Gute Nachricht statt Fakenews

Elke: Die Liebe Gottes, die Gnade Jesu Christi und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit uns allen.

Liebe Gemeinde,

die Ostergeschichte nach Matthäus ist die dramatischste der Ostergeschichten. Wenn ich einen Film über die Ostergeschichte drehen würde, würde ich die Geschichte nach Matthäus wählen. Und es würde ein Actionfilm werden.

Albrecht: Ich lese Matthäus 28,1-15

1 Als aber der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria Magdalena und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen.

2 Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf.

3 Seine Erscheinung war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee.

4 Die Wachen aber erbebten aus Furcht vor ihm und wurden, als wären sie tot.

5 Aber der Engel sprach zu den Frauen:

Elke: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht.

6 Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt und seht die Stätte, wo er gelegen hat;

7 und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern: Er ist auferstanden von den Toten. Und siehe, er geht vor euch hin nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt.

Albrecht: 8 Und sie gingen eilends weg vom Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkündigen.

9 Und siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach:

Elke: Seid gegrüßt!

Albrecht:  Und sie traten zu ihm und umfassten seine Füße und fielen vor ihm nieder.

10 Da sprach Jesus zu ihnen:

Elke: Fürchtet euch nicht! Geht hin und verkündigt es meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen: Dort werden sie mich sehen.

Albrecht: 11 Als sie aber hingingen, siehe, da kamen einige von der Wache in die Stadt und verkündeten den Hohenpriestern alles, was geschehen war.

12 Und die kamen mit den Ältesten zusammen, hielten Rat und gaben den Soldaten viel Geld

13 und sprachen:

Elke: Sagt, seine Jünger sind in der Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen.

14 Und wenn es dem Statthalter zu Ohren kommt, wollen wir ihn beschwichtigen und dafür sorgen, dass ihr nichts zu fürchten habt.

Albrecht: 15 Sie nahmen das Geld und taten, wie sie angewiesen waren. Und dies Gerücht hat sich bei Juden verbreitet bis auf den heutigen Tag.

Elke: Mann oh Mann. Erdbeben, Engelerscheinung, Wachen fallen wie tot um. Und dann auch noch eine Erscheinung Jesu vor den Frauen auf dem Rückweg.

Albrecht: Und nicht zu vergessen die Intrige der Hohenpriester, die versuchen die gute Nachricht zu unterdrücken und stattdessen Fakenews unter die Leute bringen und die Wachen bestechen.

Elke: Diese Geschichte ist sehr überzeugend. Findest du nicht?

Albrecht: Wenn man Phantasy mag auf jeden Fall.

Elke: Nein, das ist keine Phantasy. Es ist eine andere Wirklichkeit, die dramatisch in unsere Wirklichkeit einbricht. Und man kann entweder versuchen, das zu vertuschen oder man kann sich darauf einlassen und sich daran freuen. In dieser Ostergeschichte passiert alles offen vor den Augen der Hohepriester. Und sie entscheiden sich es zu vertuschen.

Albrecht: Und die Frauen freuen sich und können es gar nicht erwarten es den anderen zu sagen. Und als sie Jesus unterwegs treffen, fallen sie ihm zu Füßen. Sie erkennen an, dass er nun zu einer anderen Wirklichkeit gehört und dass diese Wirklichkeit nur eine Reaktion zulässt: Verehrung.

Elke: Und wir? Wie gehen wir mit der Geschichte um? Sortieren wir sie unter Phantasy ein? Oder machen wir es wie die Frauen. Lassen wir uns auf sie ein? Begeben wir uns in das Drama hinein und freuen uns unbändig?

Albrecht: Also erstmal sind wir nicht wie die Hohenpriester. Wir haben keinen Grund irgendetwas zu vertuschen. Wir sind mehr wie die männlichen Jünger. Unsere Fragestellung lautet: Sollen wir den Frauen glauben oder nicht?

Elke: Nein, das sehe ich nicht so. Wenn ich jüngere Leute frage, die gerne in Filmwelten eintauchen. Was haltet ihr von der Auferstehung? Bekomme ich häufig als Antwort. Klar, ich glaube an ein Leben nach dem Tod. Insofern glaube ich auch, dass Jesus auferstanden ist.

Wenn ich Leute so um die 70 danach frage lautet die Antwort meistens etwas anders. Mehr so: Es wäre ja schön, wenn es ein Leben nach dem Tod gäbe. Und ob Jesus von den Toten auferstanden ist, ich weiß nicht. Ich glaube ja an Gott. Aber es könnte schon sein, dass mit dem Tod alles aus ist. Ich bin mir nicht so sicher. Und diese Antwort kommt von Leuten, die durchaus in der Kirche engagiert sind.

Albrecht: Also doch die Frage, sollen wir den Frauen glauben?

Elke: Ja, schon. Aber andererseits aber auch: Wenn ich eine gebildete Person bin, mich für klassische Musik interessiere und es für mich selbstverständlich ist, die Ergebnisse der naturwissenschaftlichen Forschung für wahr zu halten, dann kann ich doch nicht öffentlich zugeben, dass ich an ein Leben nach dem Tod glaube. Was denken denn dann meine aufgeklärten Freunde von mir? – Übrigens halte ich es persönlich für eine gute Idee, mir die Ergebnisse der naturwissenschaftlichen Forschung genauer anzusehen, weil diese dem Glauben nicht widersprechen. Was dem Glauben an die Auferstehung widerspricht sind lediglich die Vorurteile von einer Minderheit der Naturwissenschaftler.

Albrecht: Du meinst, unsere Kirchenmitglieder haben es schwer mit dem Glauben an die Auferstehung, weil sie heute wie damals so vielen Fakenews ausgesetzt sind. Und dann ist es eben schwer, sich über die gute Nachricht zu freuen, dass Jesus auferstanden ist?

Elke: Das meine ich. Und außerdem muss man dafür ein paar Frauen glauben. Das fiel den Männern damals genauso schwer wie heute.

Albrecht: Halt halt! Jesus ist auch noch den Männern erschienen auf dem Berg in Galiläa. Da waren dann überhaupt keine Frauen mehr dabei. Die Männer konnten sich mit eigenen Augen von der Auferstehung überzeugen.

Elke: Aber sie haben ihren Augen nicht getraut. In der Geschichte steht: Einige aber zweifelten.

Albrecht: Das ist nicht in erster Linie eine Männer und Frauen Geschichte. Es geht um Auferstehung. Das geht alle an. Und alle erschrecken. Und alle, die vorher mit Jesus unterwegs waren, freuen sich unbändig. Also lautet die Frage nicht: Glauben wir den Frauen? Die Frage lautet: Glauben wir den ersten Zeugen der Auferstehung – Frauen und Männern?

Elke: Ok. Und tun wir das? Glauben wir den ersten Zeugen der Auferstehung?

Albrecht: Natürlich tun wir das. Es gibt keinen Grund das nicht zu tun. Außer dass nicht sein kann was nicht sein darf.

Elke: Wir könnten auch Feuerbach und anderen Atheisten glauben, die sagen, dass die christlichen Glaubensinhalte nur gut erfunden sind, um die Menschen darüber hinweg zu trösten, dass sie sterben müssen.

Albrecht: Hier hat überhaupt niemand etwas erfunden. Weder das Christentum noch andere Religionen beruhen auf Erfindungen. Sie beruhen auf Erfahrungen, die Menschen mit Gott gemacht haben.  Und hier haben viele Menschen (Paulus spricht von über 500 Brüdern) Jesus gesehen. Und es war deutlich keine Geistererscheinung. Und die Erfahrung, dass der Tod nicht das letzte ist, sondern dass danach etwas anderes kommt und dieses andere schön ist, das ist Gemeingut in den meisten Religionen. Und zwar deshalb, weil viele Menschen in jeder Generation und in jedem Teil der Welt Erfahrungen gemacht haben, die das nahe legen. Es ist ein wichtiger Teil der Menschheitsgeschichte.

Elke: Wir müssen also nicht gegen unsere Vernunft an die Auferstehung glauben. Wir können mit unserer Vernunft, damit rechnen, dass wir eine gute Zukunft bei Gott haben werden?

Albrecht: Ja, gute Nachricht statt Fakenews.

Elke: Na dann: Christus ist auferstanden!

Albrecht: Er ist wahrhaftig auferstanden.

Elke: Wir freuen uns über die beste Nachricht der Welt.

und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinn in Christus Jesus zum ewigen seligen Leben!

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