In Jesus: Not all is lost!

In Jesus: Not all is lost!

Liebe Schwestern und Brüder!

Wer schon jemals gesegelt ist, der weiß, dass die Wellen hoch schlagen und der Wind stürmisch sein können. Und dann besteht durchaus die berechtigte Gefahr zu kentern und mit dem Boot unterzugehen.Insofern kann ich die Jünger Jesu gut verstehen, wenn sie Angst haben, dass das Boot voll Wasser läuft,  zu kentern droht, um dann zu sinken. Wer kann das nicht nachvollziehen!?

Und auch im übertragenen Sinn kann einem das Wasser bis zum Hals stehen. „Mir steht das Wasser bis zum Hals.“ Wir kennen diese Redewendung. Manchmal macht mir die Angst das Atmen schwer. Wenn Sturmzeit angesagt ist, wenn mir ein Verlust den Boden unter den Füßen wegzieht, dann suche ich Halt. Dann brauche ich jemanden, der wie ein Fels in der Brandung steht und den Wellen Einhalt gebietet. Für die Jünger war Jesus derjenige, der die Naturgewalten beherrschte. Er war es der den Sturm stillte und ihnen die Angst nahm. Er ist mit seinem Vertrauen und seiner Fürsorge näher an den Jüngern als sie ahnen. Er kümmert sich um ihre Ängste und rettet sie aus dem Sturm, der über sie rein bricht.

Über den Kampf mit den Gezeiten und den Stürmen gibt es einen grandiosen Film mit Robert Redford. Der Film heißt: “All is lost“. Auf Deutsch: Alles ist oder scheint verloren! Es ist der scheinbar aussichtslose, aber existentielle Kampf eines einsamen Seglers im Indischen Ozean gegen den Untergang, quasi ein Kammerspiel mit einer Person auf einem manövrierunfähigen und sinkenden Segelschiff.

Der namenlose Einhandsegler (gespielt von Robert Redford) wird auf seinem 39-FußSegelboot Virginia Jean von plötzlich einlaufendem Wasser aus dem Schlaf gerissen. Ein im Meer treibender Container hat sein Segelboot gerammt und steckt noch im Rumpf, und somit gerät der Segler in Seenot. Mit einem Treibanker stabilisiert er den Container und segelt das Boot zur Seite, um Reparaturen durchführen zu können. Beim Versuch, eine Reparatur der Funkantenne am Masttop durchzuführen, bemerkt er am zweiten Tag einen aufziehenden Sturm. Eilig bereitet er das Boot auf den Sturm vor, pumpt Trinkwasser in einen Reservekanister und rasiert sich ein letztes Mal.

Der lange andauernde, schwere Sturm trifft Boot und Segler hart. Schon beim Versuch, eine Sturmfock zu setzen, ertrinkt der Mann fast und kann sich nur dank seiner Sicherungsleine an Bord retten. In der Folge kentert das Boot durch und wird schwer beschädigt. Der Mast bricht, Wasser dringt ein. Bei einer weiteren Kenterung ertrinkt der Segler erneut beinahe. Schließlich kann er das schwer beschädigte Boot mit seinem Treibanker rudimentär stabilisieren. Der Sturm wütet mit großer Stärke weiter, weswegen er sich in der Kajüte so stark den Kopf stößt, dass er ohnmächtig wird.

Als er wieder zu sich kommt, liegt er auf der Kajütenbank und weitgehend im Wasser. Ihm wird klar, dass er das Boot nicht retten kann. Deshalb bläst er sein Rettungsfloß auf und holt den Frischwasserkanister und einen Kasten mit einem Sextanten von Bord.

Bevor das Segelboot endgültig versinkt, rettet er einige wichtige Utensilien vom Boot auf ein RettungsfloßKurz danach versinkt das Boot endgültig im Indischen Ozean.

Bald darauf trifft ein weiterer Sturm trifft das Floß, so dass auch dieses kentert. Von unterhalb des Floßes versucht der Segler, das Floß aufzurichten.

Seine Situation spitzt sich erneut  zu, als er feststellt, dass sein knapper Trinkwasservorrat mit Salzwasser verunreinigt ist. Jedoch kann er eine Vorrichtung bauen, mit der er kondensierendes Wasser sammelt. Auf der Seekarte sieht er, wie er mit der Strömung langsam auf eine Schifffahrtsroute zutreibt. Tatsächlich sichtet er einen Containerfrachter (im Film ist das die Marit Mærsk, kann sich aber mittels Handfackel nicht bemerkbar machen. Als er tagsüber mit der Notangel einen Fisch gefangen hat und ihn zu sich ziehen will, schnappt sich ein Hai die Beute. Nachts wird er wach, als ein zweites Schiff ihn fast überfährt; wieder wird er trotz des Abfeuerns mehrerer Signalraketen nicht gesehen. Die Sonneneinstrahlung macht ihm zu schaffen, er liegt tagsüber apathisch im Rettungsfloß.

Am achten Tag schreibt er einen Abschiedsbrief (der zu Beginn des Films verlesen wurde) und wirft ihn als Flaschenpost ins Wasser. In der Nacht sieht er erneut ein Licht. Er zerreißt das Seglerhandbuch und zündet es in einem Kanister an. Bald greift das Feuer auf das gesamte Floß über, und der Segler muss ins Wasser springen. Er schwimmt einige wenige Züge im Wasser und versinkt dann – vielleicht absichtlich – langsam im Ozean.

Von unten im Wasser zeigt die Kamera den Feuerring des brennenden Rettungsfloßes. Der Rumpf eines Bootes gleitet von links ins Bild. Eine starke Leuchte sucht die Wasseroberfläche ab. Der Segler kommt zu sich und schwimmt mit kräftigen Zügen an die Oberfläche zurück. Er ergreift eine Hand, die sich ihm helfend entgegenstreckt. Am Ende des Films leuchtet das Bild für einen Sekundenbruchteil gleißend hell auf.      (Beschreibung der Filmhandlung  nach Wikipedia)

Soweit zum Film. Der Ertrinkende wird oder scheint gerettet. Ein helfende Hand zieht ihn aus dem Wasser

Und wenn wir uns Jesus als denjenigen vorstellen, der mit seiner unsichtbaren helfenden Hand uns aus dem Wasser zieht oder mit seiner unsichtbaren helfenden Hand den Sturm stillt, dann liegen wir richtig. Jesus ist Herr über Naturgewalten und Stürme des Lebens. Dort, wo Gott uns allein zu lassen scheint, dort, wo wir meinen, ihn wachrütteln zu müssen, ist er ganz nah, besänftigt, tröstet, glättet Wogen. Selbst die größte Flut ging zu Ende. „Warum seid ihr so furchtsam?“, fragt Jesus, als alles vorbei ist. Habt ihr kein Vertrauen? Es geht also auch um Vertrauen und Glauben an die eigenen Fähigkeiten und Widerstandsfähigkeit, die der Glauben an Gott hervorbringt, aber auch an die Möglichkeiten, die der Glaube an Gott positiv bieten! Dietrich Bonhoeffer hat diese Möglichkeiten,  diese Widerstandsfähigkeit und nötige Resilienz, d.h. die psychische Widerstandskraft und Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen, folgendermaßen beschrieben:

Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern auf ihn verlassen.                         Quelle:     Widerstand und Ergebung, DBW Band 8, Seite 30

Also lauten die Antwort und sind die Reaktionen auf die Stürme des Lebens: Gottvertrauen, Glaubensgewissheit und die uns Menschen angeborene Fähigkeit zum überleben.

Überlebenswille und Gottvertrauen können und wollen aus den Stürmen herausführen, auch mit dem religiösen Wissen untermauert, dass man nie weiß für was das gerade gut ist, was wir erleben und erfahren.Wenn der Sturm kommt, dann brauche ich eine helfende und rettende Hand. Jesus Christus ist für uns die helfende und rettende Hand. Er appelliert an unseren Glauben und unser Gottvertrauen, die Dinge in religiöser Gewissheit und mit dem Gleichmut und der Ausdauer des Glaubens zu akzeptieren und anzunehmen. Und dann kann es passieren, wie Dietrich Bonhoeffer bekennt und glaubt, noch mal:

Glaubensbekenntnis
Ich glaube,  dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will.  Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.
Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen.
Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen.
In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.
Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind,
und dass es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.
Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Fatum ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete
und verantwortliche Taten wartet und antwortet.        Quelle:     Widerstand und Ergebung, DBW Band 8, Seite 30

Amen.

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