Dass er mit seiner Macht zieht ein

Was hat euch bloß hierher gebracht
es ist doch finster, dunkle Nacht
Kalt ist’s und regnerisch dazu
doch ihr nehmt Mantel, Schal und Schuh…

Und kommt hierher… Was sucht ihr hier?
S‘ steht nichts von Freibier an der Tür
Kein Schlußverkauf, kein Rummelfest
Kein Showevent, kein Osternest.

Es muss wohl was Besond‘res sein
und eine Sehnsucht obendrein.
Irgendwas, was euch das Herz
bewegt – sagt ist es Freud, ist’s Schmerz?

Das sag ich nicht nur so daher
Ich weiß, heut hat’s so mancher schwer
Und jeder hier – das könnt ich wetten
Kennt Leid und Sorgen, Trümmerstätten,

im eignen und im fremden Leben:
Warum muss es den Tod nur geben?
Warum nur Krankheit, Neid und Gier,
den Haß und … ach, das kennen wir

doch alles mehr als zur Genüge
Wir möchten raus aus dem Gefüge
das diese Welt so prägt und quält
und der es so an Liebe fehlt.

Ein Sehnsuchtslied tief ins uns klingt
die Hoffnung, dass es doch gelingt
dass mitten in die Dunkelheit
ein Licht hineinscheint, hell und weit.

SprecherIn: Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.

So hören wir Jesaja sagen,
der einst in längst vergangnen Tagen
den Seinen stärkt die Zuversicht
und spricht von einem hellen Licht.

Ein Licht das ihre Dunkelheiten
durchdringt, erhellt und neue Seiten
des Lebens dann zum Vorschein bringt
So dass man laut den Jubel singt

SprecherIn: Du weckst lauten Jubel, du machst groß die Freude. Vor dir wird man sich freuen, wie man sich freut in der Ernte, wie man fröhlich ist, wenn man Beute austeilt.

Sich freuen dass das Herze springt
es gibt ein Lied, das davon singt
Es fragt was das bedeuten soll
dass plötzlich finstre Nacht ist voll

von Engels-Chören und von Licht,
und ob zur Krippe man denn nicht
schnell laufen soll um dort zu sehn
was wohl in dieser Nacht geschehn.

Die Nacht der Hirten bei Bethlehem
War alles andre als angenehm
Sie waren rechtlos, arme Leute,
sie waren Opfer, leichte Beute

Der Mächtigen in Rom und allen
die diesen dienten als Vasallen.
Hart war ihr Leben, entbehrungsreich
sie galten nichts, es war auch gleich

ob sie genug zum Leben hatten
ob ihre Kinder auf harten Matten
oder in weichen Federn schliefen
und ob sie im Winter barfuß liefen.

Die Nacht von der Jesaja spricht
war so viel besser sicher nicht
Sein Volk, dem er vom Lichte kündet
sich damals schwer in Not befindet:

Sie führten Krieg gegen Assyrer
und waren sichere Verlierer.
Die Übermacht war drohend groß,
es schien als gäbe es noch bloß

das Volk der Juden kurze Zeit;
der Untergang war nicht mehr weit.
Allein das Wort Jesajas steht,
dafür dass es doch weiter geht.

Denn – auch wenn‘s hart ist zu erdulden,
was gänzlich sie sich selbst verschulden – :
Gott wird sie dennoch nicht aufgeben
und sie bewahr‘n zu neuem Leben

SprecherIn: Du hast ihr drückendes Joch, die Jochstange auf ihrer Schulter und den Stecken ihres Treibers zerbrochen wie am Tage Midians. Denn jeder Stiefel, der mit Gedröhn dahergeht, und jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt.

Das alles ist sehr lange her
doch fällt es uns nicht allzu schwer
die Angst der Menschen zu verstehn
wenn wir auf das, was heut ist, sehn

Wenn wir den Raubbau an der Erde
betrachten und was daraus werde,
uns fragen ob in zwanzig Jahren
wir immer noch Benzin verfahren

Wie dann noch `ne Millarde mehr
an Menschen diese Welt ernähr
Und ob die Reichen teilen können
und nicht nur Hilfsgeschenke gönnen

Den Armen, um die Not zu lindern.
Denn diese sagen ihren Kindern:
Wir wollen dass gerecht es werde
auf dieser einen großen Erde.

Doch nicht nur diese großen Fragen
bewegen uns in diesen Tagen
Es gibt die kleinen, großen Sorgen:
wie es wohl weitergeht, ob morgen

ich auch noch Arbeit hab und Lohn
wie’s läuft mit Frau, mit Tochter, Sohn,
ob die Gesundheit wiederkehrt
und andres, was das Herz begehrt.

Die Finsternis ist uns vertraut
Der Abgrund, in den Israel schaut
ist anders – und doch fremd uns nicht
Drum hört, von was Jesaja spricht:

Von Jubel, Freude, Fröhlichkeit,
von Lachen wie vor langer Zeit
wo unbeschwert am Leben freut
man sich wie just die Kinder heut.

Wann war uns dies zuletzt vergönnt?
Wann war’n wir mit der Welt versöhnt?
Zufrieden, leicht und still beglückt,
hab‘n jubelnd laut emporgeblickt?

Jesaja sagt: Gott steht dafür
das ihr – auch wenn es jetzt und hier
noch anders ist:, bedrohlich, kalt
er euch zur Rettung, gleich, ganz bald

Den einen schickt, den er erwählt
von dem uns heute wird erzählt
Der unser Herz lässt springen singen
Der uns das Heil in allen Dingen

Bringt näher, denn er soll regieren
als König; öffnet schnell die Türen!
Dass er mit seiner Macht zieht ein
und bringt sein Licht mit hellem Schein.

Ein Friedenskönig soll er sein,
einer der anders, nicht gemein
und rücksichtslos das Seine sucht
so dass ihm heimlich jeder flucht.

Nein er ist anders, überwindet
was er bei uns im Argen findet
was unsre Welt so finster macht
und sorgt für manche dunkle Nacht.

SprecherIn: Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er’s stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des HERRN Zebaoth.

Jesaja dacht an einen König
Und spricht von ihm ganz zart und sehnlich.
Ein Herrscher, der – gerecht und leise
sich als Gesandter Gottes weise.

Er dacht noch nicht an Jesus Christ
Der uns von Gott geboren ist
Doch so wie dieser sei gegeben
das Königskind als Pfand zum Leben.

Wo aber bleibt der Herrscher nur
von Frieden, Recht ist keine Spur
Wo finden wir den Herrscherthron
wo ist verborgen Gottes Sohn?

Im Stall, damals in Bethlehem?
Nein, tut mir leid, das wär bequem
Wenn wir nur schnell die Krippen bauten
voll Ungeduld auf’s Kindlein schauten

Und warten würden, dass der Frieden
uns und der Welt mög sein beschieden…
Der Friedensfürst zu jeder Zeit
kehrt dort ein, wo die Herzen weit

und offen sind für sein Advent.
Nur wer dies Kind im Herzen kennt
wer ihm sich öffnet, wird erfahren
was da geschah vor zweitausend Jahren

Sowenig, wie auf einen Schlag
die Nacht uns wird gemacht zum Tag
sowenig geht das Dunkel weg
wenn niemand hier sich rührt vom Fleck.

Wenn wir uns nicht berühren lassen
dann ist das Wunder nicht zu fassen.
Und woll‘n wir die Verheißung schmecken
dann müssen wir das Kind entdecken

in dem Gott auch zu uns heut kommt
das auch uns tröstet, hilft und frommt
dass uns zum Licht wird, dass wir werden
dann selbst ein Lichtlein hier auf Erden.

Doch ohne den, der uns einst kam
als Licht in unser Jammertal
Ohne dass Gott sein Kind uns bracht
wär’s finster nur und nichts als Nacht.

So lasst heut hell die Lichter scheinen
Stimmt ein ins Lachen – lasst das Weinen
Lasst heller noch die Herzen leuchten
so dass des Dunkels Geister deuchten

Wir wären alle engelsgleich
die Erde jetzt dem Himmel weich
Sie würd erfüllt von lautem Jubel
– ein völlig andrer Weihnachtstrubel!

Dass trotzdem noch die Nacht ist da
das wissen wir, wir wären ja
verblendet statt erleuchtet worden –
und doch soll heute überborden

der Dank, die Freude, dass uns ist
dies Kind geschenkt, der Herre Christ
der uns das göttlich Licht will geben
als Gottes Gabe – uns zum Leben.

AMEN.

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