Sein Lächeln leuchtet in dir

<b>Elke</b>: Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus, Weihnachten, Frieden auf Erden, das Kind in der Krippe lächelt uns an. Du kleines Kind, wer bist Du, dass alle Deine Geburt so groß feiern? Die Antwort auf diese Frage finden wir in der Bibel. Aber es ist nicht nur eine Antwort. Es sind mindestens drei Antworten, die wir in den verschiedenen Weihnachtsüberlieferungen der Bibel finden. Rebekka, Rahel und ich wollen heute drei dieser Antworten miteinander ins Gespräch bringen. Ich spreche heute Abend für die Antwort des Johannesevangeliums, Rebekka für das Matthäusevangelium und Rahel für das Lukasevangelium. Wer bist du Neugeborenes? Johannes sagt: Du bist das Licht der Welt.

<b>Rahel</b>: Das Kind ist ein besonderes Kind geschaffen durch die Kraft des Geistes Gottes. Aber seine Mutter Maria war doch eine ganz normale junge Frau. Sein Vater Josef war Handwerker. Und das Kind hatte von Anfang an keinen Platz in dieser Welt. Es ist in einem Stall geboren worden und musste die erste Nacht seines Lebens in einer Futterkrippe verbringen. Ein Kind armer Leute eben.

<b>Elke</b>: Genau: Das Licht ist in die Welt gekommen, aber die Welt hat es nicht erkannt.

<b>Rebekka</b>: Was ihr erzählt ist noch harmlos. Das Kind hatte nicht nur keinen Platz in der Welt. Kaum war es geboren hat ein machtgieriger König ihm nach dem Leben getrachtet. Herodes wollte es umbringen lassen. Doch er konnte nicht herausbekommen, wo das Kind genau ist. Deshalb hat er alle Kinder in Bethlehem umbringen lassen, die jünger als 2 Jahre alt waren. Bloß weil er gehofft hat, dass das richtige schon dabei ist.

<b>Rahel</b>: Ja, mit den Mächtigen der Erde hatte das Kind von Anfang an Schwierigkeiten. Maria hat das Kind in einem Stall bekommen müssen, wegen der Volkszählung, die Kaiser Augustus angeordnet hat. Weil der neue Steuerlisten anlegen wollte, mussten alle dorthin, wo ihre Familie hergekommen ist. Sogar wenn sie arm, krank oder hochschwanger waren. Dass Mutter und Kind so eine beschwerliche Reise unbeschadet überlebt haben, ist schon ein großes Glück.

<b>Elke</b>: Ja, er kam in sein Eigentum, aber die seinen nahmen ihn nicht auf. Ihr habt schon Recht. Aber das ist doch nur eine Hälfte der Geschichte. Die andere Hälfte gibt es doch auch: Die ihn aber aufnahmen, denen gab er die Macht, Gottes Kinder zu werden.

<b>Rebekka</b>: Oh ja, es sind auch welche von ganz weit her gekommen, um das Kind zu sehen und es zu verehren. Sterndeuter aus dem Osten aus Babylon haben seinen Stern gesehen und sind gekommen. Und sie haben teure Geschenke mitgebracht Gold, Weihrauch und Myrre. Sie haben erkannt, dass dieses arme Kind im Stall in Wirklichkeit ein Königskind ist. Von Anfang an war klar, dass dieses Kind eine Bedeutung hat. Bedeutung, die nicht auf ein Land und ein Volk beschränkt ist.

<b>Rahel</b>: Hirten auf dem Feld haben gesehen wie der Himmel offen steht und sie haben die Engel singen gehört: Frieden auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens. Daraufhin sind die Hirten zu dem Kind gegangen, um das Wunder seiner Geburt zu feiern. Die Hirten waren dem Himmel besonders nahe, weil sie unter freiem Himmel gelebt haben. Sie waren die Armen, diejenigen, die nachts draußen sein mussten. Und sie haben als erste gemerkt, dass etwas Besonderes passiert ist. Von Anfang an war klar, dass dieses Kind aus der himmlischen Welt kommt.

<b>Elke</b>: Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit als die des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

<b>Rebekka</b>: Das Kind stammt aus der alten Königfamilie, König David gehört zu seinen Vorfahren. Aus dieser Familie soll der Retter der Welt kommen. So haben es die Profeten vorhergesagt. Der Retter ist jetzt da. Damit das Baby nicht umgebracht wird, musste die Familie direkt nach der Geburt nach Ägypten fliehen. Das heißt, Jesus, der Israel rettet, ist aus Ägypten gekommen, wie damals Mose, der Israel aus der Sklaverei in Ägypten gerettet hat.

<b>Rahel</b>: Dieses Kind wird der Sohn des Höchsten genannt werden. Der Engel Gabriel hat es Maria angekündigt, als er ihr gesagt hat, dass sie schwanger werden wird. Er ist der Sohn Gottes.

<b>Elke</b>: Also: Wer bist Du Neugeborenes?

Du bist das Licht der Welt, Gott nahe bei uns Menschen.

<b>Rebekka</b>: Du bist der Retter der Welt, der Frieden und Gerechtigkeit bringt.

<b>Rahel</b>: Du bist der Sohn Gottes, der unsere Herzen und unser Handeln verwandelt.

<b>Elke</b>: Wir haben zwar verschiedene Geschichten über die Geburt Jesu. Aber im Grunde sind wir uns doch einig über dieses Kind. Also gehen wir nach Hause freuen uns und feiern. Gott hat die Welt gerettet, es herrscht Frieden auf Erden, unsere Probleme brauchen uns nicht mehr zu quälen. Alles, was nötig war ist geschehen.

<b>Rebekka</b>: Klar doch. Schalte einfach mal den Fernseher ein. Vorzugsweise ARD um 20 Uhr. Da kommen immer die Friedensnachrichten. Da wird berichtet wie sich die Liebe Gottes unter den Menschen ausgebreitet hat. Iraker und Amerikaner liegen sich in den Armen. Israelis und Palästinenser küssen sich. Wo man hinsieht nur Friede, Freude, Eierkuchen. Seit den Zeiten Jesu ist alles anders geworden, keine Familie ist mehr auf der Flucht vor einem grausamen Herrscher.

<b>Rahel</b>: Genau: In den Obdachlosenunterkünften ist niemand mehr, denn alle haben eine Wohnung gefunden. Kein Obdachloser hat mehr Angst in geschlossenen Räumen. Jeder kann in einer Wohnung leben. Seit den Zeiten Jesu ist alles anders geworden, Maria und Josef bekämen heute ihr Kind in gepflegter Umgebung im Krankenhaus. Dass das nächste Krankenhaus 200 km weit weg ist, weil die beiden zufällig in Tansania wohnen, tja.

<b>Elke</b>: Schon gut, schon gut. Ich gebe zu, die Welt ist noch nicht gerecht und friedlich. Aber ich habe trotzdem Recht. Die Welt hat sich geändert, seit Jesus geboren ist. Gott ist da, Gott ist uns nahe, und der Frieden auch. Ich gebe ja zu, dass man es an den Nachrichten noch nicht sieht. Aber es ist doch vieles besser geworden. Zumindest könnten wir mit den Nahrungsmitteln, die wir haben, alle Menschen ernähren. Wir müssten sie nur richtig verteilen. Viele Krankheiten, die vor Jahrzehnten noch tödlich waren sind heute heilbar. Wir sind dem umfassenden Frieden ein Stück näher gekommen. Ich gebe zu, es ist bis zu wirklichem Frieden noch ein weiter Weg. Aber ich vertraue darauf, dass Frieden sein wird, weil Gott diesen Frieden schafft. Und wir können etwas dazu beitragen, auch wenn wir den umfassenden Frieden nicht alleine und wahrscheinlich auch nicht auf dieser Erde herstellen können. Ich wünsche mir, dass der Friede Gottes schon jetzt hier in unserer Gemeinde sichtbar und fühlbar wird, erst einmal an Weihnachten und dann immer mehr auch im Rest des Jahres.

<b>Rebekka</b>: Ich muss da an Josef denken. Er zeigt mir, was möglich ist. Josef will Maria verlassen als er erfährt, dass sie schwanger ist. Das ist ziemlich nett von ihm, denn er könnte auch erzählen, dass das Kind nicht von ihm ist und damit dafür sorgen, dass Maria wegen Ehebruch gesteinigt wird. Aber im Traum erscheint ihm ein Engel und sagt ihm, dass er Maria zu sich nehmen soll, weil das Kind von Gott kommt. Und er tut es. Was Josef hat ist ja nicht mehr als ein Traum. Und auf diesen Traum baut er ein Leben, in dem er Mutter und Kind beschützt. Weil ihm ein Engel im Traum es befohlen hat, geht er nach Ägypten. Aufgrund eines Traumes kehrt er aus Ägypten zurück. Vielleicht können wir das auch. Gottes Traum vom Frieden auf Erden in unserem Leben Raum geben. Vielleicht wird es dann schwierig, aber vielleicht gelingt es uns ein Kind zu beschützen. Und das alleine wäre schon viel in dieser Welt.

<b>Rahel</b>: Ich denke an Maria: Maria hat ja gesagt zu der Geburt dieses Kindes, obwohl sie wusste dass sie das in Schwierigkeiten bringen wird. Maria hat das göttliche Kind geboren. Sie hat ihm einen Raum in dieser Welt gegeben. Vielleicht können wir das ja auch tun, Gott einen Raum in unserer Welt geben. Gott einen Raum in unserem Herzen geben, damit fängt es an. Und es geht weiter damit, dass wir Gott einen Raum in unserem Handeln geben. Damit wird das Friedensreich, das mit dem Kind in die Welt gekommen ist, wieder ein Stückchen größer. Und wenn viele Menschen das tun, breitet es sich über die ganze Erde aus. Und dann kann man sogar in den Nachrichten etwas davon sehen. Dann kommt eines Tages im Jahresbericht der UNO über die Situation der Kinder vor, dass in diesem Jahr wieder mehr Kinder in die Schule gehen konnten als im Jahr davor und auch mehr Kinder genug zu essen hatten.

<b>Elke</b>: Und dann lächelt das Christkind, dass inzwischen zu einem erwachsenen Mann heran gewachsen ist, uns ermutigend zu und sagt: Weiter so, dass wollte ich erreichen als ich an Weihnachten in die Welt gekommen bin.

<b>Rahel</b>: Denn es hat angefangen, gut zu werden.

<b>Elke</b>: Ja, der Anfang ist gemacht.

<b>Rebekka</b>: Ich sehe es an der Liebe der Eltern – fast aller Eltern – zu ihrem neugeborenen Kind. Sie wollen, dass es dem Kind gut geht.

<b>Rahel</b>: Ich sehe es an den Ärzten und Ärztinnen, die nach Tansania gehen, damit die Neugeborenen dort genauso lange leben wie hier.

<b>Elke</b>: Ja, und ich sehe es an den Menschen, die an Weihnachten in den Gottesdienst gehen. Sie zeigen mir, dass es noch Hoffnung gibt und Vertrauen darauf, dass das Kind in der Krippe unsere Welt verändert.

<b>Rebekka</b>: Jesus Christus.

<b>Elke</b>: Das Licht der Welt.

<b>Rahel</b>: Sein Lächeln leuchtet in dir. Du musst es nur lassen.

<b>Rebekka</b>: Wie es in einem alten chinesischen Sprichwort heißt: Das Lächeln, dass Du aussendest kommt zu Dir zurück.

<b>Elke</b>: Und der Friede Gottes …

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