaubten haben
sich geirrt. ER lebt, besucht
den Höllenort, der verflucht
und fern von Gott verlassen liegt.
ER hat die Macht des Tods besiegt,
hat trotz seiner „fünf Wunden rot“
überwunden Höll und Tod.
Nach dreien Tagen lebt ER auf,
Erscheint lebend dem Jüngerhauf,
versammelt sie und sendet sie
sein Wort verkünden, taufen die,
die ihren Glauben auf IHN bauen
auf seine Gegenwart vertrauen.

So spricht der Sohn, um dann sogleich
aufzufahren ins himmlische Reich.
Zum Glauben uns voraus gegangen,
ist ER zum Vater heimgegangen,
Lebende, Tote, nach deren Trachten und Dichten,
zur Rechten des Vaters sitzend zu richten.
Ich glaube Gottes Kraft beweist
sich für uns im Heiligen Geist.
Der wirkt in Christi Kirchen fort,
zu jeder Zeit, an jedem Ort.
Der heiligt mich mit der Gemeinde,
hat das Unheilige zum Feinde,
heilt durch Vergebung meiner Sünden.
Des Geistes Kraft wird davon künden:
Leben wird nicht im Tode enden,
ewig währt es in Gottes Händen.

Drauf in der Dreifaltigkeit Namen,
spreche ich mein gläubig: Amen.

 

 

Was wir glauben dürfen 2015

Credo Gottes Machtschuf das All,
schuf der Sonne Feuerball,
und in seiner Vatertreue
uns des Erdenrundes Bläue.

Credo, Jesus ist sein Sohn.
Den, der Welt zum Heil und Lohn,
Maria, vom Geist rein erkoren
als ein Menschenkind geboren.
Sein Reden und sein Tun und Lassen
ließen die Herrschenden ihn hassen
sie fingen ihn hielten Gericht
zur Nacht und säumten nicht
ihn zu Pilatus überführen.
Der ließ sich scheinbar nur berühren.
Er ließ ihn schinden, ließ ihn schlagen
zum Hohn den roten Mantel tragen
setzt ihm, Würde und Wert beraubt
die Dornenkrone auf das Haupt.
Er hat denen das Ohr geliehn,
die kreuzige, kreuzige, kreuzige ihn, schrien.
Verurteilt ihn zum Kreuzestod.
Sterbend schreit er nach seinem Gott.
Er stirbt und wird am selben Tage begraben.
Am dritten Tage danach haben
drei Frauen fürchterlich erschreckt
das Grab verlassen, leer entdeckt,
nur sein Grabtuch sie noch finden.
Ein Engel sprach, ihr sollt verkünden:
Jesus lebt ist auferstanden,
ihn hielten nicht der Hölle und des Todes Banden.
Der Gottes und der Menschensohn
fuhr auf, sitzt rechts von Gottes Thron.
Wird je nach ihrem Trachten und Dichten
die Lebenden und die Toten richten.
Da wird sein Lachen und Freude, Weinen und Klage,
wenn er verwirft oder Recht schafft, am jüngsten Tage.

Credo, der Geist ist die heilige Kraft,
die uns als Gemeinschaft der Heiligen schafft,
die sich in Christo zu Kirchen finden
und sich um dessen Willen zu einer soll gründen.
Wir können nur rechtschaffen Leben,
weil uns die Sünden sind vergeben,
für echte Reue, allemal,
zugesagt im Herrenmahl.

Wie an Jesus vorerst geschehn,
werden auch wir vom Tod erstehn
in anderem Wesen und Weben
und ewig mit und bei ihm leben.

So glauben ist wissen! Mehr als ein Ahnen.
Credo. Ich glaube. Dazu mein Amen.

 

 

Was ich glaube 2016

Ich glaube an Gott, den einzig Einen,
Als Vater will er mir erscheinen.
Er ist in und über der Welt,
im Sonnenschein, im Sternenzelt.
Seine Phantasie und Kraft,
seine Liebe alles schafft,
die Himmel und die Erden.
Aus ihr ließ er mich werden.

Ich glaube an Gott, den einzig Einen
Als Mensch, Sohn, Jesus will er mir erscheinen
Maria hat ganz ohne Klagen
den Gottes Sohn ausgetragen.
In Jesus ist Gott Mensch geworden.
Gab auf alte Fragen neue Antworten.
Die festgewachsnen Glaubenswächter
sahen ihn als Gottverächter.
Weg, weg, mit ihm und sie verklagen
ihn, und Pilatus lässt ihn schlagen,
setzt ihm die Dornenkrone auf,
führt ihn nach Golgatha hinauf.
Am Kreuz findet er dort den Tod,
ruft nach Gott in seiner Not,
des Vaters Willen zu erfassen:
Wozu, Gott, hast du mich verlassen?
Der schweigt zu diesen letzten Fragen.
Lässt ihn aber nach dreien Tagen,
von den Toten auferstehen
um ihn im Himmel aufzunehmen,
zur Rechten sitzend und zu richten
dann der Menschen Trachten, Dichten.
Ich glaube an Gott, den einzig Einen.
Im Heiligen Geist will er mir erscheinen.
Will in Kirchen wesen, weben,
will dass wir uns vergeben,
so wie Jesus uns vergibt,
der für uns den Tod besiegt,
dass auch wir einst auferstehn,
in Gottes Herrlichkeit eingehn.
Das ist weit mehr als nur ein Ahnen.
Ich vertraue fest darauf. Amen.

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