Licht, das die Dunkelheit erhellt

Liebe Schwestern und Brüder,

illustre Gäste und Besucher mit teuren Gastgeschenken waren es, die an die Krippe zum neugeborenen König der Juden kamen. Gold, Weihrauch und Myrrhe brachten sie mit.

Weihrauch und Myrrhe sind Harze, die duften und stark riechen. Man benutzte sie in der Antike für die Herstellung von Parfüm und Salböl. Weihrauch wurde u.a. zum „Räuchern“ im Tempel benutzt. Es waren sehr teure Geschenke der heidnischen Weisen und Sterndeuter. Präsente, die eines Königs würdig waren. Und Könige waren sie auch.

Diese drei Weisen aus dem Morgenland, astrologisch-astronomisch versierte Sterndeuter und auch im Volksmund bis heute die drei Heiligen Könige genannt, mit den Namen Caspar, Melchior und Balthasar (20*C+M+B +19) = Christus Mansionem Benedicat= Christus segne dieses Haus in 2019) . Diese Drei sind bis in die heutige Zeit in der christlichen Erzählung von der Geburt des Heilandes und Erlösers Jesus Christus extrem wichtig, denn durch diese drei hängt der Hausssegen nicht schief.

In keiner Krippendarstellung fehlen sie und heute ist ihr kirchliches Fest: Heilige Drei Könige. In katholischen Gegenden ziehen die heute Sternsinger von Haus zu Haus, segnen das Haus und die dort wohnenden Menschen und sammeln für einen guten Zweck. Die drei Weisen aus dem Morgenland waren sozusagen auch die zweiten Zeugen der Geburt Jesu, nach den Hirten.

Arme Hirten und reiche heidnische Könige huldigten dem neugeborenen Messias und Retter der Menschheit gleichermaßen. Da war ein besonderer Stern am Himmel aufgegangen und dieser Stern hatte sie bis zur Krippe nach Bethlehem geführt.

Sie fragten den König Herodes nach dem Stern und dem neugeborenen König der Juden. Doch sie waren so schlau, es ihm nicht zu verraten, wo die Krippe stand und wo die Geburt stattgefunden hatte. Denn sie trauten Herodes zu Recht nicht über den Weg. Kurz darauf ließ Herodes den berühmt-berüchtigten Kindermord von Bethlehem begehen und ließ alle Neugeborenen töten.

Der Evangelist Matthäus, dem wir diese Geburtsgeschichte verdanken haben, schildert die Geschichte Jesu schon von Anfang an als spannenden Krimi mit Mordabsichten.

Wenn es nach Herodes gegangen wäre, dann wäre die Königsherrschaft Christi von Anfang an im Keim erstickt worden.

Die Weisen jedoch ahnten, spürten und wussten in ihrem Inneren, dass von diesem neugeborenen König eine besondere Faszination und Heilsgeschichte ausging.

Und so ist es auch bis zum heutigen Tag. Die Geburt eines kleinen Kindes mit dem Namen Jesus von Nazareth, dem Sohn von Maria und Josef aus Nazareth, unter ärmlichen Verhältnissen im Städtchen Bethlehem geboren, wird zum wunderbaren Beginn und Siegeszug der größten Weltreligion. Gerade haben wir uns an Weihnachten dieser Tatsache erinnert.

Da ist einer auf die Welt gekommen, da ist einer in unser Leben getreten, um uns zu erlösen.

Und wer sich wie die drei Heiligen Könige anstecken lässt von dieser wundersamen Geburt des Retters und Erlösers der Menschheit und vor ihm niederkniet und ihn zu seinem König des Herzens macht, den wird er zeit seines Lebens und über das persönliche Leben hinaus erlösen und befreien.

Erlösen und befreien zum Glauben, zur Hoffnung und vor allem zur Liebe.

Das glauben wir Christen.

Wo Menschen diesen neugeborenen Retter als Jesus Christus  und als Herrn erkennen und anerkennen und einander nach seinem Willen lieben, dort beginnt das Reich Gottes.

Da wurden und werden Menschen verändert…. Und auch wir modernen Christen des 21. Jahrhundert leben in der Spannung und mit dem Widerspruch, dass diese Welt noch nicht erlöst ist, auch wenn wir schon im Glauben hier und jetzt das Reich Gottes, das Himmelreich mit und in den Augen des Glaubens sehen.

Und so bedeutet der Glaube an Jesus Christus und sein  Himmelreich oder der Gebetsruf „Vater unser im Himmel“ bzw. das Bekenntnis „aufgefahren in den Himmel, er sitzt zur rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten“, immer mehr als eine Bestimmung des geografischen Raums über uns oder ein gequältes Hinaufschauen in die Wolken, um dann festzustellen, dass dort nur Atmosphäre ist.

 Wer hingegen an Jesus Christus glaubt, ob als Kind oder Erwachsener, der tritt ein in eine Dimension der Wirklichkeit, die sich jenseits von Naturwissenschaft, Zweifel, Agnostizismus und angestrengtem Atheismus befindet.  Dem oder der tut sich der Himmel auf. Der Himmel des Glaubens an Jesus Christus. Eine Welt der unendlichen Möglichkeiten des Reiches Gottes, das überall sein kann und will und das auch mitten unter uns am heutigen Tag seinen religiösen und räumlichen Himmel über uns aufspannt.

Das verschafft mir die Möglichkeit im Glauben vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang Gott für seine wunderschöne Natur zu danken und mich als Geschöpf zu empfinden, das unter Gottes großem Himmel lebt. Paul Gerhardt, der Liederdichter, lobt Gottes anvertraute Schöpfung im berühmten Lied. „Geh aus mein Herz und suche Freud …“!

 Wer an Jesus Christus und seinen Himmel glaubt und nicht nur über die astronomische Bestirnung über uns, der weiß, dass der Glaube an Jesus, den Christus, himmlische Perspektiven bietet. Nicht nur für ein Jenseits oder dem vielleicht weltabgewandten Leben in einem religiösen Himmel, sondern im Hier und Jetzt auf Erden.

Hier und jetzt auf dieser Welt, um das Antlitz dieser Welt im Sinne Jesu etwas freundlicher werden zu lassen.

Idealtypisch wäre dies der bereitete Himmel auf Erden. Und das bedeutet konkret. Wir haben von Jesus, dem Christus und Gottes Sohn die Bergpredigt bekommen, wir sollen unsere Feinde lieben und an der Schaffung einer friedlichen Welt und der Bewahrung der Schöpfung und der Schaffung von gerechten Verhältnissen mitarbeiten.

Wer an Jesus Christus glaubt und in seiner Nachfolge lebt, der weiß auch, dass wir hier auf Erden leben, Verantwortung tragen und uns für Gerechtigkeit einsetzen.

Und wer mit dem Herzen weit und klar in den religiösen Himmel blickt, der weiß tief in sich drinnen bestimmt der Glaube an Jesus Christus den eigenen Horizont der Möglichkeiten.

Wer in dem von Gott geschenkten Himmel lebt, der weiß, dass Jesus Christus für ihn lebt, hilft, tröstet, rettet, stärkt, begleitet, hält, vergibt, liebt, trägt, barmherzig ist und erlöst..

Wer an diesen Jesus Christus glaubt, für den existiert er nicht nur symbolisch, sondern ganz real, mächtig und lebensbestimmend im Hier und Jetzt.

Das war schon von Anfang an so, als die drei Weisen aus dem Morgenland nach Bethlehem in den Stall zogen, um dem neugeborenen Messias zu huldigen und anzubeten.

Denn über und durch dieses Kind tat und tut sich ein neues Licht für die Welt auf. Ein Licht, das die Dunkelheit durchbricht und erhellt. Ein Licht und ein Stern am Firmament, der unser ganzes Leben ausleuchtet und bescheint. Das Licht des Lebens in und durch Jesus Christus. Dieses Licht haben wir für immer.

Amen.

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