Engel ohne Flügel (Ps 91,11+12)

Ps 91,11+12
[11] Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, [12] dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.

Liebe Eltern, liebe Paten, liebe Taufgemeinde!

„Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.“ (Ps. 91,11f.) So lautet der Taufspruch, der N.N. ab heute begleiten soll. Aber sind Sie, seid ihr schon einmal einem Engel begegnet? Das ist heute – scheinbar – gar nicht so schwer. Denn Engel haben gerade wieder Hochkonjunktur. Da gibt es die sog. „Gelben Engel“ des ADAC, die einem bei einer Autopanne helfen. Es gibt den Schutzengel, der einen beschützen soll vor allerlei Gefahren. Manche Menschen reden mit Engelszungen auf andere ein. Am deutlichsten kann man Engeln in der Weihnachtszeit begegnen: Es gibt sie bei der Krippe, an Christbäumen, auf Postkarten … Aber was genau ist denn ein Engel? Meist stellt man sich da ja ein Wesen mit goldenen Flügeln und einem leuchtend weißen Gewand vor.

In der Bibel sind Engel Wesen, die Gott und die Menschen miteinander verbinden. Die Engel erscheinen Menschen im Schlaf, um ihnen eine Botschaft von Gott auszurichten. Oder Engel besuchen jemanden, um ihnen eine Nachricht zu überbringen. Engel kommen auch zu Menschen, die nicht mehr weiterwissen, die Trost und Hilfe brauchen. Dabei können dann auch Wunder geschehen, die die notwendige Hilfe bringen. Gott schickt uns seine Boten. Engel ist das griechische Wort für Bote in der Bibel. Denn die Engel sind Gottes Boten. Sie bringen uns Gott greifbar nahe.

Der Taufspruch drückt eine Gewissheit aus: Gott ist N.N. nahe. Es ist ihm nicht egal, was mit und aus ihm wird. Er steht unter dem Schutz Gottes. Er will dafür sorgen, dass Gefahren an Ihm vorübergehen und er keinen Schaden erleidet. Leider heißt das nicht, dass man dann automatisch von allen Krankheiten verschont bleibt oder für immer glücklich sein wird. Es heißt vielmehr, dass das Leben gelingen soll. Gott will bei N.N. bleiben – sein ganzes Leben hindurch, sodass das Leben einen Sinn hat, den er finden kann. Dazu braucht es dann auch ab und zu einen Engel, einen Boten Gottes. Dieser kann wie ein Wegweiser den richtigen Weg zeigen.

Und dieser Engel muss keine Flügel haben. Menschen, die sich um andere kümmern, die anderen Gutes tun, die sich für andere aufopfern, die Trost und Hilfe bringen – diese Menschen, mit denen wir gute Erfahrungen machen, die können für N.N. zu Engeln werden. Denn sie tun den Willen Gottes, indem sie für N.N. sorgen. Sie sind Engel, Engel ohne Flügel. Und von diesen Engeln ohne Flügel gibt es viele: Mutter, Vater, Großeltern, Paten, Freunde und Bekannte. Sie alle können Engel für N.N. sein. Und schließlich kann N.N. selbst zu einem Engel werden für andere, indem er Liebe weitergibt: die Liebe, die er selbst von anderen erfahren hat.

print

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen