Somebodys knocking at your door

Liebe Gemeinde,

1. Eine bekannte Geschichte, eine Begebenheit aus dem Leben Jesu, die uns noch einmal den ganz anderen Jesus zeigt: nicht den Softie mit dem Schäflein im Arm wie auf so vielen Kitschpostkarten, nicht den Gesprächstherapeuten, Allesversteher oder Gutmenschen der liberalen oder sogenannten “Seelsorge” Theologie. Nein, wir hören von einem zornigen Jesus, der um die Ehre seines Vaters kämpft und zugleich ein tiefgründiges Zeichen tut. Einen Jesus auch, der unglaublich angenervt von dem religiösen Betrieb seiner Umwelt ist.

2. Das Volk praktiziert äußerliche Rituale, jawohl: eine Taube und eine Ziege zu dem und dem Anlass, ein Ochse bei größeren Gelegenheiten oder wenn das Geld etwas lockerer sitzt. Man hält sich an das, was die Priester sagen. Und dazu gehörte eben auch damals der Opferkult, von Gott im Gesetz angeordnet, gedacht als Instrument der aufrichtigen Anbetung, mittlerweiler entleert zum “man macht das eben so”. Oh, nicht, dass man nicht religiös sei, da will man sich nichts nachsagen lassen. Man reist von weit her nach Jerusalem, um zu opfern. Deshalb sind da übrigens auch die Händler im Tempelbezirk, denn die Opfertiere kann man natürlich nicht über die weite Reise mitschleppen. Insofern haben diese Händler eine wichtige Aufgabe im religiösen Geschäft damals. Der Angriff Jesu richtet sich aber nicht einfach nur gegen sie, so nach dem Motto, “nur das Geld und der Mammon zählt für euch”.

3. Wenn Jesus diese Händler angreift, dann vollbringt er ein radikales Zeichen. Jesus ist übrigens immer radikal. In seiner Liebe ebenso wie in seiner Entschlossenheit Gottes Willen zu tun. In seinem Zuspruch ebenso wie in seinem Anspruch. Bei Jesus gibt es keine halben Entscheidungen, kein “naja vielleicht” oder “ein bisschen”. Wieviele Menschen hat Jesus mit dieser Klarheit vor den Kopf gestoßen, wievielen ist er zum Ärgernis geworden. Das ist er ja auch bis heute, in einer Zeit der Religionsvermischung und Orientierungslosigkeit, in einer Zeit, in der alles wahr sein soll oder “jeder seine Wahrheit” hat. Da sagt dieser Jesus immer noch: “Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch mich.” Und du kannst dann nur noch sagen. “Amen” oder: ihn ablehnen. Ignoranz ist übrigens auch Ablehung. Wenn ein Mann oder eine Frau dich fragt, ob du sie/ihn heiraten willst, dann musst du dich entscheiden, Und wenn du gar nichts sagt, ist das auch eine Entscheidung und die andere Seite versteht sie. Genauso ist es mit Gott. Er ruft jeden von uns mehrmals im Leben. Vielleicht gerade in Zeiten der Not, in einer Krankheit oder Trauerzeit. Wohin gehst Du da? Zum den Mächten der Finsternis? Zum Besprechen oder tauchst gar ein in das Lügengebäude der Esoterik? Edelsteine, Engel, Gott ist Energie, du selbst bist Gott usw. Das sind Lügen Satans. Nochmal: Wohin gehst Du? An bestimmten Stellen im Leben stehen wir immer wieder vor der Entscheidung: Ja oder nein. Nachfolge oder weiter im Eigenen gefangen bleiben. Jesus aufnehmen, die Schuld ans Kreuz bringen, sich durch sein Blut Versöhnung schenken lassen: oder den Mächten dieser Welt verhaftet bleiben, letztlich zu verzweifeln unter der wegrennenden Zeit und im Letzten verloren zu gehen. “Wer den Sohn hat, der hat das Leben. Wer den Sohn nicht hat, der hat das Leben nicht.” Johannes ist hier ein sehr klarer Zeuge Gottes: Einen lebendigen Glauben oder eine tote Hoffnung: woraus lebst du? Was Drittes gibt es nicht. Oder doch? Ja es gibt etwas Drittes und leider funktioniert das scheinbar sehr gut. Eine weitere Erfindung Satans, genial erdacht und schwer zu duchschauen.

4. Dieses Dritte, was es gibt, ist die Religion. Moment mal, werden jetzt einige denken, ist Religion nicht etwas Gutes? Religiös zu sein, getauft und konfirmiert zu sein und einmal im Jahr in den Gottesdienst zu gehen (“man muss ja nicht jeden Sonntag hinrennen”)? Regelmäßig seine Kirchensteuer zu bezahlen und ordentlich zu leben, reicht das nicht? Oder damals: Beschneidung am achten Tag, den Sabbat zu halten und am Tempel zu opfern, reicht das nicht? Die 10 Gebote meistens zu beachten und anständig zu leben? An dieser Stelle müssen wir uns kurz über etwas klar werden: Wir meinen oft, es komme darauf an, was wir über Gott denken und für ihn tun, die Bibel aber sagt uns ganz klar, dass einzig und allein entscheidet, wie Gott über uns denkt und was er für uns tut. Sein Urteil entscheidet im Letzten über unser Leben. Und sein Urteil und unsere Wahrnehmung fällt leider manchmal ziemlich auseinander, hört mal, wie Gottes Urteil klingt: Mt 15,8 »Dies Volk ehrt mich mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir”. Oder ebenso deutlich Gottes Wort durch den Propheten Amos: Am 5,21-23 “Ich bin euren Feiertagen gram und verachte sie und mag eure Versammlungen nicht riechen. 22 Und wenn ihr mir auch Brandopfer und Speisopfer opfert, so habe ich kein Gefallen daran und mag auch eure fetten Dankopfer nicht ansehen. 23 Tu weg von mir das Geplärr deiner Lieder; denn ich mag dein Harfenspiel nicht hören!”

5. Religion ist das, was wir meinen, für Gott zu tun. Glaube bedeutet, in einer lebendigen Beziehung zu Gott zu leben und das persönlich anzunehmen, was er für mich getan hat. Und dann daraus verbindlich zu leben. Gott will nicht, dass wir religiös sind, er will nicht unser äußerliches Getue, nein, er will viel mehr: er will unser Herz. Oh, wenn diese Botschaft heute doch noch klarer gepredigt würde. Es geht ja nicht um irgendwas, es geht um ewiges Leben oder ewigen Tod, es geht um unser Heil. Wieviele Menschen lehnen sich heute beruhigt zurück, lassen die Opium-Tablette ihrer eigenen Religiösität auf der Zunge zergehen, beruhigen so ihr unruhiges Herz, das doch im Letzten nur nach Gottes Frieden schreit, und begreifen nicht, dass sie auf dem breiten Weg des Verderbens laufen? Was nützt es dir, wenn dein Kind getauft ist, aber nie zum Glauben findet? Gar nichts, das Wasser der Taufe bleibt dann bloßes Wasser. Umkehr, Buße, Bekehrung: Das wird heute oft nicht mehr gepredigt, ja die Prediger selbst verteilen manchmal gar Opium ans Volk. Kein Weckruf, sondern Schlafmittel wird da von den Kanzel gereicht. Du bist o.k. und “Du bist ja getauft”, was kann dir passieren? Und Gott ist der liebe Gott, der wird schon keinen verloren gehen lassen und sieht großzügig über deinen Ehebruch, deinen Stolz oder deine Zaubereisünden hinweg. Und so werden die Notwendigkeit und der Ernst der Buße, aber auch die Freude über das große Angebot Gottes in Jesus auch nicht mehr verstanden. “Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden.”, das Wort kennt wohl jeder. Ist bei jeder Taufe zu hören. Aber wie geht es weiter? “Wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden”, so heißt es in Mk 16,16 weiter. Gott ist nicht nur der liebe Gott, sonder auch der heilige Gott, der die Sünde hasst, den bußfertigen Sünder aber liebt. Und einer, der sich nicht zufrieden stellen lässt mit dem billigen Surrogat unserer Religiösität. Gott will dein Herz, nicht deine religiöse Fassade.

6. Jesus tut ein Zeichen und dieses Zeichen geht in seiner Bedeutung noch viel tiefer, als wir es zunächst erahnen. Jesus weist nämlich hier schon in aller Deutlichkeit auf seine Mission hin, seinen Auftrag von Gott. Und dieser Auftrag bedeutet letztlich das Ende des Tempels und der täglichen Tieropfer am Tempel. Jesu Weg führt nach Golgatha, jenen wichtigsten Ort der Menschheitsgeschichte, der Ort des Sieges über den Tod und die Finsternismächte. Hätte Satan gewusst, wie die Geschichte weitergeht, wäre er niemals in Judas Iskariot gefahren. Auf Golgatha erfüllt sich das, was Jesaja Jahrhunderte vorher angekündigt hat: “Jes 53,4-6 “Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. 6 Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn.” Jesus bringt das eine Opfer, das für alle Zeiten genügt (lies doch mal wieder Hebräer 9), der Tempel wird letztlich um seine eigentliche Funktion gebracht. Nicht mehr im Opferdienst, nein: “In ihm (d.h.: in Jesus) haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade.” (Eph 1,7). Ich werde jetzt nicht auf den Versuch der Welt eingehen, das Wort Gottes an dieser Stelle zu verleugnen oder in der Selbsterfassung zu verharren, die Bibel und auch unser Bekenntnis ist hier so klar, dass alle dies verneinenden “modernen” Theologien sich vielleicht auf das Gefühl, aber nicht auf Gottes Wort berufen können. Sie bedeuten letztlich ein Ablehnen von Christi Werk am Kreuz, ein Verharren in der “Weisheit dieser Welt”. Jesus würde wohl auch heutzutage in so manchem Tempel unserer Volkskirche zur Geißel greifen und die religiösen Händler vertreiben.

7. Jesus hat alles getan, was zu Deiner Rettung notwendig ist. Er allein kann dich retten, nichts und niemand sonst. Für dich ist nur die Frage, wem du dein Herz gibst, wer wirklich dein Leben bestimmt. König Ego oder der wahre König: Jesus, Gottes Sohn. Das ist die wichtigste Entscheidung deines Lebens. Vielleicht ist heute der Tag für einen neuen Start in deinem Leben. Vielleicht sagst Du heute: Ich will endlich das ganz fest machen, dass mein Leben Jesus gehört, dass es eine neue Richtung bekommt. Ich will nicht länger im religiösen Wachkoma verharren, äußerlich brav und innerlich an die Mächte dieser Welt gebunden. Es soll anders werden. Dann geh ins Gebet. Wenn nicht alleine, dann komm in die Seelsorge. Vielleicht heute morgen noch. Lade Jesus ein in dein Leben, wenn du es noch nicht getan hast. Bekenne ihm deine Schuld und nimm ihn als deinen Retter an. Er kann aus Deinem Leben die Oberflächlichkeit und den Unglauben vertreiben. Jesus steht an deiner Tür und klopft an. Somebodys knocking at your door.

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