Erdbeertörtchen

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, liebe Gemeinde!

Ich hoffe, dass bei euch zuhause alles vorbereitet ist für den großen Tag heute: Nach fast 2 Jahren Konfirmandentreff am Dienstag feiern wir heute in diesem Gottesdienst eure Konfirmation; das heißt, dass ab heute eure Zeit in dieser Gemeinde erst richtig losgeht. Das soll gebührend gefeiert werden, hier in der Kirche, und nachher zuhause oder auch in einem Lokal. Das Mittagessen ist bereitet, und bei vielen geht’s dann mit Kaffee und Kuchen weiter. Vielleicht gibt es bei dem einen oder anderen ja auch Erdbeertörtchen; mir selber schmecken sie ganz gut, und damit bin ich wohl nicht alleine. Jetzt in der Erdbeerzeit sind sie sehr beliebt. Grund genug, sich mal ein paar mehr Gedanken über sie zu machen; es ist nämlich überraschend, was da alles drinsteckt.

Da ist der Boden. Wenn er gelungen ist, dann ist er locker und leicht, eine gute Grundlage, auf die der Bäcker die anderen Zutaten legt. Wäre er nicht da, dann hätten die Erdbeeren keinen Zusammenhalt; man könnte sie wohl einzeln essen, aber ein Stück Kuchen würde nicht daraus.

Unser Boden als Gemeinde, unsere Grundlage, auf der wir unseren Zusammenhalt aufbauen, ist Gottes Wort. Gottes Wort, so wie Jesus es uns in seinen Geschichten und seinen Taten vermittelt hat. Unsere Grundlage des Zusammenlebens ist es, aufeinander achtzugeben, uns nicht gegenseitig zu verletzen, sorgsam miteinander umzugehen. Nächstenliebe nennt die Bibel das. Das Motto der Gesellschaft: ‚Nimm, was du kriegen kannst‘, das gilt bei uns nicht. Bei uns heißt es: Achtet darauf, dass jeder kriegt, was er braucht. Manchmal vielleicht sogar etwas mehr, niemals aber weniger.

Das ist der Boden, auf dem wir leben, der zu uns als Gemeinde gehört.

Auf den Boden aufgelegt sind die Erdbeeren, Früchte also. Süß und schmackhaft, schön in ihrer Farbe. Der Boden alleine wäre zwar nicht ungenießbar, aber doch ziemlich dröge. Den richtigen Geschmack bekommt das Erdbeertörtchen erst durch die Früchte.
Die Früchte in unserer Gemeinde, das, was unserem Gemeindeleben seinen Geschmack gibt, das sind wir alle. Ohne die Menschen, die sich für eine Gemeinde einsetzen, wäre es ziemlich dröge hier. Würde es nicht immer wieder Menschen geben, die ihre Zeit und ihre Kraft für uns einsetzen, Vieles wäre gar nicht möglich. Stellt euch ein Jugendhaus ohne ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vor. Die Hälfte des Programms müsste entfallen. Stellt euch einen Kindergarten vor, in dem keine Eltern bereit wären, mit anzupacken: Das neue Außenspielgelände könnten wir vergessen, wir könnten es nicht bezahlen. Stellt euch ein Gemeindezentrum vor, in dem nicht der eine oder andere etwas dazu beiträgt, dass sich hier Menschen treffen können: Wir könnten es bald schließen. Unsere Gemeinde lebt davon, dass sich immer wieder Menschen bereit finden, etwas zu tun. Diese Menschen machen unser Gemeindeleben so schmackhaft. Sie sind die Früchte. Dazu könnt auch ihr gehören, und gehört ihr ja teilweise auch schon. Also: Seid Früchtchen in unserer Gemeinde, belebt uns mit euren Ideen und euren Gedanken, mit eurer Fähigkeiten und eurer Lebendigkeit. Es wird uns gut tun.

Über die Erdbeeren kommt auf das Törtchen ein Tortenguss. In der Regel ist er durchsichtig; er hat auch nicht viel Eigengeschmack. Aber er ist wichtig: Er gibt dem Ganzen den nötigen Halt nach oben. Wäre er nicht da, der Geschmack würde sich kaum verändern, aber die Gefahr, dass die eine oder andere Erdbeere herunterfällt, wäre groß. So unscheinbar wie der Guss ist, so wichtig ist er doch.

Das, was uns als Gemeinde den nötigen Halt nach oben gibt, ist Gottes Geist. Er erinnert uns immer wieder daran, dass wir zusammengehören. Er sorgt dafür, dass keiner herausfällt aus dem Gemeindeleben, dass wir zusammenhalten und beieinander bleiben. Oft wirkt er sehr unscheinbar und unauffällig, so wie ein guter Schiedsrichter beim Sport: Man bemerkt ihn kaum, und dennoch hat er das Spiel fest im Griff und sorgt dafür, dass die Regeln eingehalten werden und niemand verletzt wird. Deshalb ist er unverzichtbar. Er erinnert uns daran, dass Gott uns einige gute Hinweise für ein gelingendes Zusammenleben gegeben hat, an denen wir uns orientieren können. Ohne diesen Geist würden wir zerfallen.

Als krönender Abschluss auf dem Erdbeertörtchen: Das Sahnehäubchen. Es verfeinert einfach jedes Gebäck, ja, ist sogar sprichwörtlich geworden für alles, was besonders gut gelungen ist. Das Tüpfelchen auf dem ‚i’. (Sahne draufmachen)

Unser Sahnehäubchen, das sind die besonderen Veranstaltungen, die hier im Laufe eines Jahres in der Gemeinde passieren. Wie heute das Fest der Konfirmation etwa. Oder wie das Gemeindefest, zu dem ihr Ende Juni alle eingeladen seid. Oder wie die Vorstellungsgottesdienste, die wir Anfang des Jahres gefeiert haben. Oder die Oldiefeten, der Kinder- und Jugendtag, die Jugendgottesdienste, die Partnerschaftsbegegnung, die vor gut einer Stunde zuende gegangen ist, die Ferienspiele, der Waldgottesdienst und und und. Ich könnte vieles aufzählen. Das liegt daran, dass es bei uns sehr viele besondere Highlights gibt.

Sahnehäubchen auf dem Gemeindeleben. Wir brauchen diese besonderen Feste. Wir brauchen es für unser Leben, mit anderen zusammen zu kommen und zu feiern. Wir brauchen fröhliche Momente im Leben, um den Alltag bewältigen zu können, in der Schule, im Beruf, manchmal auch in der Familie. Dafür sind wir als Gemeinde da, einen Raum zu bieten für viele fröhliche Feste.

Das Erdbeertörtchen als Bild für die Gemeinde: Jede und jeder von euch Konfis kriegt gleich eins geschenkt für eure Feier am Nachmittag. 2 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen aus dem Jugendhaus haben sie für euch gebacken, es sind also echte Gemeindefrüchte. Euch, S. und C., vielen Dank dafür! Vielleicht denkt ihr demnächst bei jedem Kaffeetrinken an eure Konfirmation, an unsere Gemeinde, und daran, dass Gemeinde nur leben kann, wenn ihr etwas dafür tut. Der Boden – Gottes Wort; die Früchtchen und Früchte – wir alle; der Guss – Gottes Geist; das Sahnehäubchen – die Highlights im Gemeindeleben.

Das alles muss zusammenkommen, damit unsere Gemeinde lebendig bleibt, damit sie nicht verstaubt und irgendwann einschläft und vergessen wird.

Tut euren Teil dazu als Früchte in der Gemeinde, damit hier noch viele Menschen Gutes erleben können.

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