Das Wort Gottes, die Saat und die 100-fache Ernte 🙏 nach Lukas 8,4-8

 

Die Predigt mit Liturgie kann auch unter meinen Youtube Channel als Kurzvideogottesdienst zusammen mit meiner Frau Pfrin. Andrea Koch gehört und gesehen werden.

https://www.youtube.com/watch?v=zkE79uH0Zj0

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Wer Ohren hat,  zu hören, der höre!
Und wer nicht sät, der nicht erntet.

Jesus hat weltberühmte und sehr einleuchtende Gleichnisse erfunden und erzählt.

Diese Gleichniserzählungen dienen dazu, alltägliche Erfahrungen wie z.B. beim Aussäen der Saat in unmittelbare Verbindung zum Wirken Gottes in unserem Leben zu veranschaulichen.

Und so gilt: Wer nicht sät, der kann auch nicht ernten.

Das ist erst einmal eine banale und leicht nachvollziehbare  Tatsache.

Übertragen auf andere Bereiche des Lebens bedeutet dies, wer nichts macht, der macht auch nichts falsch.

Und wer nicht sät, investiert oder sich engagiert, der wird auch in der Regel keinen Gewinn oder Erfolg haben. In dieser Logik liegt in der Ruhe dann keine besondere Kraft, sondern auch noch Rückschritt, Passivität, vertane Zeit oder gar Unterlassung.

Und wer schließlich doch sät, der muss damit rechnen, dass die Saat nicht überall gleich gut aufgeht.

Man könnte sagen: Wer sät, der muss mit Saatausfall rechnen.

Wer sät und ernten will, der muss mit Verlust, Missernten, Ernteausfall und schlechten Ernten klarkommen.

Aber, und das ist entscheidend:  Wer sät und zwar im wörtlichen als auch im übertragenen Sinn, der kann durch seine Saat und seine Investitionen auch einen großen Gewinn oder eine gute Ernte einfahren. Hundertfache Frucht, verspricht das Gleichnis.

Wir kennen das aus dem Alltag. Gewisse langfristige Investitionen und Saatstrategien, Hartnäckigkeit, Geduld und Risikobereitschaft im Umgang mit Rückschlägen zahlen sich immer aus.

Wer Liebe sät, wer das Gute weitergibt, wer sich menschenfreundlich und solidarisch verhält,  der wird auch in der Regel Liebe, Barmherzigkeit, Mitgefühl und Empathie ernten. Bei allen Rückschlägen und Enttäuschungen gilt dies als Erfahrungswert und Lebensweisheit.

Und wer das Wort Gottes und das Evangelium von Jesus Christus, der unser Retter und Erlöser ist, verkündet, mitteilt, kommuniziert und sät, oder aussät, der muss leider auch mit Verlusten und Rückschlägen rechnen.

Vielleicht, weil die Saat bildlich gesprochen auf den Weg fällt und stattdessen perfide Ablenkung alle möglichen menschenverachtenden und teuflischen Ideologien und Verschwörungsideologien dann unser Herz und Verstand wie einen bösen Virus kapern. Jesus spricht hier vom Teufel.

Oder so wie bei den Menschen, die keine Wurzel oder Standfestigkeit durch die Saat bekommen und wenn der Sturm des Lebens über sie kommt, sogleich Anfechtung und Zweifel die Oberhand übernehmen und den Lebenssaft entziehen.

Da wächst das Wort Gottes nur kurze Zeit.

Andere werden durch die schönen und stacheligen Disteln des Lebens,  also ein Leben geprägt von Sorgen auf der einen Seite oder durch das gierige Streben nach Reichtum und Freuden des Lebens auf der anderen Seite abgelenkt und seelisch erstickt.  Dieses Ersticken in und durch die Disteln sowie das Überwuchern der Disteln in der Saat ersticken jeden Saatkeimling und jegliche Hoffnung und führen schließlich zu massiven Saatausfall. Die Saat geht nicht auf.

Doch wer das Wort Gottes sät, wer es im übertragenen Sinn als Keim, Korn, Frucht und Saat in seinem Herzen, Verstand und in der Seele trägt.

Wer daran glaubt und das gute Wort Gottes, die frohe Botschaft von und über Jesus Christus in sich als Humus, Muttererde und besten Bodenwert trägt, der kann und wird hundertfach im eigenen Leben ernten.  Die Ernte wird groß sein.

Darauf lohnt es sich immer zu hören. Denn Glaube kommt vom Hören auf das Wort Gottes. Sowie aus der Saat, aus dem Samenkorn in der Regel die fruchtbringende Ernte auf gutem Boden wächst und gedeiht.

Diese Worte gehen hundertfach auf.

Das will meiner Meinung nach der Predigttext für den heutigen Sonntag aussagen. Wir alle kennen solche Lebens-Worte. Worte, die trösten, aufbauen und Kraft geben.

Worte, die neuen Lebensmut spenden.

Worte, die wie eine Aufbau-Kur für die Seele sind.

Worte, die die Seele, die unser Inneres nähren.

Worte, die durch ihren kräftigen Zuspruch zu neuem Glauben, zu neuer Schaffenskraft, zu neuer Motivation und zu neuer Liebe führen.

Diese Worte, die ein neues Leben schaffen können, die neue Kraft, die Trost geben und Licht in unser dunkles Leben bringen können, diese Worte sind Lebens-Worte, weil Gott selbst durch seinen Heiligen Geist zu uns mit diesen Worten spricht.

Es ist die Saat des Evangeliums, die in uns aufgeht.

Vielleicht fragt sich jetzt der eine oder die andere: Wo gelingt dies und wie kann es gelingen, dass dieses kräftige, lebendige und erneuernde Wort Gottes zum Lebens-Wort, zum Mutter- und Nährboden für die Seele wird?

Und darauf gibt es auch eine Antwort:  Das Wort Gottes bringt immer dann Frucht, wird immer dann zum im persönlichen Leben erfahrenen Saatgut, wenn jeder von uns selbst dafür Sorge trägt, dass es bei uns auf fruchtbaren Boden fallen kann. Den Boden für die Saat bereiten wir Menschen immer selbst. Und es gibt sehr viele fruchtbare Böden unter uns Menschen. Fruchtbare Böden sind symbolisch gesprochen für mich die Phasen des Lebens, die uns gelingen, wo Segen und göttliche Begleitung auf unserem Leben ruht.  Und selbst das,  was scheinbar misslingt, bedeutet doch nicht das letzte Wort über uns oder pures Unglück, sondern auch darin steckt, dass der Nutzen manchmal noch nicht erkannt wurde. Man weiß nicht, wofür dieser Weg Gottes gut ist. In diesem Phasen und Situationen schenkt uns Gott durch sein Wort einen Neuanfang, eine erneute Chance oder auch einfach nur die Kraft auszuhalten, was auszuhalten ist.  Bestimmt mit einem lebendigen Wort und der Tat zur rechten Zeit durch Mitmenschen an uns gewirkt.

Beim Anblick dieser Welt könnte man fast vergessen, dass das Wort Gottes ja immer weitergeht, neu gesprochen und auf uns Menschen zugesprochen wird; dass es nicht dort endet, wo wir gerade mit unseren Gedanken sind; beim Tod, bei der Pandemie, bei der Sorge und Angst, beim Scheitern; beim Versagen. Die meisten Körner aber, so heißt es in dem als Evangelium gelesenen Gleichnis für den heutigen Sonntag, sind auf guten Boden gefallen und brachten hundertfache Frucht. Damit möchte Jesus unseren Blick auf die vielen kleinen oder auch größeren Erfahrungen im Leben richten, wo es mit uns oder mit dem, was wir getan haben, ein gutes Ende genommen hat; wo sich der Einsatz gelohnt hat; wo wir heute wirklich den Eindruck haben, wir sind vorwärts gekommen, wir haben etwas geschafft und selbst, wenn wir gescheitert sind, dann wissen wir das dies nicht das letzte Wort ist: Gott spricht nicht das letzte Wort über uns. Sein Wort ist das erste und das letzte Wort, das wir hören und hören können, immer wieder neu.

Denn: Wer Ohren hat, zu hören, der höre.

Und wer im und mit Glauben sät, der wird die Saat aufgehen sehen und der wird auch die Früchte des Glaubens und Lebens ernten.

Amen.

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