Kyrie 74

Du, unser Gott –
da sind wir nun vor dir,
als deine Gemeinde versammelt,
verbunden mit Christinnen und Christen überall in unserer Welt.
Eine verschwindend kleine Minderheit sind wir.
Wir vergessen das oft
und geben uns statt dessen anmaßend und überheblich.
Gott – wir bitten dich:
vergib uns Anmaßung und Überheblichkeit,
das Pochen auf Privilegien und manche Besserwisserei.
Vergib,
dass wir oft nur bei uns selber bleiben –
innerkirchliche Probleme wichtiger als alles andere nehmen.
Vergib,
dass wir uns zu oft scheuen,
den Blick über enggezogene Grenzen hinweg zu lenken.

Du, Gott des Lebens,
deine Botschaft will auch durch uns in dieser Welt Gestalt bekommen.
Doch uns ist das oft zu unbequem –
wir mögen nicht Botinnen und Boten deiner Liebe sein;
wir haben Angst davor,
uns dem Leben in seiner Fülle zu stellen.
Viele Bereiche grenzen wir aus
und mit ihnen viele Menschen.
Wir fürchten die Auseinandersetzung,
wir scheuen uns davor,
zu genau hinzusehen,
um ja nicht sehen zu müssen,
was uns stören könnte.

Du, Gott des Friedens,
wir möchten aufbrechen –
deine Welt in unsere Kirchen holen,
aus unseren Kirchen heraus aufbrechen in deine Welt.
Zeuginnen und Zeugen deiner Liebe möchten wir sein.
Ermutige uns dazu,
ermuntere uns –

Zu dir dürfen wir rufen:
Herr, erhöre uns und erbarme dich unser …

Michael Schäfer

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