Arbeit in Demut (JesSir 13,19)

JesSir 13,19
[19] Liebes Kind, tu deine Arbeit in Demut; das ist besser als alles, wonach die Welt trachtet.

Liebe Familie Xxx, liebe Angehörigen und Freunde, liebe Trauergemeinde.

Vor guten drei Monaten hat sich Herr Xxx gegen die Weiterbehandlung im Krankenhaus entschieden. Diese Entscheidung führte zu seinem Tod Anfang März dieses Jahres. Wir sind heute hier zusammengekommen, um dieses Menschen zu gedenken und Trost zu finden in dem Wort Gottes.
Nach all dem, was mir von der Familie über Herr Xxx berichtet worden ist, möchte ich das Gedenken an ihn unter ein Wort aus der Bibel stellen, aus dem Buche Jesus Sirach im dritten Kapitel, den Vers 19: „Liebes Kind, tu deine Arbeit in Demut; das ist besser als alles, wonach die Welt trachtet.“

Seine Arbeit tun – das mag etwas gewesen sein, was unseren Verstorbenen ausgezeichnet hat. Arbeitswillig ist er mir beschrieben worden, als begnadeter Handwerker. Einer also, der anpacken konnte und etwas geschaffen hat mit seinen Händen. Ich denke, dass man darunter vieles fassen kann: sei es den Umbau des einstigen Ferienhauses hier in der Fränkischen Schweiz nach erfolgtem Umzug aus Berlin, sei es seine Arbeit im Hobby als Eisenbahnfan und die LGB-Spur, die in seinem Garten bis heute steht. Sei es aber auch die Arbeit im Karnevalsverein, die er 22 Jahre lang getrieben hat. Man kann wohl sagen, dass dieser Verein ohne ihn heute nicht so bestehen würde. Heute auf den Tag wäre Xxx 72 Jahre alt geworden.

Herr Xxx war kein gläubiger Mensch, er war auch kein Kirchgänger und er konnte eine Hoffnung auf ein neues Leben nicht recht begreifen. Vielleicht lag ihm das, was er mit den Händen fassen konnte näher, als das, was so schwer zu fassen ist, weil es in einer Hoffnung – also im Geistigen – begründet liegt.
Dennoch sind wir heute hier, um seine Urne auf diesem Friedhof beizusetzen. Ich tue dies bewusst als Pfarrer der evangelischen Gemeinde, der Herr Xxx trotz allem bis zuletzt angehört hat und die er aufgrund seiner Arbeit auch immer mit getragen hat. Ich spreche deswegen als Pfarrer von einer Hoffnung, die meine Arbeit prägt, einer Hoffnung, die auch mein Leben prägt. Denn ich glaube, dass unser Schöpfer seinen Segen auch legen kann auf das, was ein Mensch im Diesseits erlangen möchte. Und ich sage, es ist kein Zufall, sondern ein Segen, wenn man zurückblicken darf und feststellen kann: „wir haben eine gute Ehe geführt“. Es ist ein Segen, wenn man behaupten darf, dass die Familie einen guten Halt geboten hat, dass man ein intensives Miteinander gepflegt hat. Goldene Hochzeit wäre dieses Jahr im September zu feiern gewesen, seine Krankheiten, die ihn seit dem Jahre 2000 begleiten und sein eigener Willen, nicht weiter leiden zu wollen, haben dies verhindert.

Die Familie kann sagen, dass sie etwas weiter führen von dem, was Herrn Xxx wichtig war in seinem Leben. Ja, dass sie auf diese Weise sein Andenken ehren und sogar glauben, dass etwas von ihm in ihnen weiterlebt.

Ich setzte dem hinzu, dass unser Glaube an den auferstandenen Herrn noch mehr bereit hält und dass diese Linie, die hier im Leben eine so deutliche Spur hinterlassen hat, eine Fortführung und Vollendung erreichen kann im jenseitigen Leben, welches uns Christus Jesus versprochen hat. Ich spreche dabei von einem Trost und einer Hoffnung, die weiter reicht als das, was hier heute und auch ein Leben lang vor Augen kriegen. Eine Hoffnung, die begründet ist in einem tiefen Vertrauen zu einer Kraft, die mir mein Leben erst ermöglicht. Einer Kraft, der ich im persönlichen Gegenüber begegnen kann und die mir helfen kann, indem sie mir Gewissheit verleiht und ein Fundament gibt. Ein Leben mit Arbeit in Demut, sagt unser Bibelwort ist besser als alles, wonach die Welt trachtet. Vielleicht ist in dieses Leben, dessen wir heute bedenken, bereits etwas eingebrochen von dieser Erkenntnis, dass die Welt, die wir hier haben, nicht alles zu bieten hat, was den Menschen im Innersten beschreiben kann. Dass noch etwas fehlt, was von außen kommen darf. Etwas, das uns zuspricht, dass unser Leben hier nicht sinnlos und vergeblich ist.

Diese Hoffnung, glaube ich, liebe Trauergemeinde, in Christus Jesus finden zu können und ich verkündige sie Ihnen heute als etwas, worin man Trost finden kann angesichts der Leerstelle, die Herr Xxx durch seinen Tod zurückgelassen hat. Bleiben Sie dabei, ihn in Ihrem Gedenken zu ehren und etwas von dem Guten, was er Ihnen gegeben hat, versuchen weiter zu führen.

Ich wünsche Ihnen dazu Gottes Segen und seine Hilfe, auch in dem Glauben, dass seine Hand weiter reichen kann, als wir uns das vorstellen mögen. „Tu deine Arbeit in Demut; das ist besser als alles, wonach die Welt trachtet.“

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