Im Glauben gestorben (Röm 1,16)

Röm 1,16
[16] Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben.

Liebe Familie Xxx, liebe Familie Xxx, liebe Angehörigen und Freunde, liebe Trauergemeinde.

Diesen Dienstag wurde unser Bruder in Christo Xxx im Alter von 81 Jahren vor unseren Schöpfer gerufen. Herr Xxx verstarb nach längerer Krankheit bei seinem letzten Aufenthalt im Krankenhaus in Lauf unerwartet nach einer Operation.

Ich möchte das Gedenken an ihn unter ein Wort aus der Bibel stellen. Wir finden es beim Apostel Paulus im ersten Kapitel, den Vers 16. Dieses Bibelwort ist zugleich der Konfirmationsspruch von Herrn Xxx. Dort lesen wir:

[TEXT]

Von unserem Bruder in Christo darf man sagen, dass ihm dieses Bibelwort sehr wichtig geworden ist in seinem Leben, genauso wie seine Konfirmation und alle Jubiläumsfeiern zu diesem Festereignis: alle Urkunden darüber hat er aufbewahrt – und die Fotos erzählen bis heute ihre eigene Geschichte darüber. Herr Xxx war ein treuer Kirchgänger mit einem festen Platz in unserer schönen Matthäuskirche: ja – er hat sich des Evangeliums nicht geschämt. So lange es ihm seine Krankheiten erlaubten, stieg er die Stufen hinaus in unser Haus Gottes, um dort dieses Evangelium zu hören. In diesem Glauben ist er gestorben und das ist bereits der stärkste Trost, den wir Lebenden haben können. Herr Xxx ist in Gott gestorben und er wird in diesem Glauben von Gott empfangen werden im seinem ewigen Reiche.

1924 wurde unser Bruder in Christo geboren, wo er in seinem Elternhaus in Xxx aufwuchs. Dort spielte sich sein ganzes Leben ab. Die einzige Unterbrechung war für ihn der Krieg, in den er mit 18 Jahren ziehen musste und der ihm eine schwere Schussverletzung im Balkan einbrachte. So verwundete durfte er heimkehren und er blieb in Xxx, fand dort seine große Liebe, die er 1955 heiratete. So hatte das Ehepaar xxx noch die Gnade die goldene Hochzeit feiern zu dürfen. Zwei Kinder wurden der Familie geschenkt, drei Enkelkinder und ein Urenkel sind inzwischen da. „Das Evangelium ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben.“ Vielleicht darf man das so sehen: mit seiner Kraft des Glaubens, das heißt: mit seinem Vertrauen zu Gott gelang ihm dieses Leben in der Familie und in der Ehe. So habe ich es gehört: „Wir haben eine gute Ehe geführt in Liebe.“ Auch die Arbeit in der Landwirtschaft war für unseren Bruder in Christo sehr wichtig: „Urlaub braucht man nicht.“ – so waren seine Worte, und wenngleich er durch seine Verletzung Anspruch darauf hätte geltend machen können, ist dies nie geschehen. So blieb er bei seiner Scholle und die Familie mit ihm. Erst 1986 übergab er den Betrieb der Familie seiner Tochter und er selbst schaltete ein wenig zurück und noch später begannen dann die verschiedenen Krankheiten, die ihn immer wieder ins Krankenhaus führten und sein Leben zunehmend beeinträchtigten. „Das Evangelium ist eine Kraft Gottes.“ Ich bin mir sicher, liebe Gemeinde: unser Bruder in Christo hat diese Kraft für sein Leben und Sterben gespürt. Seine Schwester wurde erst vor 14 Tagen beerdigt, auch sie starb im Krankenhaus. Er aber konnte im Glauben an Gott die Worte sprechen: „Ich bin jederzeit bereit“. Wer kann das schon von sich sagen? Weil wir wissen, liebe Gemeinde, dass Herr Xxx in diesem Glauben vor seinen Schöpfer gerufen wurde, dürfen wir ebenfalls gewiss sein, dass er bereits angekommen ist in dem Land der Verheißung. In dem Land, auf das wir im Glauben alle zuschreiten – das Land, die Stadt im Bilde der Bibel, die keinen Schmerz mehr kennt, kein Leid; eine Stadt, wo die Menschen einander immer in Freundlichkeit begegnen, wo der Tod und das Böse nicht mehr gekannt werden. Ein Leben vor Gott – ihn zu schauen von Angesicht zu Angesicht.

In diesem tiefen Frieden, liebe Gemeinde, dürfen wir Herrn Xxx ziehen lassen. Er ist bereits gehalten, er ist bereits getragen. Er hat uns unendlich viel voraus. Er erlebt bereits, wie sein Konfirmationsspruch und seine Taufverheißung an ihm Wirklichkeit werden.

Zurück bleiben wir, allen voran die geliebte Ehefrau und die Familie, aber auch wir als Gemeinde und Freunde. Wir bleiben diesseits der Schwelle, die wir nur erahnen können, im Leben aber niemals überschreiten. Wir bleiben mit Trauer im Herzen, denn die Lücke, die Herr Xxx reißt, ist nicht wieder aufzufüllen. Wir erleben den Verlust: sein Platz in der Kirche ist leer, seine Anwesenheit in der Familie fehlt, die Runde unter Freunden, die bis vor wenigen Jahren noch pflegte ist verwaist.

Aber, liebe Gemeinde, etwas Stärkeres als die Hoffnung, die sein Konfirmationsspruch uns zuruft, kann es gar nicht geben: „Glaubt an das Evangelium – es ist eine Kraft, die selig machen kann den, der sich darauf einlässt.“ In unserem Gedenken an ihn ehren wir auf vorbildliche Weise, wenn wir selbst uns auf den Weg einlassen, dem er vertraut hat.

Sich im Leben diese Gewissheit zu holen, die der Glaube an Gott verspricht, ist eine der größten Stärken, die einen Menschen als Geschöpf Gottes auszeichnen kann. Unserem Schöpfer zu antworten mit unserem Vertrauen: „ja, ich lege mein Leben und mein Sterben in deine Hände“, denn das Sterben gehört mit zum Leben und alles, was wir in dieser Welt erfahren, wissen wir von dir geborgen und behütet. „Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben.“

Herr Xxx wird nun bald auf diesem Friedhof seine letzte Ruhestätte erhalten. Aber, liebe Gemeinde, denken Sie daran: dort finden wir unseren Bruder in Christo nicht mehr! Dort ist er nicht, er ist schon bei Gott. Das Grab und der Grabstein, die Worte und alle Blumen am Grab sind nur für uns: zur Sammlung, zur Erinnerung, um unserem Gedenken an ihn einen Anhalt zu geben. Uns Christen aber bleibt die Aufgabe, zu trösten und zu stützen, soweit es möglich ist. Seien, wenn Sie es vermögen, bei den Trauernden, bei der Witwe und ihrer Familie. Begleiten Sie und helfen Sie, so lange es nötig ist und geben sie darin ein Beispiel dafür was es heißen kann: „Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben.“

Und der Friede Gottes, der mehr Trost bietet, als alles andere auf dieser Welt, bewahre eure Sinne und Herzen in Christus Jesus.

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