Liebst du mich? Worte gegen die Unverbindlichkeit (Radioandacht für Radio FFH)

„Lass uns doch mal telefonieren!“ oder „Wir können ja mal was zusammen unternehmen!“ Vieles, was wir so sagen, ist ziemlich unverbindlich. Auf eine Ankündigung folge die nächste und alles bleibt nebulös. Nichts Konkretes entsteht daraus.

Jesus wollte es genau wissen und fragt Petrus: „Liebst du mich?“ So wie sich das frisch Verliebte fragen. Am Anfang ihrer Beziehung. Weil man die Versicherung braucht, dass das entgegengebrachte Gefühl erwidert wird. „Liebst du mich?“

Dahinter steckt der Wunsch nach mehr als nur einer vagen Ankündigung. Man möchte wissen, ob der andere mich liebt so wie ich bin. Mit meinen Schwächen, den körperlichen und den charakterlichen. Ob er wirklich mich liebt. So wie ich den anderen liebe. Auch am Ende einer Beziehung kann man diese Frage stellen. Wenn man spürt, dass einem die Felle davon schwimmen. „Liebst du mich – noch?“ Eine bloße Ankündigung, eine dahin gestammelte Absichtserklärung, reicht in beiden Fällen nicht aus. Dann muss man Farbe bekennen.

Jesus möchte ein Bekenntnis hören. Und er will Petrus zeigen, dass er ihn liebt – und alle Menschen. Denn darauf baut Vertrauen. Und alles weitere Zusammenleben.

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