Gott ist immer da! (Dtn 4,31 + 1. Joh 4,16)

Dtn 4,31
[31] Denn der HERR, dein Gott, ist ein barmherziger Gott; er wird dich nicht verlassen noch verderben, wird auch den Bund nicht vergessen, den er deinen Vätern geschworen hat.

1. Joh 4,16
[16] Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.

[Anmerkung: Getauft wurden in der Osternacht zwei meiner Schüler, 8 und 10 Jahre alt.]

Lieber X, lieber Y, liebe Eltern und Paten, liebe Taufgemeinde!

Als wir darüber gesprochen haben, dass wir heute abend diesen Taufgottesdienst feiern wollen, haben eine Menge Leute gestaunt. „Was? So spät abends? Warum denn das? Da ist es doch schon dunkel. So was könnte man doch viel besser nachmittags machen.“

Ich musste eine Menge erklären. Auch Leuten, die selbst schon als Babys getauft worden sind und von sich denken, sie kennen sich in der Kirche bestens aus. Ich habe erzählt, wie es damals war, vor fast 2000 Jahren. Jesus war gestorben und begraben worden. Seine Freunde waren sehr traurig, sie hatten ihn ja sehr lieb gehabt. Dass er zu ihnen gesagt hat: „Wir werden uns wiedersehen, und dann werdet ihr euch freuen“, das hatten sie vor lauter Traurigkeit ganz vergessen. Jesus war begraben – und seine Freunde hatten Angst. Es könnte ja auch jemand auf die Idee kommen, sie zu verfolgen und ins Gefängnis zu bringen. Wir haben in der Schule diese Geschichte besprochen und in der 4. Klasse auch einen Film dazu angeschaut. Wir haben gesehen, wie mitten in der Nacht ein paar Mutige, vor allem Frauen, an das Grab gelaufen sind. Da haben sie einen Schrecken gekriegt: Der schwere Stein war schon weggerollt. Im leeren Grab standen zwei Engel, die gesagt haben: „Jesus ist nicht hier. Er lebt. Lauft und sagt es allen weiter, die ihr kennt.“ Später haben sie dann Jesus selbst auch getroffen – die Freude war riesengroß.

Und bevor Jesus sich noch einmal verabschiedet hat und vor den Augen seiner erstaunten Freunde in den Himmel gefahren ist, hat er allen einen Auftrag gegeben: „Geht in alle Welt und erzählt von mir. Tauft sie im Namen des Vaters, also Gott, des Sohnes (also Jesus selbst) und des Heiligen Geistes. Der heilige Geist, das ist das, was in uns ist und was uns sicher sein lässt: Gott ist bei mir, bei allem, was ich tue. Und er hat mich lieb. Ich kann mich auf ihn verlassen. Immer.

Und zur Erinnerung an diese eine Nacht, in der Jesus erst tot war und dann wieder auferstanden ist, da haben die Christen genau in dieser Osternacht und nur an diesem einen Termin in jedem Jahr Menschen getauft, die neu zu ihrer Gemeinschaft dazugekommen sind und die sich sicher waren: „Ich will zu Jesus gehören.“ Lange Zeit wurde so getauft: Diejenigen, die sich taufen lassen wollten, hatten weiße Gewänder an – und sie wurden in einem See oder Fluss getauft, sind also ins Wasser hineingegangen und sind dann dreimal untergetaucht worden. Heute machen wir das meistens nicht mehr so. Hier ist es ziemlich kühl zu Ostern, man könnte sich ganz schön erkälten, wenn wir nun statt in die Kirche zu einem See oder an einen Fluss gegangen wären.

Aber immerhin haben wir uns wieder an diese Osternacht erinnert – und in ganz vielen Gemeinden werden heute am Abend oder auch am frühen Morgen Menschen getauft und damit in Gottes Riesenhaus aufgenommen, nicht mehr nur als Gäste oder um es mal zu besichtigen, sondern als Bewohner. Sie finden da ein Zimmer, das genau für sie passt. Das Lied dazu kennt ihr beide – und später singen wir das auch noch.
Eure Mutti hat aus der Bibel für jeden von Euch einen Satz ausgesucht, der ihn von heute an durch das ganze Leben begleiten soll.

X , „Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ – du sollst wissen, dass Gottes ganz besondere Eigenschaft die Liebe ist. Er hat dich lieb, er liebt alle Menschen – und daher ist es ihm wichtig, dass Du ihn auch lieb hast und genauso die Menschen um dich herum, auch die, bei denen es manchmal schwer ist. Manche machen einem ja das Liebhaben nicht leicht und sind ganz schön eklig, aber du kannst daran denken, dass Gott dir hilft, auch an solchen Leuten eine liebenswerte Seite zu entdecken.

„Denn der HERR, dein Gott, ist ein barmherziger Gott; er wird dich nicht verlassen noch verderben, wird auch den Bund nicht vergessen, den er deinen Vätern geschworen hat.“ – Y, du darfst wissen, dass Gott dich nie alleine lässt. Auch dann, wenn du dich ganz alleine gelassen fühlst und niemanden sehen kannst. Es gibt ja solche Situationen, zum Beispiel, wenn es dunkel ist oder wenn man ganz traurig ist. Gott ist immer da. Er hört dir zu und er beschützt dich.

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