Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater und Friede-Fürst.

Liebe Schwestern und Brüder!

Heute ist Heiligabend, der Tag, an dem wir Christen die Geburt unseres Herrn Jesus Christus feiern. Gott kommt in diese unfertige und häufig auch böse Welt, um uns zu erlösen.

Er verspricht uns, bei uns zu sein, in guten und in schlechten Tagen.

Das ist die Botschaft von Weihnachten.

Und doch klingt die Botschaft wie ein Märchen aus uralten Zeiten. Der Prophet Jesaja prophezeit und verheißt vor 2700 Jahren in einer phantastischen Vision einen Retter, einen Messias, einen Erlöser der Menschheit, einen, der Licht in die menschliche Dunkelheit bringt. Es wird einer über uns herrschen, der sich für Recht und Gerechtigkeit in Ewigkeit einsetzt. Einer, der der personifizierte Frieden ist, wird Herrschaft über uns haben und die Freude groß in uns machen.

Und die märchenhaften Züge dieses noch zu gebärenden Kindes, das der Retter der Menschheit sein soll, drückt sich auch in den Hoheitstiteln für das Kind aus:

Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater und Friede-Fürst. So lauten die phantastischen Metaphern und Bezeichnungen dieses kommenden Retters und Erlösers der Menschheit.

Nochmal:

Wunder-Rat,

Gott-Held,

Ewig-Vater,

Friede-Fürst.

Und obwohl die Botschaft über den kommenden Messias von Anfang an so phantastisch klang und märchenhafte Züge hatte, glaubten die Menschen voller Inbrunst und mit tiefem Gottvertrauen, dass dieser Messias -für uns Christen ist er als Jesus Christus der Namensgeber unserer Religion-  der Retter und Erlöser der Welt ist, der universalen Frieden und göttliche Gerechtigkeit bringt.

Und im Unterschied zum Märchen, das häufig eine Moral beinhaltet,  geht das mit der Botschaft von Jesus Christus, dem Glauben an Gott und dem Vertrauen zu Gott viel tiefer und existentieller in uns hinein, als es die Moral eines Märchen jemals schaffen würde.

Der Glaube an den Wunder-Rat verheißt, hofft und weiß um die Wunder Gottes in unserem Leben. Denn es ist allein schon der Glaube an Gott in einer gottlosen Zeit ein Wunder. Und ich kann es auch als ein Wunder interpretieren, dass ich in einem Land leben darf, in dem Frieden und Sicherheit Rechtsnormen und Staatsdoktrin sind. Der Wunder-Rat unterscheidet sich auch vom Weihnachtsmann, dass er das Subjekt des Wunders ist und er nicht banal Wünsche wie der Weihnachtsmann oder die bestellten Päckchen von Amazon erfüllt. Der Glaube  an diesen Wunder-Rat gibt Lebenskraft, Gewissheit und Orientierung im Leben und das in einer unübersichtlichen Welt und Zeit. Das ist auch ein Wunder.

Gott-Held, die andere Metapher für den Messias.Wenn der Messias, der Christus, mein Retter und Erlöser Jesus Christus, mein Gott-Held ist und bleibt, dann bewundere ich seine Taten und Werke für uns Menschen. Selbstaufopferung, Einsatz für die Schwachen, Elenden und Außenseiter, Botschaft von der befreienden Gnade Gottes, wo es nicht nach Ansehen, Besitz, Härte oder Macht geht. Denn im täglichen Miteinander und im Jahresverlauf müssen wir oder sollen wir hart und vielleicht ein bisschen herzlich und höchstens ein klein wenig gnädig sein. Und doch wünscht sich jeder etwas Gnade, Barmherzigkeit, Geborgenheit und Frieden.  Gnadenlos und rücksichtslos scheint auch unser kapitalistisches Wirtschaftssystem zu sein, das die Erfolgreichen belohnt und die Schwachen und Wehrlosen noch wehrloser und schwächer zu machen scheint. Und so breitet sich eine scheinbar gnadenlose und rücksichtslose Gesellschaft aus, wo jeder auf seinen eigenen Vorteil bedacht.

Der Philosoph Platon schreibt, dass der Mensch des Menschen Wolf ist.

Im Stillen und heimlich geben aber viele Menschen zu, dass sie sich eigentlich etwas anderes wünschen und bestimmt auch etwas anderes suchen.

Ja, diese Sehnsucht ist bei uns allen da. Es ist die Sehnsucht nach Erfüllung und Erlösung, nach einem erfüllten, geliebten und verstandenen Leben.

Jeder von uns sich, dass das Leben zu uns gnädig und gut ist.

Aber das Leben ist leider nicht immer fair und gerecht.

Vieles gelingt, manches geht daneben, misslingt und manchmal erfüllt sich auch das Leben in seiner ganzen Größe und Pracht. Das geschieht so im Laufe des ganzen Lebensrhythmus und auch im Jahresverlauf. Vor ihrem inneren Auge können Sie ja einmal einen Augenblick innehalten

und die gelungenen Momente, die heilsamen und gnadenvollen Situationen Revue passieren lassen und die, in denen sie die Gnadenlosigkeit des Lebens an sich selbst gespürt haben oder andere ihre Gnadenlosigkeit haben spüren müssen.

Ewig-Vater: Das ist ein Vater, der weit über alles Biologische hinausgeht. Er ist der Wunsch-Vater, der Vater, den wir vielleicht niemals hatten, aber schon immer unser Wunsch war. Der absolute Held, das Non-Plus-Ultra aller Hoffnungen und allen Glaubens, in der Art und Weise wie ich von ihm Liebe und Zuneigung bekomme. Er ist immerzu Zeit meines Lebens da und darüber hinaus. Er vergibt mir meine Schuld, erlöst mich vom Bösen und nimmt mich so an wie ich bin. Und wer diesem Ewig-Vater folgt, der spürt und glaubt an sein Reich, seine Kraft und seine Herrlichkeit in Ewigkeit.

Und schließlich der Friede-Fürst.

Nicht, um gleich mit einem negativen anzufangen. Nicht der Fürst der Finsternis und seiner historischen Abkömmlinge von schrecklichen Diktatoren und perversen Ideologien, die das Böse und Schreckliche unter die Menschen brachten und immer wieder bringen. Sondern der Friede-Fürst, der von sich Frieden und Segen für alle Menschen verkündigte. Der Frieden und Liebe zum Nächsten und auch mit dem Feind einforderte, der Frieden für die Menschheit bringt und die Menschen zum Guten anstachelt.

Frieden für die WELT, Frieden für die Menschen, Frieden in der Familie, Frieden unter Nachbarn, Frieden, von außen und innen für einen selbst. Einfach universalen, göttlichen Frieden, der dem Menschen zum Wohlgefallen wird wie es in der Weihnachtsbotschaft heißt.

Und wer der Botschaft dieses

Wunder-Rates,

Gott-Heldes,

Ewig-Vaters und

Friede-Fürstes

folgt, vertraut und tief im Inneren glaubt, der wird erlöst, befreit, begleitet, gesegnet und glücklich und zufrieden leben und auch dereinst sterben können.

Denn das ist die Botschaft von Weihnachten für jeden von uns:

Jesus Christus ist das größte Wunder in unserem Leben, er ist der göttliche Held und die Orientierung in unserem Leben, sein Vater ist auch mein Vater und von ihm werde ich erlöst.

Und er ist, bleibt der Friede und wünscht und schenkt Friede. Universalen, einzigartigen und wundervollen Frieden.

Und mit den grandiosen Worten des Propheten Jesaja ausgedrückt, ist er für uns ein

Wunder-Rat,

Gott-Held,

Ewig-Vater und Friede-Fürst.

 

Auf ihn, auf Jesus Christus vertrauen wir, hoffen wir und ihm glauben wir. Von Anfang an, jetzt und immerdar.

Amen.

 

 

 

 

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