Antrieb

Predigt über Römer 8, 14 und Mt 3, 16f

13.1. 2019, 1. So nach Epiphanias

 

Liebe Gemeinde,

„Jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt.“ – So wirbt seit einigen Jahren eine große Genossenschaftsbank.[1]

„Jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt.“ – Da werden Kunden auch aus der Umgebung vorgestellt mit einem Satz über das, was sie antreibt:

„Immer zu zweit“ sagen zwei junge Frauen, die bei der Gartenarbeit gezeigt werden.

„Das Richtige finden“ wird einem Apotheker in seiner Apotheke in den Mund gelegt.

„Eine gute Planung“ ist die Meinung eines Mannes, der sich nachdenklich über das Modell eines Hauses beugt.

„Frei sein“ steht über dem Bild eines Mannes im Sportdress, der mit dem Rad in Schußfahrt eine kurvige Straße hinabfährt.

Was treibt Sie an – im neuen Jahr, im Leben? Was läßt sie morgens aufstehen, besonders wenn es noch dunkel ist und ein grauer Tag vorhergesagt wurde?

Ist es Pflichtgefühl?

Oder Angst vor den Konsequenzen, wenn man blau macht?

Oder die Macht der Gewohnheit?

Oder Neugier auf das, was der Tag bringen mag?

Vorfreude auf die Menschen, die Ihnen begegnen werden?

„Jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt.“

Was treibt Sie an – im neuen Jahr, im Leben?

Der erste Sonntag nach Epiphanias hat als Thema die Taufe.

Im Evangelium haben wir von der Taufe Jesu im Jordan gehört (Mt 3, 13-17). Dort wird beschrieben, daß der Geist Gottes auf ihn herabkommt. Fortan wird er Jesus begleiten, leiten – antreiben.

Wie ein Segelboot vom Wind vorangetragen wird, schneller, als man aus eigener Kraft rudern oder paddeln kann. So auch der Geist Gottes.

Doch damit gibt Gott auch eine Richtung vor. Manchmal mag sie uns nicht gefallen, weil wir in Gefilde getragen werden, die wir nicht kennen – oder nicht mögen.

Doch Gott geht mit auf den Wegen, über die uns sein Geist trägt.

Noch einmal zur Taufe Jesu. Der Geist Gottes steigt auf ihn herab. Dazu spricht eine Stimme vom Himmel und sagt: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ (V 17).

Gott bekennt sich zu Jesus als seinem Sohn, seinem Kind. Und mehr noch: ein Kind, an dem er Wohlgefallen hat.

Auch wir sind in unserer Taufe Gottes Söhne und Töchter geworden.

Kind Gottes zu sein – das ist unsere Identität, die uns niemand nehmen kann. Wir müssen nicht in Vorkasse gehen. Kind Gottes sein – das ist Geschenk.

Das ist Gabe – und Aufgabe.

 

„Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.“ (Röm 8, 14), schreibt Paulus an die Gemeinde in Rom. Unser Wochenspruch.

Kind Gottes – wir lassen uns vor Gottes Geist tragen und treiben. Er ist die Triebfeder unseres Lebens.

Wohin wird die Reise gehen mit Gottes Geist in unsern Segeln?

Wie gestaltet sich unser Leben mit Gottes Geist als Rückenwind – oder auch als Gegenwind?

 

„Jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt.“

Was treibt Sie an?

 

 

Amen

 

 

 

Lied: Komm, heil’ger Geist, mit deiner Kraft (z.B. in: Durch Hohes und Tiefes 67)

 

[1] Volksbank – seit 2009?

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