Im Segen ernten (2 Kor 2,9)

2 Kor 2,9
Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen.

Liebe Familie Xxx, liebe Familie Xxx, liebe Angehörige und Freunde, liebe Trauergemeinde. Vergangenen Mittwoch wurde unser Bruder in Christo Herr Xxx vor seinen Schöpfer gerufen.

xxx Jahre durfte Herr Xxx nur erleben – viel zu früh wurde er uns entrissen, viel zu plötzlich kam sein Tod. Fassungslos stehen wir heute hier – noch können wir es nicht begreifen, und dennoch ist es geschehen: unser Bruder in Christo ist schon in der jenseitigen Welt.

Ich stelle das Gedenken an Herrn Xxx unter ein Wort aus der Heiligen Schrift, welches zugleich sein Konfirmationsspruch aus dem Jahre 1969 gewesen ist. Wir lesen es im 2. Brief des Paulus an die Korinther im neunten Kapitel, den sechsten Vers: „Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen.“

Liebe Gemeinde, was für ein kraftvolles Wort für einen Jugendlichen am Tage seines Bekenntnisses zu unserem Gott! Geboren wurde unser Bruder in Christo am xxx in xxx, jetzt xxx und er wurde in xxx 14 Jahre später konfirmiert mit dieser Verheißung. Vielleicht hat sich unser Bruder in Christo dieses Wort selbst ausgesucht, so wie es heute die meisten Konfirmanden machen dürfen, denn es gab eine Zeit in seinem Leben, da war er stark beeindruckt durch das persönliche Leben und Zeugnis eines Geistlichen und er wollte diesen Weg selbst gehen. Beruflich ist es schließlich anders gekommen: Weder hat er die Schreinerwerkstatt seines Vaters übernommen, in welcher er – zusammen mit seiner jüngeren Schwester – immer viel hat arbeiten müssen, noch hat er diesen geistlichen Weg weiter verfolgt. Elektrotechnik hingegen ist seine Arbeitsrichtung geworden – so ist er zur Deutschen Post und DHL gekommen, durch welche er früher auch viel unterwegs war. Aber vielleicht ist ihm jenes Schriftwort im Geiste geblieben und er hat es angenommen und gelebt: „wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen.“

Liebe Trauergemeinde: es ist ein durchgängiges Bild, welches ich aus meinen Gesprächen mit den Menschen, die ihm nahe standen mitgenommen habe: für viele Menschen war er selbst ein Segen geworden durch seine Art mit dem Nächsten umzugehen. „Die Geduld in Person“, so habe ich es gehört, ruhig und ausgleichend. Das haben die Menschen an ihm geschätzt, dafür waren sie ihm dankbar, Freunde wie Kollegen. Ein guter Zuhörer sei er gewesen und war in dieser Geduld bereit, vielen Menschen weiter zu helfen. Diese Schätze des Schenkens und Weitergebens, liebe Gemeinde, sind es wert, gesammelt zu werden! Aus diesem Schatz wird er nun ernten und selber Segen empfangen. Diese Gewissheit seines Konfirmationsspruches wird er nun spüren dürfen. „wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen.“

Bei all dem war er kein Mensch, der sich anderen aufdrängte, sondern eher einer, der zurückgezogen und still die Dinge tat, die er für richtig hielt. Nicht wenigen hat er etwa von seiner Freude an der Mathematik weitergegeben und ihnen so geholfen, angefangen mit der jüngeren Schwester, für die er oft wie ein Vater gesorgt hat, hin zu seinen eigenen beiden Kindern. Dort lag auch seine Freude: gerne war er zuhause bei Frau und Kindern und so darf man es vielleicht eine Gnade nennen, dass er auch zu Hause sterben durfte und seine Ehefrau und Tochter bei ihm sein konnten. „Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen.“ Zwei andere Freuden waren ihm noch wichtig: das Motorradfahren und seine Leidenschaft zum Skat, welches er im Verein in Nürnberg spielte. Dort hat er sich ebenfalls eingesetzt und engagiert, auch Vorstand ist er eine Zeit gewesen.

Nun ist der ranghöchste Trumpf ausgespielt und unser Bruder in Christo wird seinen Einsatz belohnt sehen in jenem Reich Gottes, das wir hier auf Erden nur erahnen können.

„Wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen.“

Daran wollen wir uns halten. Daran, dass wir ihn gut aufgehoben und bewahrt glauben dürfen. Daran, dass wir solch schönen und trostreichen Bilder von ihm behalten dürfen, die die Kraft haben, auch eine kommende, schwere Zeit tragen zu können.

Grab und Grabstein, zu welchem wir nachher gehen können nur die sterblichen Überreste fassen und sie sind geeignet, uns als Ort der Sammlung und Erinnerung zu dienen. Fassen aber können sie die Person, die Gott geschaffen hat, nicht. Diese ist bereits zum Schöpfer heimgekehrt, darf ihn sehen von Angesicht zu Angesicht. Dort ist sie entgrenzt und befreit von all dem, was uns hier auf Erden zur Sorge dienen mag.

Diesen Trost haben wir für unsere Toten – es ist die Verheißung, auf die hin wir alle getauft sind.

Uns bleibt es, die Angehörigen zu trösten, soweit wir es selbst vermögen. Am besten, indem wir selbst zum Zeugnis werden für die Wahrheit, die sich im Konfirmationsspruch von Hr. Xxx ausdrückt: „„Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen.“

Und der Friede Gottes, der tröstlicher ist, als alles andere auf dieser Erde, bewahre Eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.

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