Muggles, Magier und die Bergpredigt

Vorhin haben wir die berühmten Seligpreisungen gehört.

Wohl denen, die gewaltlos sind und Freundlichkeit üben. Erben werden sie das Land.

Und lauter so Zeug.

Und auch sonst hat Jesus in seiner Bergpredigt komische Sachen gesagt.

Seid immer ehrlich.

Zu den Leuten, die fies und gemein sind, sollt ihr nicht auch fies und gemein sein, sondern sollt sie segnen und ihnen Gutes tun.

Und noch eine ganze Menge andere Sachen, die alle in diese Richtung gehen.

 

Aber jetzt mal unter uns:

Das, was Jesus da sagt, das ist doch Quatsch – oder?

Jedenfalls tickt die Welt, in der wir leben, doch ganz anders.

 

Da ist es doch eher so:

Glücklich sind die Draufgänger, denn sie werden es in der Welt zu etwas bringen.

Glücklich sind die Hartgesottenen, denn das Leben kann ihnen nichts anhaben.

Glücklich sind die Nörgler, denn sie werden sich durchsetzen.

Glücklich sind die Aufgeblasenen, denn sie kümmern sich nicht um ihre Fehler.

Glücklich sind die Leuteschinder, denn sie werden ihre Ziele erreichen.

Glücklich sind die Wissensmenschen, denn sie kennen sich aus.

Glücklich sind die Quertreiber, denn man muss Rücksicht auf sie nehmen.

Glücklich sind die Menschen, die auf ihre eigenen Stärken vertrauen, denn sie sind unabhängig.

Glücklich sind die Ellbogenmenschen, denn sie werden sich durchsetzen.

Glücklich sind die, die andere Menschen benutzen, denn sie werden es sehr weit bringen.

Glücklich sind die Rücksichtslosen, denn sie haben ein gutes Gewissen.

 

Wer hat denn jetzt recht?

Jesus oder die Menschen, die so reden und leben?

Vielleicht ist das, was Jesus sagt, doch nicht so ein Quatsch.

Überlegt doch mal:

Mit was für Menschen wollt Ihr lieber zusammenleben?

Wen wollt Ihr lieber heiraten oder als Kollegen haben oder als Nachbarn?

Leute die rücksichtslos ihre Ellbogen einsetzen und sich durchsetzen oder Leute, die Frieden stiften wollen?

Leute, die andere Menschen ausnützen und benutzen oder Leute, die sich dafür einsetzen, dass es den anderen auch gut geht?

Am Freitag habe ich im Radio ein Interview mit Niko Kovac gehört, dem Bayerntrainer, in dem er über den Druck geredet hat, der ihm gemacht wird, und wie unmenschlich brutal man im Profifußball miteinander umgeht.

„Wenn ich ihnen eine runterhaue, dann tut das weh – aber der Schmerz vergeht schnell. Aber der Schmerz in der Seele, der vergeht nicht.“

Oder ich denke an Frank. Frank hat mit mir Abitur gemacht – heißt in Wirklichkeit auch gar nicht Frank – und er hatte ein Ziel: Er will reich werden.

Er hat dann an einer Privaten Eliteuni BWL studiert und ist ins Finanzbusiness gegangen. Er hat sein Ziel erreicht. Er ist jetzt stinkreich. Er hat seine eigene Investmentfirma. Bei einem Abiturtreffen vor ein paar Jahren hat er mir davon erzählt, wie er Firmen aufkauft, die in Schwierigkeiten sind, sie zerstückelt, massenhaft Leute entlässt, Druck macht und die Trümmer dann mit Gewinn verkauft.

Als ich ihn gefragt habe, ob ihm die Leute nicht leid tun, die er da unter Druck setzt und entlässt. Nein, hat er gesagt. Das ist doch nicht er, das ist halt der Markt. Ich kann mich noch gut daran erinnern, was für eine Kälte er dabei ausgestrahlt hat. Mir ist es richtig kalt den Rücken runtergelaufen.

Mit was für Menschen wollen wir lieber zusammenleben?

Und viel wichtiger: Was für Menschen wollen wir selber sein?

Denn die anderen Menschen können wir nicht ändern.

Nur uns selber.

Liebe Konfis: Ich erzähle Euch das, denn Ihr seid in einem Alter, wo man sich so langsam immer mehr ins Leben hineintastet und sich so seinen Weg sucht.

Wo man entscheidende Weichen stellt, wo die Reise hingehen soll.

Wobei das Bild mit der Weiche nicht so ganz stimmt.

Denn eine Weiche kann ich ganz einfach nach links oder nach rechts stellen.

Aber es ist nicht so, dass wir so ganz frei sind in unserer Entscheidung, ob wir unsere Weiche links oder rechts stellen.

Denn die eine Seite, die zieht ganz stark.

Von der einen Seite, da geht ein starker Sog aus.

Das ist wie bei Star Wars.

Da gibt es die dunkle Seite der Macht. Und diese dunkle Seite der Macht, die zieht die Menschen in ihren Bann.

Die helle Seite, die lockt, die lädt ein.

Aber die dunkle Seite, die verführt, die zieht.

Bei Harry Potter ist es dasselbe.

Auch da übt die dunkle Seite einen verführerischen Sog aus.

Und Star Wars und Harry Potter sind auch darum so beliebt, weil diese Geschichten von etwas erzählen, von dem wir alle wissen:

Das ist wahr.

Das kennen wir aus eigener Erfahrung.

Ich gebe mal zwei Beispiele:

Wir kennen alle so Momente, wo wir was falsch gemacht haben und uns das peinlich ist und wir es nicht zugeben wollen. Und wir kennen alle, wie groß die Versuchung ist, es dann mit der Wahrheit nicht so genau zu nehmen.

Notlüge nennen wir das dann gerne.

Und wir kennen das alle, wie automatisch das abläuft, blitzschnell, mühelos. Wie auf einer glatten Rutschbahn. Da ist ein Sog.

Aber sich zur Wahrheit zu bekennen, das ist schwierig. Mühsam. Da geht es bergauf. Da muss man sich dazu durchkämpfen.

Zweites Beispiel: Jemand schreit uns an und wirft uns beleidigende Worte an den Kopf. Wie groß ist da der Drang, zurück zu schreien und es mit gleicher Münze zurückzuzahlen. Das müssen wir nicht lernen. Da müssen wir nicht erst darüber nachdenken. Das kommt von selber, automatisch, mühelos.

Aber der Entschluss, Böses mit Gutem zu beantworten – das ist schwierig. Da müssen wir kämpfen.

 

Aber nicht nur das mit diesem Sog kann man gut bei Harry Potter lernen, sondern noch was anderes.

In seiner Welt gibt es zwei Sorten von Menschen:

Es gibt Magier – und es gibt nicht-Magier, die Muggles.

Muggles haben keine magischen Kräfte.

Die meisten Muggles halten Magie für Quatsch und Aberglauben.

Und die meisten Magier halten die Muggles für dumme und beschränkte Lebewesen, die einen wesentlichen Teil der Wirklichkeit nicht kennen.

Genauer: Die den größeren, den wichtigeren Teil der Wirklichkeit nicht kennen.

Wenn ein Muggle in London im Bahnhof Kings Cross zwischen Bahnsteig 9 und 10 läuft, sieht er da nur eine Wand. Und wenn er gegen die Wand läuft, dann bekommt er eine Beule an der Stirn.

Wenn ein Magier an derselben Stelle läuft, dann kommt er auf Bahnsteig 9 ¾ wo der Zug nach Hogwards abfährt.

In unserer Welt ist es ganz genauso.

Da gibt es Menschen, die sagen:

Der ganze Kram mit Gott und Jesus und das alles, das ist doch Quatsch. Erfindung. Einbildung. Das gibt es doch alles gar nicht.

Es gibt nur diese Welt und die Materie und sonst nichts.

Solche Menschen reden und denken genau wie die Muggle in der Welt von Harry Potter.

Und dann gibt es bei uns andere Menschen.

Menschen, die es erlebt haben: Jesus gibt es wirklich.

Er ist lebendig. Und ich kann ihn erleben.

Man kann seine Freundschaft erleben und seine Hilfe – so wie es in der Ikone abgebildet ist, die vorne auf dem Liedblatt ist.

Solche Menschen sind wie die Magier in der Harry-Potter-Welt. Sie sehen die ganze Wirklichkeit, nicht nur einen kleinen, unbedeutenden Teil davon.

Liebe Konfis.

Im Konfikurs haben wir versucht, Euch diese ganze Wirklichkeit zu zeigen.

Euch neugierig darauf zu machen.

Und haben versucht euch einzuladen, auf diesen Jesus zuzugehen.

Er zieht nämlich nicht.

Er drängt nicht.

Er steht vor der Tür und klopft an und wartet, dass er eingeladen wird.

Dann kommt er. Garantiert.

Das ist übrigens der große Unterschied zur Harry-Potter-Welt.

Wer dort als Muggle geboren wird, bleibt immer ein Muggle.

Wer dort als Magier geboren wird, der bleibt immer ein Magier.

Keine Veränderung möglich.

In unserer Welt ist das anders.

Da können wir von der einen Welt in die andere Welt kommen.

Wir können erkennen: Ja, das mit Jesus ist die Wahrheit.

 

Jeder kann ihn kennenlernen.

Und er sagt, wir lernen ihn kennen, wenn wir hören, was er sagt, und es dann tun. Es ausprobieren.

Wer auf meine Worte hört und sie ausprobiert, der wird merken, ob das dummes Zeugs ist oder Wahrheit, die von Gott kommt.

Jesus lädt uns also zu einem Experiment ein.

Nix mit blindem Glauben und so.

Ein Experiment.

Wer sich darauf einlässt, wird Erfahrungen machen.

Darum geht’s.

Das ist das Geheimnis.

Wer so lebt:

Ich höre auf das, was Jesus sagt, und nehme es in mich auf und ich handle danach und richte mein Leben danach aus – der begegnet dabei immer wieder auf Schritt und Tritt Jesus selber.

Der wird immer mehr und immer öfter und immer stärker erleben:

Jesus ist da, er liebt mich, er kennt mich, und er trägt mich.

Und er hilft mir bei meinem Kampf mit der Weichenstellung.

Ich stehe vor der Tür und klopfe an.

Wer auf meine Worte hört und sie ausprobiert, der wird merken, ob das dummes Zeugs ist oder Wahrheit, die von Gott kommt.

Was ihr jetzt damit macht, das ist eure Entscheidung.

Aber vergiss nicht: Deine Entscheidung hat Folgen.

Für Dein Leben und für die ganze Welt.

Ich wünsche dir, dass Du dich klug entscheidest.

Heute und immer wieder neu.

Und der Friede Gottes, …

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