Geburtstagswünsche

Morgen ist Pfingsten. Und diesem Fest fünfzig Tage nach Ostern, verdanken nicht wenige Menschen ihr verlängertes Wochenende, ohne dass sie eigentlich wissen warum. Man kanns auch anders sehen.

Morgen feiern ziemlich viele Menschen Geburtstag. Nicht ihren eigenen, sondern den Geburtstag der Kirche. Und wenn ich sage Geburtstag, dann meine ich das ganz bewusst. Denn die Kirche ist nicht gegründet worden, wie ein Verein oder eine Firma. Es war Gottes Geist, der sie ins Leben rief.

Er kam wie ein Sturmwind, beschreiben Augenzeugen dieses Ereignis und auch heute höre ich immer wieder mal etwas von Begeisterungsstürmen. Leider nur in Sportübertragungen. Damals in Jerusalem waren sie jedenfalls begeistert. Aus eher ängstlichen Menschen, wurden Menschen, die aus sich herausgingen und sich trauten, den Mund aufzumachen.

Doch das eigentliche Wunder war. Menschen, die sich einander völlig fremd waren, Menschen aus den verschiedensten Kulturkreisen und Ländern, verstanden einander und kamen miteinander ins Gespräch. Als die Kirche geboren wurde wirbelte der Begeisterungssturm ziemlich viel Staub auf.

Mittlerweile ist die Kirche jedoch in die Jahre gekommen. Beim Stichwort Kirche denken viele Menschen, und wer wollte es ihnen eigentlich verdenken, erst einmal eher an erstarrte Institutionen, an Verwaltungsstrukturenreformen, als an frischen Winde und Begeisterung. Statt Staub aufzuwirbeln, hat sie eher Staub angesetzt.

Und doch gibt es auch für mich immer wieder die Erfahrung, dass Menschen vom Geist Gottes bewegt und verändert werden und dass fortan ein frischer Wind weht. Menschen erfahren neuen Mut und neue Lebenshoffnung. Menschen gehen aufeinander zu, halten nicht mehr still, machen den Mund auf.

Und ich denke, das wird auch immer wichtiger in Zeiten, in denen christliche Werte verloren gehen und Menschen sich immer mehr auf dem Rückzug in ihre Privatsphäre befinden. Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung sind keine Luxusgüter, die man sich leisten kann oder nicht, sondern elementare Voraussetzungen des Lebens. Kann man der Kirche etwas zum Geburtstag wünschen? Ich versuche es mal.

Ich wünsche der Kirche, dass sie in ihren Strukturen mutiger wird, und frischen Wind hereinlässt. Das kann nicht von oben durch die Kirchenleitung geschehen, sondern nur durch die Gemeinden.

Ich wünsche ihr, dass sie mutiger wird in ihrer Rede und nicht so sehr darauf achtet, ob auch alles so schön ausgewogen formuliert ist, dass sie auch ja nicht aneckt. Wer Profil hat und zeigt, der hat eben auch Ecken und Kanten.

Ich wünsche der Kirche aber vor allen Dingen Menschen, die sich nicht zufrieden geben mit dem Bild von einer verstaubten und veralteten Kirche. Menschen, die in ihrem Leben nach Gott fragen und sich von seinem Geist bewegen lassen.

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