Lebensfrohe Begeisterung

Liebe Schwestern und Brüder !

Wofür oder für was begeistern sie sich oder ihr euch?

Was bringt sie und euch in Euphorie?

Wo stecken Sie ihr ganzes Herzblut rein?

Für was brennt ihr? Für was seid sind sie Feuer und Flamme?

Die einzig wahre und natürlich beste Fußball Mannschaft, das begeisternde und euch innerlich motivierende Hobby, die euch und ihr sie liebende Familie oder Freunde, die eine und wunderschöne Liebe für einen ganz besonderen Menschen?

Für was begeistern sie sich / begeistert ihr euch?

Die Erfolge, Hoffnungen und Träume ihrer Kinder oder Enkel?

Was gibt ihnen Power und Kraft zum Leben, neben den weltlichen Dingen und Beziehungen, die wir lieben und nötig haben?

Was und wer ist das, was sie begeistert, anspornt, intrinsisch motiviert, ihnen Kraft und Trost gibt?

Nun die Bibel und gerade das Pfingstfest geben darüber Auskunft.

Die Power, die Kraft, die Dynamik, die Begeisterung, Feuer und Flamme in uns, das Brennen nach Glaube, Liebe und Hoffnung, aber auch das innere Streben nach Wahrheit geschehen durch den Geist Gottes.

Der Geist Gottes, der Heilige Geist ist dafür verantwortlich. Das glauben wir Christen. Gottes guter und anspornender Geist kann und will Menschen Kraft geben, Trost schenken, dankbar und glücklich machen.

Ja Pfingsten ist irgendwie auf den ersten Blick ein unanschauliches und schwer verständliches Fest. Es geht nicht um die Geburt eines göttlichen Kindes als Mensch und Erlöser der Welt wie an Weihnachten. Und um Geschenke.

Es geht auch nicht um die Auferstehung vom Tod und die Hoffnung auf neues, ewiges Leben in und durch diesen Jesus Christus. Auch nicht um Ostereier und Schokohasen

Es geht um den Geist Gottes, der Menschen bewegt, verändert, motiviert, ihnen Kraft und Power gibt und sie im Leben und Sterben begleitet.

Es geht um tiefstes Vertrauen, um Verlässlichkeit und Treue, um Liebe, Verantwortung, Sorge, lebenslange Begleitung und Bewahrung durch Gott.

Die christliche Lehre von der Dreieinigkeit Gottes geht davon aus, dass der eine Gott sich in drei Erscheinungsformen; Hypostasen offenbart. Als Vater und Schöpfer allen Lebens, als Sohn, Retter und Erlöser im Leben und Sterben und als Heiliger Geist Gottes, der tröstet, bewegt und verändert.

Unter Vater und Sohn können wir uns ja etwas vorstellen. Beim Geist Gottes ist es schon schwieriger. In der Bibel wird der Geist Gottes als Taube, die auch das universale Symbol für Frieden ist, dargestellt oder als Feuer und Flamme, die in uns brennen und uns motivieren zum Glauben, zur Liebe und zur Hoffnung.

 

Nochmal verdichtet:

  1. Gottes Geist wirkt dadurch, dass er uns Hoffnung schenkt, dass er uns zu lebensfrohen und dem Leben zugewandten Menschen machen kann und will.

Sowie die vielen jungen Menschen, die uns Erwachsenen zeigen und spiegeln, dass sich unsere träge du schlechte Klima- und Umweltpolitik ändern muss, um den sich ausbreitenden Klimawandel noch stoppen zu können.

Das sind keine pessimistischen und lautstarken Demonstranten oder faule Schulschwänzer, sondern kluge, an Fakten interessierte und auf Fakten Wissen aufbauende junge Menschen. Die machen sich zu Recht Sorgen um ihre persönliche Zukunft. Dafür brennen sie. Sie engagieren sich für eine gute klimatische Zukunft ohne Hitze, Dürre, Wirbelstürme, Hochwasser und durch diese Phänomene bedingte weltweite Migration.

Und deswegen haben sie Recht, wenn sie gegen den Plastikwahn und dann Müll vorgehen. Sie halten uns auch vor, ob jeder Billigflug letztendlich nicht eine große ökologische Belastung der Umwelt mit sich bringt.

Der Geist der Kinder und Jugendlichen ist ein guter Geist, ein die Dinge bewegender Geist, der sie in der Sorge um die eigene Zukunft antreibt.

 

  1. Gottes Geist wirkt dadurch, dass er in und für die Menschen Glauben schenkt. Glauben, der als fundamentale Hoffnung von Generation zu Generation weitergebeben wird.

Glauben, der hier in der Kirche als Glauben an Jesus Christus verkündigt wird.

Glaube, der im Konfi-Unterricht in seinen Inhalten gelehrt und gelernt wird.

Glaube, der durch seine innere Entfaltung in unserer Persönlichkeit, in unserer Seele, in unserem Charakter und für unsere Psyche so stabilisierend und lebensbejahend ist.

Der Geist Gottes, der in mir und durch mich brennt, kann und will mich ändern. Zum Guten, zum Hilfreichen, nicht dass mich alle guten Geister verlassen haben, sondern dass durch diesen Geist ein gutes, behütetes und gesegnetes Leben entsteht kann.

Darum geht es durch den Geist des Glaubens:

Verantwortung, Vertrauen, Treue, Zusammenstehen, Hilfe für den Nächsten.

 

  1. Und der Geist der Liebe unter und zwischen den Menschen verändert und trägt die Menschen.

Liebes ist letztendlich von Gott für uns Menschen bestimmt.

Und die Liebe hat doch auch viele wunderschöne  Facetten und Dimension. Angefangen bei der Lieben der Eltern für ihre Kinder und umgekehrt. Über die alles Leben und Sein bestimmende Lieb zu unseren Partnern und Gefährten, die uns streicheln, küssen, liebkosen, halten, trösten, tragen, in den Arm nehmen, motivieren, zu Leidenschaft bringen und – so Gott will und wir leben-  ein Leben lang begleiten und für uns da sind.

Oh welcher Grund für Dankbarkeit für dieses wunderschöne Sakrament des Lebens. Und welche Begeisterung entsteht in und durch die Liebe.

 

Und nun zurück zu den Ausgangsfragen:

Darum geht es an Pfingsten. Es geht um Begeisterung, um inneren Antrieb und Motivation, es geht um Feuer und Flamme in uns, die durch Glaube, Liebe und Hoffnung in uns in Brand gesetzt werden.

Es geht um dich und mich und wie wir unser persönliches Leben, aber auch unser Leben in der Gemeinschaft mit und durch Gottes guten Geist, den Heiligen Geist gestalten und organisieren.

 

Der Heilige Geist ist nicht sichtbar, aber seine Manifestationen, seine Resultate der Veränderung sind sichtbar.  Seine konstruktive Erneuerung  im Glauben erfahre ich auch als Trost und Hilfe, von der der heutige Predigttext spricht.  Dieser Trost und die Hilfe ist die Kraft Gottes, die mich aus der Dunkelheit zum Licht führt. Diese Kraft verheißt selbst dort leben, wo der Tod scheinbar erbarmungslos regiert. Durch den Heiligen Geist bekommen wir neuen Lebensmut und neue Hoffnung. Er tröstet uns in der Dunkelheit und führt uns wieder zum Licht des Lebens, z.B. beim Verlust eines geliebten Menschen. Er bewegt uns wieder mit seiner lebensspendenden Kraft, um unsere Verantwortung für unsere Mitmenschen wahrzunehmen.

Bei der Taufe bekommen wir den Heiligen Geist zu gesprochen. In der Taufe und durch die Taufe werden wir zu neuen Menschen, bekommen  wir ein neues Leben verheißen. Und zu Beginn jedes Gottesdienstes bitten wir um die Gegenwart des Heiligen Geistes, der das Feuer seiner göttlichen Liebe in uns entzünden soll.

Darum geht es also um Power, um Dynamik, um Hoffnung, um Glauben und um Liebe. Ich wünsche ihnen, euch und uns allen ganz viel Begeisterung im Leben. Begeisterung, die bewegt, erneuert, Kraft gibt, dem Leben Ziel und Richtung, Trost und Hilfe und vor allem die göttliche Glut des Glaubens.

Eine Glut, die uns durchwärmt mit Lebensinn, Hoffnung, Optimismus und ganz viel Liebe und Liebesfähigkeit.

Amen.

 

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.

Amen.

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