Psalm 537

<i>Zur Ruhe kommen nach Selbstvorwürfen</p></i>

Herr, ich weiß nicht aus noch ein, ich bin mit meiner Kraft am Ende.
Ich quäle, stöhne, frage mich: Wie konnte das gescheh’n?</p>

Es war nicht recht, was ich getan, ich weiß.
Man hatte eine Falle mir gestellt. Bevor ich’s merkte
zog die Schlinge sich schon zu. Da kam’s heraus.</p>

Jetzt zeigen mit dem Finger sie auf mich
und meine Freunde geh’n mir aus dem Weg.
Man schiebt mich ab, lässt mich allein.
Ich habe Angst. Was soll jetzt aus mir werden?</p>

Ach, könnt ich ruhig bleiben, könnt ich glauben: Du bist da!
Bist wie ein starker Fels, wie eine Burg, in die ich fliehen kann,
bewahrt vor allen, die mir böse sind, geschützt vor allen Spöttern.</p>

Ich will es tun. Vertrauen will ich lernen.
Mein Leib, die Seele und der Geist in deiner Hand!
Du hast mich ja erlöst, du treuer Gott, du stehst zu mir, wie du gesagt
und aus dem Elend wirst du mich befrein.</p>

In meinem Innern spür ich Freude.
Ich komm zur Ruhe, werde still,
heb mein Gesicht – und meine Füße steh’n auf weitem Raum!
Mein Gott, bist du das? Diesen Freiraum schenkst du mir?
Und ich kann ihn beschreiten, vorwärts geh’n,
die Angst vergessen und das Quälen lassen?</p>

Anbetend will ich’s sagen und bekennen: Du bist mein Gott.
Was ist, was kommt – du siehst es – weißt, was gut für mich.
So leg ich mich, leg meine Zeit in deine Hände.</p>

Hilmar Sommerman

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