Dreimal täglich eine!

„Dreimal täglich eine!“ – das, liebe Gemeinde, hatte mir die freundliche Apothekerin aufgeschrieben. In Kurzform, auf die Tablettenschachtel. „Dreimal täglich eine!“ – damit weiß ich erst einmal Bescheid.

Für Fragen, die darüber hinaus gehen, stehen mir ja auch noch Arzt oder Apotheker hilfreich zur Seite. Und dann ist da ja auch noch die Packungsbeilage. Dank dieses gefalteten Zettels erfahre ich etwas über die Darreichungsform und die Zusammensetzung. Werde informiert über die Anwendungsgebiete und die zeitliche Dauer, für die ich das Medikament einnehmen soll.

„Dreimal täglich eine!“ – das ist schon fast ein „Klassiker“. Und auf der anderen Seite dann die Packungsbeilage, meistens in bestem „Fachchinesisch“ geschrieben. Und beides ist wichtig.

„Und“, so fragen Sie sich jetzt vielleicht, „warum erzählt er uns das? Es geht doch um Weihnachten!“ Ja, liebe Gemeinde, genau darum geht es. Es geht um das, was Weihnachten passiert. Und es geht darum, wie es uns vermittelt wird. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, uns die Botschaft von Weihnachten nahe zu bringen.

Die Weihnachtsgeschichte aus Lukas 2, die wir vorhin gehört haben, ist dabei für mich vergleichbar mit dem „Klassiker“ „Dreimal täglich eine!“ – weil wir es kennen. Und schnell wird klar, worum es geht: In Bethlehem, in einem kleinen Stall, kommt Jesus zur Welt. Engel sagen es den Hirten, die kommen und sehen und sagen es weiter.

Und dann gibt es Worte, die sich ein bisschen nach Beipackzettels anhören. Und diese Worte haben genau dasselbe Ziel: nämlich die Weihnachtsbotschaft zu verkünden. Solche Worte – aufgeschrieben im 3. Kapitel des Johannesevangeliums – sind der Predigttext für heute:

[TEXT]

Na, was meint Ihr, was meinen Sie – ist das eine „Gebrauchsanweisung“, die für Laien ungeeignet ist? Schwerer zu verstehen als die uns so vertraute Weihnachtsgeschichte – sicherlich! Und doch geht es in beiden Texten darum, „… dass Gott seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“

Ich bleibe in dem Bild der Medizin: Gott will die Welt heil machen – durch die Geburt von Jesus. Nicht von ungefähr wird Jesus auch „Heiland“ genannt! Und wenn ich mir daraufhin den „Beipackzettel von Johannes“ noch einmal durchlese – was bedeutet das dann?

Mit „Licht“ und „Dunkelheit“ kann ich etwas anfangen. Mit der „Helligkeit“ verbinde ich eher positive Begriffe und Stimmungen. Beim „Dunklen“ ist es umgekehrt. Und wenn die Medizin – wenn mir Jesu Geburt – hilft, vom Dunklen zum Hellen zu kommen – was dann? Was, wenn sie mir hilft, weg von der Kälte zu kommen – hin zu angenehmer Wärme? Weg von dem Nicht-mehr-weiter-wissen – hin zu neuer Orientierung? Weg von dem Gefühl, dass alles zu viel ist und dass ich es alleine nicht schaffen kann – hin ist hin zu dem Gefühl, dass ich gestützt werde? Wenn das so ist – dann will ich das sehr gerne annehmen!

Und dann macht mich die „Packungsbeilage“ noch auf die „Spätfolgen“ aufmerksam, die eintreten, wenn ich das Heilmittel zurückweise: „Verloren sein“, also das ewige Leben zu verpassen! Das ist mehr als deutlich! „Klare Kante“ am Weihnachtsfest 2004. Eine „bittere Pille“?

Fast bereue ich es, den „Beipackzettel“ so aufmerksam studiert zu haben.

Aber da steht ja noch etwas: „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ Gott gibt die Hoffnung nicht auf. Und schickt seinen Sohn. Zu dir! Und für dich! Und für Sie! Und für mich!

Und wenn ich mich dann still zurücklehne und „den lieben Gott einen guten Mann sein lasse“ – dann habe ich eine riesengroße Chance vertan. Wenn Gott mir ein Mittel zum Heilwerden zur Verfügung stellt, wenn er es mir anbietet – sollte ich das wirklich links liegen lassen? Kann ich mir solch eine Ablehnung denn überhaupt leisten? – Diese Frage, liebe Gemeinde, war rein rhetorisch!

Also: Wenn wir diese Medizin einnehmen und damit verinnerlichen, „dass … Gott die Welt (so) geliebt (hat), dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ – dann ist das schon ein guter Anfang für uns!

Aber: Bei einer einmaligen innerlichen Aufnahme sollte es nicht bleiben! Denn: Bessere Heilungserfolge werden bei regelmäßiger Einnahme erzielt!

In der Kurzinformation „Dreimal täglich eine!“ steckt ja drin, dass die Hirten glaubten und dies weitersagten. Damit ist etwas ganz Wichtiges beschrieben.

Für darüber hinaus gehende Fragen habe ich folgende Informationen: Weitere Darreichungsformen sind unsere Gottesdienste und Andachten, Bibel- und Seniorenkreise, Kinder- und Jugendarbeit. Die Zusammensetzung ist dabei immer gleich: Es geht um die Frage, wie wir unseren Glauben leben können – denn es ist ja nicht so, dass wir alle schon alles wüssten! Die Anwendungsgebiete bestimmen Sie selber. Denn es hängt davon ab, wie weit Sie sich auf den Glauben einlassen – nur mit dem kleinen Finger oder mit Haut und Haaren, also ganz und gar.

Und zur Dauer der Anwendung: von Gottes Seite her ist mir kein Verfallsdatum bekannt. Und wenn Sie, wenn ihr, z.B. dreimal täglich ein Gebet sprecht – etwa zu den Mahlzeiten – dann wird es auch nicht so leicht vergessen! Ich wünsche uns „Gute Besserung!“ – und ein „Gesegnetes Weihnachtsfest!“

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