Deine Entscheidung ist gefragt! (Ps 37,5)

Ps 37,5
[5] Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird´s wohl machen.

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, liebe Festgemeinde!

Erinnern sie sich noch, liebe Eltern, wie es war, so vor ungefähr 13 Jahren? Noch ganz klein waren sie, ihre Kinder. Viele Sorgen, viel Ungewissheit, viel Unbekanntes lag da vor ihnen. Aber auch große Freude und eine gehörige Portion Hoffnung war ein steter Begleiter in diesen ersten Lebensmonaten unserer Konfis. Jeder und jede von ihnen wird wohl so seine bzw. ihre Vorstellungen gehabt haben, wie das Leben als Familie verlaufen sollte. Und mancher wird vielleicht sogar schon ein paar konkrete Pläne und Ziele gehabt haben für den Sohn oder die Tochter. „Es soll meinem Kind einmal besser gehen als es mir gegangen ist!“ „Ich werde bestimmt nicht die gleichen Fehler machen wie meine Eltern“ Das waren unter Umständen Gedanken, die damals durch ihren Kopf geschossen sind. Und dann haben sie sich entschlossen, ihr Kind zur Taufe zu bringen. Einige wohl unter dem Motto „Hilfts net, schadets net.“, einige aber wohl auch im Vertrauen darauf, dass Gott sie unterstützen, tragen und leiten wird bei der Erziehung ihrer Kinder. So ganz nach dem Motto des Beters des 37 Psalms: „Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird´s wohl machen.“

13 Jahre später habt ihr euch, liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, zum Konfiunterricht angemeldet. Wir haben uns über euch gefreut und die Zeit mit euch als Chance gesehen, euch etwas von Jesus Christus und unseren Glauben an ihn zu erzählen. Wir haben versucht euch klar zumachen, warum wir, so unterschiedlich wir auch sind, gerade ihm unser Vertrauen schenken. Und ich bin sehr froh, dass auch viele „Normalsterbliche“ uns Pfarrer bei dieser Aufgabe unterstützt haben. Denn das wir beide euch von Gott und seiner Liebe erzählen, das ist eh klar. Aber wenn das gleiche noch von einem Schüler, einer Studentin oder Menschen mit einem normalen Beruf ergänzt und bereichert wird, dann habt ihr euch hoffentlich doch das eine oder andere Mal Gedanken gemacht, ob da auch was dran sein kann, an dem, was wir behaupten.

Und jetzt diese Aufforderung des Psalmbeters: „Vertrau dein Leben ganz Gott an!“ – was soll das bringen. Er hat doch eh nichts mehr zu melden auf dieser Erde. Und das er was bewirkt hat ist auch schon ein paar Jahrhunderte her. Da ist es doch viel besser, ich verlasse mich auf mich und mein Können, meinen Verstand, meinen Ehrgeiz. Das ist es doch, was mich schlussendlich zum Ziel bringt!

Und schon sind wir mitten drin in den Zukunftsplänen und Visionen. Viele von euch haben schon eine mehr oder weniger genaue Vorstellung, was das Leben denn so bringen soll. Und so entstehen sie, die Träume: von einem tollen Job, der Spaß macht und so viel Geld bringt, dass ihr keine finanzielle Sorgen mehr zu haben braucht. Das Leben spielt sich in einem netten Einfamilienhaus oder einem Penthouse ab, mit Ehepartner und so 1 bis 2 Kindern. Idylle a la Hollywood ist gefragt.

Aber da liegt schon der Hund begraben! Denn Hollywood ist eben eine Traumfabrik, die nur sehr wenig mit der realen Welt zu tun hat. Viele eurer Träume werden zerplatzen, noch ehe ihr so richtig begonnen habt, sie zu träumen. Und das nicht nur, weil eure Leistung nicht entsprechend war! Sondern es werden die unterschiedlichsten Gründe sein, die euch auch scheitern lassen.

Das Problem dabei ist, dass in unserer Gesellschaft nur derjenige was zählt, der es auch beruflich geschafft hat. Ob sie dabei über Leichen gegangen sind, ob sie andere übervorteilt, ausgebootet und gemobbt haben ist dabei vollkommen unwichtig. Es stehen nur Job, Kontostand und die Insignien wirtschaftlichen Reichtums im Mittelpunkt. Die Gründe, die dazu geführt haben sind dabei egal. Es zählt einzig und allein das Resultat!

Also unter diesen Gesichtspunkten – ganz ehrlich: sehr nett, unser Gerede über Jesus und Nächstenliebe. Aber was soll es bringen? Warum soll ich es nicht auch so machen wie die anderen. Warum soll ich nicht auch über Leichen gehen, verleumden und mobben. Wer heute in christlicher Nächstenliebe verharrt, der bleibt doch mit Sicherheit auf der Strecke!

Das stimmt wahrscheinlich sogar! Wenn ihr wirklich in einer Welt leben wollt, in der nur die mit der besten Ellbogentechnik durchkommen, in der Neid und Missgunst regieren, in der nicht der Mensch sondern nur sein Besitz wichtig ist – dann seid ihr mit christlichen Werten wahrscheinlich wirklich auf verlorenen Posten.

Ich weiß, dass ich in so einer Welt nicht leben möchte. Ich bin davon überzeugt, dass ich, dass ihr mehr wert seid als ein paar Zahlen auf einem Stück Papier. Ich bin überzeugt, dass ich, dass ihr mehr wert seid als allein euer Schulnoten und später einmal euer Job, euer Auto, euer Haus. Jesus hat uns ganz eindeutig gesagt, dass wir mit dieser Beurteilung der Mitmenschen nur an der Oberfläche bleiben. Er misst nach anderen Maßstäben. Er sieht uns ins Herz. Und er macht uns bewusst, dass wir alle von Gott geliebte Menschen sind. Dass er uns gewollt hat, so wie wir sind. Mit all unseren Stärken und Schwächen. Und er möchte, dass wir liebe- und respektvoll miteinander umgehen.

Das nimmt eine ungemeine Last von unseren Schultern. Diese frohe Botschaft lässt uns aufatmen und uns aufrichten. Sie gibt neue Kraft, neuen Mut, neue Hoffnung, neue Perspektiven. Sie motiviert mich, wenn scheinbar alles schief läuft, nicht aufzugeben, nicht an mir zu verzweifeln und nicht in Trauer und Depression zu verfallen. Weil ich weiß, dass er mich liebt, kann ich aufstehen und weitergehen. Weil ich mich in allen Lebenslagen bei ihm geborgen weiß kann ich mein Leben befreit leben.

Diese Erkenntnis wünsche ich euch, liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, diese Erkenntnis wünsche ich uns allen. Damit wir vertrauensvoll mit einstimmen können in das Gebet des Psalmisten und sagen: „Ich überlasse dem Herrn die Führung in meinem Leben. Ich vertraue auf ihn, er macht es richtig! Mein Glaube an ihn befreit mich zu einem neuen Leben!“

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