Text 263

<b>UMWÄLZUNG</b> (zu Jes 359

Hast du von Müh erschlaffte Hände,
Kommt heute deine Kraft zurück.
Die Zitterknie sind behende
Voll Stärke und voll Lebensglück.

Wer heute voller Angst und Zagen
Geht sicher und behält den Mut.
Gott selber kommt und hört die Klagen
Und damit wird die Zukunft gut.

Die Rettung naht mit den Trompeten,
Zur Freiheit ruft Posaunenklang.
Und Gottes Feinde wird man treten.
Zu Ende ist der Kriegsgesang.

Die Blinden können wieder sehen,
was lange schon verborgen lag.
Verstockte werden wieder flehen,
Die Ohren öffnet dieser Tag.

Wer gar nicht gut kann schreitend gehen,
Springt vorwärts wie ein junges Reh.
Die Stimme auch im neuen Stehen
Klingt laut wie eine Jubelfee.

Dort wo zuvor nur Sand und Steine,
Fließt Wasser aus dem alten Quell,
Und wird zum Bach und Fluß alleine,
Aufs trockne Land gießts auf der Stell.

Der Wüstensand wird Gartenerde,
Dazwischen ruht so mancher Teich.
Wo Trockenheit verbrannt die Erde,
grünt Gras mit Blumenpracht zugleich.

Wo jetzt noch Wüstenhunde ziehen,
Kann dann auch Rindvieh gut gedeihn.
Und Enten in das Schilf nun fliehen.
Den Boden pflügt ein Gartenschwein.
Die Menschen bauen dort mit Steinen,
Die Straße heißt: der "Heilge Weg".
Wer darauf geht ist auch im Reinen,
Gehört zu Gottes Volk und Steg.

Der Weg führt selbst die geistlich Armen
Auf guter und auf sichrer Bahn.
Die Bösen haben dort Erbarmen,
Verloren ist der Stolzen Wahn.

Der Weg gehört dann den Geheilten,
und denen auch die Zukunft gilt.
Wo vorher Adler Beute teilten
Gefahrlos nun die Mutter stillt.

Die Luft ist voll von Jubelklängen,
Die Menschheit singt das Freiheitslied.
Befreit sind alle nun von Zwängen,
Der Zug noch in die Freiheit zieht.

Dann an der Kirche angekommen,
Mit Maus und Mann und Frau und Kind,
Durch Freude sind sie noch benommen,
Voll Leuchten ihre Augen sind.

Für immer bleibt jetzt ihre Freude,
Für immer bleibt des Lebens Glück.
Vorbei ist jeder Schmerz dann heute.
Die heile Welt kehrt dann zurück.

Christoph Fleischer

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