An der Hand des Heiligen Geistes

Liebe Gemeinde,
ich weiß nicht ob sie diese Anekdote kennen?
Ein Mann kommt in ein Geschäft, ahmt die Türglocke nach und sagt: „Palim Palim, ich hätte gern zwei Flaschen Blumenkohl“. Und der Verkäufer fragt ganz selbstverständlich: „Ja, haben sie denn Flaschen dabei?“

Dieser Sketsch von Dieter Hallervorden passt ganz wunderbar zum Pfingstfest. Zum Einen weil gelacht wird. Zum Anderen weil er zeigt, auch wenn es noch so absurd erscheinen mag – es ist möglich.

Wir feiern Pfingsten, das Fest des Heiligen Geistes.
Und dieser Heilige Geist, der ist absurd! Dieser Heilige Geist, der ist unfassbar. So unvorstellbar, wie Blumenkohl in Flaschen. Und doch, der Geist ist unter uns spürbar.

Gott-Vater als Schöpfer, den können wir sehen. Der Sohn ist uns verständlich, Jesus war ja schließlich ein Mensch. Aber der Heilige Geist, der bleibt abstrakt. Und doch bleibe ich dabei: Er ist spürbar!

Wir reden und bearbeiten Gedanken über Gott. Wir haben Fähigkeiten, wir glauben und lieben. Auch gute Werke vollbringen wir. Das alles wirkt der Heilige Geist.

In einem Glaubenslied heißt es: „Der weht wohin er will und mag“. Wie ein Brausen, wie Feuerzungen, so beschreibt die Bibel die Austeilung des Geistes.

Das was lebendig macht, das ist der Geist. Das was uns trotzig sein lässt, gegen die Lacher der Welt, das ist der Geist.

Paulus schreibt im 1. Korintherbrief von diesem Geist. Und er sagt: (nach 1. Kor 2,12-16)

„12) Wir haben diesen Geist erhalten, den Geist der von Gott kommt, nicht den Geist der Welt. 13) Wir reden und predigen wie der Geist es lehrt. 14) Wer den Geist Gottes nicht hat, der lehnt ab was wir sagen, weil ihm ohne den Geist Gottes das nötige Urteilsvermögen fehlt. 15) Wer aber den Geist Gottes hat, der wird angemessen urteilen. 16) Denn der Geist Gottes zeigt uns die Gedanken Gottes.“

Wir alle, die Gemeinde Christi, haben den Geist Gottes erhalten. Mit der Taufe wird Dieser ausgegossen auf unser Haupt. Das ist ein Geschenk, anders als wir es von der „Welt“ kennen.

– Der Geist Gottes ist etwas Besonderes, ist skurril, macht Scherze und er lässt sich nicht festlegen.
– Der Geist Gottes hat keinen Kosten-Nutzen Faktor, doch ist er sehr effektiv.
– Der Geist Gottes hat keinen Zeitplan, doch hat er immer Zeit.
– Der Geist Gottes hat keine Sonderausbildung und speziellen Qualifikationen, doch ist er im höchsten Maße weise.
– Der Geist Gottes hat keinen Haushaltsplan, doch wirtschaftet er sehr gut.
– Der Geist Gottes weht wohin er will und mag, er lässt sich nicht einsperren und wir können ihn nicht festhalten.

Und doch: Es wäre zu schön, wenn wir wie ein Kunde zu Gott sagen könnten: „Palim Palim, ich hätte gern zwei Flaschen von diesem Heiligen Geist“.

Nur würde Gott nicht nach den Flaschen fragen, sondern er würde lachen. Uns nicht auslachen, sondern anlachen. Und dann wird er seinen Geist wehen lassen in unsere kalten Kirchen. Und wieder lesen wir die Worte des Paulus:

„12) Wir haben diesen Geist erhalten, den Geist der von Gott kommt, nicht den Geist der Welt. 13) Wir reden und predigen wie der Geist es lehrt. 14) Wer den Geist Gottes nicht hat, der lehnt ab was wir sagen, weil ihm ohne den Geist Gottes das nötige Urteilsvermögen fehlt. 15) Wer aber den Geist Gottes hat, der wird angemessen urteilen. 16) Denn der Geist Gottes zeigt uns die Gedanken Gottes.“

Wir müssen nicht um den Geist Gottes bitten und flehen, sondern wir dürfen dankbar sein. Er ist auf uns ausgegossen.
Gott als Schöpfer, sehen wir. Gott als Sohn, ist uns vertraut. Gott als Heiliger Geist, wirkt mitten unter, in und um uns. Dem müssen wir nicht zum Sieg verhelfen oder ihn raus lassen. Der wirkt einfach so.

Es hat meine Frau und mich in die schöne Mittelmark verschlagen – wirken des Geistes.
Hier bin ich verkündigender Lektor geworden – wirken des Geistes.
Menschen engagieren sich ehrenamtlich in dieser Kirche, wir können hier Glauben leben – wirken des Geistes.
Sie sind heute hier um Gottesdienst zu feiern – wirken des Geistes.
Ein Organist spielt heute die Orgel und macht dies auch noch gern – wirken des Geistes.
So gäbe es noch unzählige Beispiele aufzuzählen.

Wenn wir es zulassen können, ist der Geist Gottes spürbar in allem was wir tun. Nicht immer ist er eine Stütze, manchmal ist er auch die kritische Frage oder das entschiedene Nein.

Also lasst dem Geist Gottes freien Lauf. Schließt ihn nicht ein. Lasst ihn raus aus Kirchen, Bibeln und Gebetsbüchern, aus dem Privaten. Verlassen wir uns darauf, dass er weht. Dem Geist Gottes können wir vertrauen. Mehr als dem Geist der Welt. Was in unserer Welt absurd erscheint, daran glauben wir.

14) „Wer den Geist Gottes nicht hat, der lehnt ab was wir sagen, weil ihm ohne den Geist Gottes das nötige Urteilsvermögen fehlt. 15) Wer aber den Geist Gottes hat, der wird angemessen urteilen. 16) Denn der Geist Gottes zeigt uns die Gedanken Gottes.“

Nehmen wir Paulus beim Wort, lassen wir den Geist wirken. In unserem Reden, Handeln und auch Predigen. Menschen die unseren Glauben nicht teilen, werden uns für töricht halten. Vielleicht auch für naiv und/oder weltfremd. Allerdings, mit dem „weltfremd“ könnten sie sogar etwas Recht haben. Der Geist Gottes ist nicht von dieser Welt! Er geht und weht wohin er will oder mag. Lassen wir es stürmen!

Der Frieden Gottes, der uns gibt den Geist der Liebe, der Kraft und der Besonnenheit, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen

(Danke, Anregungen zu Teilen meiner Predigt habe ich erhalten von Otto Voigtländer.)

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