Gott durchkreuzt unsere Lebenswege (1. Kor 13,13)

1. Kor 13,13
[13] Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

Liebe Eltern unserer N.N., liebe Großeltern und Paten, werte Gemeinde!

Heute ist für Sie alle und besonders für N.N. ein wichtiger Tag mit einem herausragenden Ereignis, denn heute wird N.N. getauft. Über die Taufe ist unendlich viel geschrieben und gesagt worden und alles, was ich gelesen, gehört und selber gesagt habe, ist alles richtig und hat alles seine Berechtigung. Kann man das Wesen und die Bedeutung der Taufe auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner bringen, lassen sich alle hochgelehrten Aussagen in einem Satz zusammen fassen? Ich denke schon. Mit der Aussage: Gott ist die Liebe und seine Liebe gilt der kleinen N.N. Gott ist die Liebe und diese Liebe wird heute durch die Taufe öffentlich gemacht, Gott selber bekennt sich zu diesem Kind und zu seinen Eltern. Das ist großartig, dass sich Gott, den wir nicht sehen, der aber uns sieht, in unsere Gemeinde kommt und zwar nicht mit leeren Händen, sondern mit einem Versprechen. Und dieses Versprechen lautet: Ich werde N.N. begleiten, ich werde an jedem Tag ihres Lebens bei ihr sein und auf sie aufpassen. Dieses ist das große Angebot an unseren kleinen hübschen Täufling und dieses Versprechen findet sich auch wieder in dem Taufspruch, den Ihre Tochter heute bekommt: Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung ,Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

Am Anfang steht der Glaube, dass das was ich Ihnen heute sage, wahr ist. Am Anfang steht der Glaube, dass Gott sich in seinem Sohn Jesus Christus aufgemacht hat in diese Welt, um den Menschen zu zeigen, wie sehr er sie liebt. Diese Liebe wird bewahrheitet in Kreuz und Auferstehung. Und dieses Kreuz und seine Auferstehung haben ganz direkt zu tun mit uns und mit dem kleinen Täufling. Denn die erste Berührung mit der Kirche bekam N.N. heute durch das Kreuzeszeichen an der Stirn und an der Brust. Diese Handlung ist weit aus mehr als nur ein Teil einer Zeremonie, denn Gott selber bindet sich durch dieses Zeichen an Ihr Kind. Das ist geheimnisvoll und mit unserem Verstand nicht ohne weiteres nachzuvollziehen und dennoch ist dieses Kreuz wenn Sie so wollen, das Markenzeichen für Gottes Geleit. Das zweite in der Aufzählung des Taufspruches ist der Begriff der Hoffnung. Ohne Hoffnung kann ein Mensch nicht leben. Das werden Sie sicherlich auch noch im Leben Ihrer Tochter erfahren. Man braucht immer wieder die Hoffnung, dass es weitergeht, dass man von einer Krankheit genesen wird, dass Probleme, die es auch im Leben von N.N. geben wird, gelöst werden können. Von solcher einer Hoffnung für uns leben wir alle und ohne eine solche Hoffnung kann kein Mensch auf Dauer leben.

Im Taufspruch gesellt sich noch ein drittes Wort dazu. Die Liebe, von der es heißt, sie sei die größte unter ihnen. Liebe ist ein Geschenk und dieses Geschenk kann erst dann so richtig zur Entfaltung kommen, wenn wir sie, die Liebe, weitergeben. Wir als Gemeinde an einander und Sie als Eltern, Großeltern und Paten an N.N. und an die Menschen für die Sie Verantwortung tragen. Wenn man jemanden liebt, dann hat man Verantwortung für ihn. All das ist weitaus mehr als wir aus eigener Kraft vermögen und deswegen ist es gut, das Gott heute unseren Weg erneut durchkreuzt. Und das wird er immer wieder tun, denn Gott geht mit, still und unerkannt, wie es in einem Lied heißt. Gott wird dieses Kind begleiten, so wie er es auf seine Weise bei uns allen immer getan hat und immer wieder tun wird. Dazu eine kleine Geschichte, die das verdeutlichen soll:

Ein englischer Künstler bekam einmal den Auftrag in einer großen Kirche ein Deckengemälde anzufertigen. Das Gerüst war bereits aufgestellt. Hoch oben in der Kuppel sollte das Gemälde entstehen. Der Maler hatte seinen Lehrling mitgebracht, der ihm die Farben anmischen und ihm die Pinsel reichen sollte. Gemeinsam bestiegen sie das Gerüst. Ganz oben angekommen, machte sich der Maler gleich an die Arbeit. Er hatte bereits genau im Kopf, wie das Bild aussehen sollte. Die beiden kamen gut voran und nach gar nicht allzu langer Zeit war schon ein Großteil des Bildes fertiggestellt. Nun, da es fast fertig war, wollte der Maler sich das Bild einmal im Ganzen anschauen. Wie es nun Malerart ist, betrachtete er das Bild, indem er langsam zurückschritt. Ganzin sein Bild vertieft, merkte er nicht, wie er sich dem Abgrund näherte. Nur einen Schritt noch. Ein Schritt und der Meister stürzt in den Abgrund. Plötzlich nimmt der Lehrling den Pinsel und macht zwei dicke, schwarze Striche durch das Gemälde. Wutentbrannt und außer sich vor Zorn stürzt der Meister nach vorne zum Lehrling und brüllt ihn an: „Was hast Du getan? Du hast mein ganzes Bild zerstört. Es war schon fast fertig und Du machst es mit zwei Strichen zunichte. Darauf antwortet der Lehrling: „Ich habe zwar das Bild zerstört, aber den Meister gerettet.“ Da erst sah der Künstler, was geschehen wäre …

Liebe Gemeinde, so kann es, so wird es sein: Gott durchkreuzt unsere Lebenswege. Er durchkreuzt unsere Vorstellungen und Einsichten. Und das tut er nicht, um uns zu schaden oder um uns zu beschämen, denn Gott muss so handeln, um uns zu retten.

Liebe Eltern, ich wünsche Ihnen gute Erfahrungen mit diesem Gott. Ich wünsche Ihnen zusammen mit N.N., dass der Taufspruch Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen sich in Ihrem weiteren Leben bewahrheitet.

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