Dankbares Leben in Gott

Liebe Gemeinde,
hören wir den Predigttext im 1. Thessalonicher, 1,2-10.

Ich denke an die christliche Gemeinde in Thessaloniki. Und mir stellen sich viele Fragen. Gott hat sich uns Menschen und seiner Welt zugewandt. Dies hat ihn faktisch seinen Sohn gekostet! Macht dieses Opfer überhaupt noch Sinn?
Warum ist der Frust so groß, wenn die Leute das Wort Kirche hören? Warum werden die Kirchen, außer an Weihnachten, immer leerer? Warum haben wir nicht den Mut unseren Glauben außerhalb der Gemeinde zu bekennen? Worauf kommt es mir im Glauben an und was trägt uns als Gemeinde?

Ihre Antworten, liebe Gemeinde, werden hier höchst unterschiedlich ausfallen. Auch Paulus hat unterschiedliche Antworten in verschiedenen Situationen gegeben.

Oft höre ich, dass Jesus das Zentrum unseres Glaubens ist. Auch das er sich, nach wie vor, für die Lebensrechte derer einsetzt, die keine Rechte mehr haben.

Wer krank ist, findet seinen Halt in der Zuwendung die Jesus den Gequälten gab. Er vernahm Leiden, Schmerzen und Schreie und heilte. Jesus selbst litt am Kreuz, so können auch wir Schmerz und Leid überwinden.

Wer im Leben erfolgreich ist, wird in „der Ermahnung“ das Zentrum des Glaubens finden. Sich nicht über andere zu erheben und die Gaben Gottes zum Wohl aller Menschen einzusetzen.

Wenn Jemand von uns trauert, wird ihm die unendliche Liebe Gottes Halt geben. Die Hoffnung den Verstorbenen geborgen zu wissen. Ja, es wird neues, verwandeltes Leben geben. Gott wird die Tränen abwischen und das gibt mir bei aller Zerrissenheit neue Lebenskraft.

Liebe Gemeinde, unsere Antworten werden unterschiedlich sein. Und doch ist überall eines gleich: das hilfreiche Wort Gottes. Wir Christen leben von und mit ihm. Und das ist auch das Geheimnis der Gemeinde in Thessaloniki.

Wir Menschen sehen die unterschiedlichsten Fassetten unseres Glaubens. Wir suchen neue Lebenswege im Glauben. Und diese Vielfalt des Glaubens lebt auch in unserer Gemeinde, genauso wie in Thessaloniki. Hier begegnet uns das Wort, welches uns zum eigenen Glaubenszentrum führt. Und Paulus dankt Gott dafür.

Gottes Wirken geht unaufhörlich weiter, bis zum Ende aller menschlichen Tage. Aus diesem Grunde können und dürfen wir nicht aufhören Gott dafür zu danken.

Auch deshalb ist es so wichtig, dass wir durch unsere Gebete und unser Leben Vorbilder sind. Wir bestätigen das Wirken Gottes, unter uns. Dadurch machen wir die Lehre außerhalb unserer Gemeinde sichtbar und glaubhaft. Aus der Fülle unseres Lebens dürfen wir von und über Gott sprechen.

Wer permanent mit Gott im Gespräch ist, hat in Krisensituationen kein Problem Gott um Hilfe zu bitten. Wir Betenden sind geübt und haben schon Praxiserfahrungen mit Gebetserfüllungen durch den Herrn.

Liebe Gemeinde, die Welt braucht dankbare Menschen. Wo wir nicht mehr mit einander und für einander danken können, da wird der Verlust an Menschlichkeit die Folge sein.

Dann wird sich aus Nächstenliebe Fremdenhass entwickeln. Wir kennen die Unterschiede zwischen „weiß und schwarz“. Aber dann greift Interessenlosigkeit um sich, wenn z.B. brutale „Andersdenkende“ Mitbürger angreifen, ja misshandeln.

Dann macht es uns nichts mehr aus, dass zwei Drittel der Menschheit verhungern, während ein Drittel der Welt im Überfluss lebt.

Es ist doch jetzt schon so, dass unwürdiger und geringschätziger Umgang miteinander gelebt wird. Wann wird denn noch frohen Herzens gedankt? Meist kommt doch nur der dumme Spruch: „Nicht dafür.“ Alles ist dankenswert und nichts ist selbstverständlich. Wir Christen haben das Wissen um wertschätzendes Miteinander. Lasst uns Vorangehen durch dankbares Vorbild!

Der Text mahnt uns, dem Wirken Gottes den Weg frei zu machen. Er mahnt uns mit unseren Sinnen und mit unserem Herzen offen zu sein. Lasst Gott sein Werk unter uns immer wieder neu beginnen. So bleiben auch wir auf dem Weg Jesu. Allerdings, unser Einsatz ist auch mit und unter Gottes Wirken notwendig.

Der Glaube soll und muss durch uns aktiv gelebt werden. Die Liebe fordert intensiv unser Mühen heraus. Die Hoffnung verlangt von uns, dass wir durchhalten. Das unser Einsatz für den Glauben aller Mühen wert ist, das zeigt uns das Leben Jesus. Er bezeugt, dass ein neues Menschsein keine Zukunftsvision ist.

Jesus vertrauen, sich ihm anvertrauen und nach seinem Willen handeln, das ist das Zentrum unseres Glaubens.

Der Friede Gottes der höher ist als alle Vernunft, weise uns den Weg unseren Glauben vorbildlich zu leben und bewahre unsere Herzen und Sinne im Zentrum Christus Jesus. Amen.

(Danke, Anregungen zu Teilen meiner Predigt habe ich erhalten von Manfred Zuzak.)

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