Gute Werke müssen sein

Liebe Gemeinde!

Wir nennen uns evangelisch, weil heute vor 496 Jahren Martin Luther 95 Thesen an die Schloßkirche von Wittenberg angeschlagen hat. Aber sind wir noch wahrhaft evangelisch? Was ist evangelisch? Was bedeutet reformatorisch leben? Was sind die Kriterien.

Sicherlich der erste Satz, der 95 Sätze, der ganz oben stand, der von allen damals als erster gelesen wurde. Da heisst es: Wenn unser Herr und Meister Jesus Christus spricht: Tut Buße und glaubt an das Evangelium, so hat er gewollt, dass das ganze Leben eine echte Reue und Buße sein soll.

Also nicht nur im Sonntagsgottesdienst soll man demütig das Haupt senken, nicht nur in der Gemeinschaftsstunde, nicht nur im Haukreis, nicht nur in der Jugendarbeit.

24 Stunden am Tag wollen wir uns das zu Herzen gehen lassen, was es bedeutet hat, dass Jesus Christus für unsere Sünden am Kreuz gestorben ist, aus 5 Wunden geblutet hat, und dadurch uns die Möglichkeit eröffnet hat, im Jüngsten Gericht zu bestehen.

Darum geht es? Die Kernfrage der Reformation lautete: Wie bekomme ich einen gnädigen Gott? Was muss ich tun, dass ich im Jüngsten Gericht bestehe? Gute Werke tun? Leistungen vollbringen. Gott mir einem lieblichen Opfer rumkriegen? Mitnichten.

Einen gnädigen Gott bekomme ich dann, den ich auch brauche. Wenn Jesus Christus mein Herr und Heiland im Leben und im Sterben ist. Da genügt es nicht, dass ich das mit Worten äußere, es genügt nicht, dass dass eine gewisse Frömmigkeit äußerlich wahrgenommen wird. Nein der ganze Glaube sollte eine Herzensangelegenheit sein.

Jesus im Herzen haben. Von Christus durchdrungen sein. Das rettet im Jüngsten Gericht. Und das zählt allein am Ende.

Wenn ich mich mit Freunden unterhalte über so manche bedenkliche politische oder theologische Entscheidungen von Verantwortlichen. Nehmen wir die Abtreibung. Die Bundestagsabgeordneten haben abgestimmt, die Gerichte haben gesagt: rechtswidrig aber starffrei, die Rosenheimer Erklärung hat das Ihre dazu bei getragen. Das ist eine Sache, ein Unrecht, das 1000tausendmal im Jahr passiert. Wir habens so hingenommen. Und ih frage dann in Diskussionsrunden. Haben die denn keine Angst vor dem Jüngstren Gericht. Und es gibt ja auch andere ethische Entscheidungen, die wir jetzt nicht ausbreiten wollen. Haben die verantsortlichen denn keine Angst vor dem Jüngste Gericht?

Aber wir wollen nicht nur auf die anderen blicken, sondern auf uns selbst schauen, in uns selbst hineinsehen. Wie geht es uns. Bekommen wir einen gnädigen Gott im Jüngsten Gericht. In den Psalmen steht: wAS KLAGT DER Mensch, solange er lebt, ein jeder klage über seine Sünde.“

Für Martin Luther und die Reformatoren ging es um das selige Sterben, das gnädige Heiumgehen. Furchtlosigkeit vor dem, was kommt. Und wenn es kommt, dann die Erkenntnis zu haben: ich weiss, wohin die Reise geht.
Wohin geht die Reise. Bin ich gerettet?

Katholiken haben keine Heilsgewissheit sagte mir vor ein paar Jahren ein katholischer Kaplan aus Sachsen / Lichtenau. Katholiken haben keine Heilsgewissheit. Und du hast du Heilsgewissheit? Das ist ja auch eine Erkenntnis der Reformation. Diese Heilsgewissheit. Hast du sie mit allen Konsequenzen. Weisst du sicher: iCH KOMME IN DEN hIMMEL: Oder nichts genaues weiss man nicht.

Wir wollen uns die Heilsgewissheit aber nicht einreden, sondern etwas dafür tun? Haben wir richtig gehört,a lso doch gute Werke. Ja ich denke. Gute Werke sind notwendig. Und das entscheidet dann über die Heilsgewissheit.
Es gibt die sogenannten guten Werke, die losgelöst von Christus, ohne ihn getan werden. Die gut ankommen in der Gemeinde, in der Gesellschaft usw. Sie verbrennen im Feuer. Sie taugen nicht für die Ewigkeit.
Und es gibt die guten werke, die aus dem Glauben an Christus kommen, die notwendig sind, selbstverständlich, damit wir gerettet werden.

In der Augsburgischen Konfession, einer unserer Hauptbekenntnisschriften Nr. 20 heisst es: "Ferner wird gelehrt, dass gute Werke geschehen sollen und müssen, aber nicht, dass man darauf vertraut, durch sie Gnade zu verdienen, sondern um Gottes willen und zu Gottes Lob. Der Glaube ergreift immer nur die Gnade und die Vergebung der Sünde; und weil durch den Glauben der Heilige Geist gegeben wird, darum wird auch das Herz befähigt, gute Werke zu tun. 
Deshalb ist diese Lehre vom Glauben nicht zu schelten, dass sie gute Werke verbiete, sondern vielmehr dafür zu rühmen, dass sie lehrt, gute Werke zu tun, und Hilfe anbietet, wie man zu guten Werken kommen kann. Denn außer dem Glauben und außerhalb von Christus ist menschliche Natur und Vermögen viel zu schwach, gute Werke zu tun, Gott anzurufen, im Leiden Geduld zuhaben, den Nächstenzulieben, befohlene Ämter fleißig auszurichten, gehorsam zu sein, böse Lust zu meiden usw. Solche hohen und rechten Werke können ohne die Hilfe Christi nicht geschehen, wie er selbst sagt: "Ohne mich könnt ihr nichts tun" (Joh 15, 5)."

Wenn wir diese guten Werke tun und wir können sie tun, wenn wir Christus kennen, dann werden wir selig.
Also, ob wir Christus im Herzen tragen, können wir schon an der Frucht der Werke sehen:

Gott anzurufen, im Leiden Geduld zuhaben, den Nächstenzulieben, befohlene Ämter fleißig auszurichten, gehorsam zu sein, böse Lust zu meiden usw.

Alles geschieht nur durch Christus.

Pastor Wilhelm Busch erzählt in einem seiner bedeutendsten Werke: Vor Jahren ist ein seltsames Buch erschienen. Es hatte den Titel: Briefe aus der Hölle: Darin hat sich einer ausgemalt, wie wohl die Hölle aussehen könnte.

Da gibt es eine eindrückliche Szene.

Der Wanderer geht über eine endlose, graue Steppe. Überall sieht er Menschen sitzen. Sie haben zerquälte Geichter, sie raufen sich die Haare, sie sitzen und stützen den Kopf schwer in die Hand, sie scheinen ratlos zu sein. Es ist so, al ob sie mit schärfster Konzentration über irgendetwas nachdenken. Die Leute können einem leid tun.

Worüber denkt ihr nach? Fragt der Wanderer sie.

Über einen Namen.

Über einen Namen, über welchen Namen denn?

Ja, da wissen wir eben nicht. Das ist ja gerade unser Unglück.

Was, das wisst ihr nicht? Ihr denkt über einen Namen nach, den ihr nicht kennt? Das verstehe ich aber wirklich nicht.

Ja, sagen die Verdammten, wir wissen nur so dunkel, dass es einen Namen gibt, einen starken und herrlcihen Namen. Wenn wir diesen Namen anrufen könnten, dann könnten wir sogar hier aus der Hölle errettet werden. Bei Lebzeiten haben wir einmal diesen Namen gehört. Aber wir haben nicht darauf geachtet. Und nun können wir ihn eben nicht mehr finden. Kannst du uns nicht den Namen sagen.

Dann hängen sich die Verdammten an den Wanderer, flehen und bitten, betteln und winseln, ob er ihnen nicht den Namen nennen könnte.

Das Erschütternste aber kommt dann erst.

Der Wanderer nennt ihnen nun den namen, den einen, großen herrlichen Namen, den Namen Jesus. Aber so deutliche er ihnen auch den Namen sagen mag., es ist als könnten sie ihn nicht verstehen. Schließlich ruft er ihn so laut, dass es wie das Heulen eines Orkan ist, er schreit ihn in alle Winde, er meint, es müsste ihnen in den Ohren dröhnen – aber es ist als sei ihr Ohr verstopft. Sie können den Namen nicht hören. Sie haben kein Organ mehr, ihn zu vernehmen.

Da wendet er sich traurig von ihnen. Wie schrecklich ist das: Der Name ist da, aber sie können ihn nicht mehr finden. Und ob man den Namen ihnen auch sagt, sie können ihn nicht fassen.

Das wird die schrecklichSTE hÖLLE SEIN;: dass man den Namen nicht emrh wissen darf, durch den wir Rettung und Seligkeit erlanghen. Gott helfe uns, dass wir diesen Namen ernst nehmen, lieb gewinnnen, anrufen und die guten Werke tun, die notwendig sind, um selig zu werden.

Damit Heilsgewissheit nicht ein bloßes Wort eine theologische Aussage ohne Inhalt sei, und man sich selbst betrügt.

Handeln wir, solange es noch Zeit ist.

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