Drittletzter Sonntag des Kirchenjahres / 24. Sonntag nach Trinitatis

PR I: Lk 17,20-24(25-30)

[20] Als er aber von den Pharisäern gefragt wurde: Wann kommt das Reich Gottes?, antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man’s beobachten kann; [21] man wird auch nicht sagen: Siehe, hier ist es!, oder: Da ist es! Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch. [22] Er sprach aber zu den Jüngern: Es wird die Zeit kommen, in der ihr begehren werdet, zu sehen einen der Tage des Menschensohns, und werdet ihn nicht sehen. [23] Und sie werden zu euch sagen: Siehe, da!, oder: Siehe, hier! Geht nicht hin und lauft ihnen nicht nach! [24] Denn wie der Blitz aufblitzt und leuchtet von einem Ende des Himmels bis zum andern, so wird der Menschensohn an seinem Tage sein. [25] Zuvor aber muss er viel leiden und verworfen werden von diesem Geschlecht. [26] Und wie es geschah zu den Zeiten Noahs, so wird’s auch geschehen in den Tagen des Menschensohns: [27] Sie aßen, sie tranken, sie heirateten, sie ließen sich heiraten bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche ging und die Sintflut kam und brachte sie alle um. [28] Ebenso, wie es geschah zu den Zeiten Lots: Sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten; [29] an dem Tage aber, als Lot aus Sodom ging, da regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte sie alle um. [30] Auf diese Weise wird’s auch gehen an dem Tage, wenn der Menschensohn wird offenbar werden.

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PR I: Mt 9,18-26

[18] Als er dies mit ihnen redete, siehe, da kam einer von den Vorstehern der Gemeinde, fiel vor ihm nieder und sprach: Meine Tochter ist eben gestorben, aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. [19] Und Jesus stand auf und folgte ihm mit seinen Jüngern. [20] Und siehe, eine Frau, die seit zwölf Jahren den Blutfluss hatte, trat von hinten an ihn heran und berührte den Saum seines Gewandes. [21] Denn sie sprach bei sich selbst: Könnte ich nur sein Gewand berühren, so würde ich gesund. [22] Da wandte sich Jesus um und sah sie und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und die Frau wurde gesund zu derselben Stunde. [23] Und als er in das Haus des Vorstehers kam und sah die Flötenspieler und das Getümmel des Volkes, [24] sprach er: Geht hinaus! Denn das Mädchen ist nicht tot, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. [25] Als aber das Volk hinausgetrieben war, ging er hinein und ergriff sie bei der Hand. Da stand das Mädchen auf. [26] Und diese Kunde erscholl durch dieses ganze Land.

PR II: Röm 14,7-9

[7] Denn unser keiner lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber. [8] Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. [9] Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, dass er über Tote und Lebende Herr sei.

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PR II: Kol 1,(9-12)13-20

[9] Darum lassen wir auch von dem Tag an, an dem wir’s gehört haben, nicht ab, für euch zu beten und zu bitten, dass ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis seines Willens in aller geistlichen Weisheit und Einsicht, [10] dass ihr des Herrn würdig lebt, ihm in allen Stücken gefallt und Frucht bringt in jedem guten Werk und wachst in der Erkenntnis Gottes [11] und gestärkt werdet mit aller Kraft durch seine herrliche Macht zu aller Geduld und Langmut. [12] Mit Freuden sagt Dank dem Vater, der euch tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht. [13] Er hat uns errettet von der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes, [14] in dem wir die Erlösung haben, nämlich die Vergebung der Sünden. [15] Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung. [16] Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen. [17] Und er ist vor allem, und es besteht alles in ihm. [18] Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten, damit er in allem der Erste sei. [19] Denn es hat Gott wohlgefallen, dass in ihm alle Fülle wohnen sollte [20] und er durch ihn alles mit sich versöhnte, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz.

PR III: Lk 11,14-23

[14] Und er trieb einen bösen Geist aus, der war stumm. Und es geschah, als der Geist ausfuhr, da redete der Stumme. Und die Menge verwunderte sich. [15] Einige aber unter ihnen sprachen: Er treibt die bösen Geister aus durch Beelzebul, ihren Obersten. [16] Andere aber versuchten ihn und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. [17] Er aber erkannte ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird verwüstet und ein Haus fällt über das andre. [18] Ist aber der Satan auch mit sich selbst uneins, wie kann sein Reich bestehen? Denn ihr sagt, ich treibe die bösen Geister aus durch Beelzebul. [19] Wenn aber ich die bösen Geister durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein. [20] Wenn ich aber durch Gottes Finger die bösen Geister austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen. [21] Wenn ein Starker gewappnet seinen Palast bewacht, so bleibt, was er hat, in Frieden. [22] Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt und überwindet ihn, so nimmt er ihm seine Rüstung, auf die er sich verließ, und verteilt die Beute. [23] Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.

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PR III: Pred 3,1-14

[1] Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: [2] geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; [3] töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit; [4] weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit; [5] Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit; [6] suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit; [7] zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit; [8] lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit. [9] Man mühe sich ab, wie man will, so hat man keinen Gewinn davon. [10] Ich sah die Arbeit, die Gott den Menschen gegeben hat, dass sie sich damit plagen. [11] Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende. [12] Da merkte ich, dass es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben. [13] Denn ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes. [14] Ich merkte, dass alles, was Gott tut, das besteht für ewig; man kann nichts dazutun noch wegtun. Das alles tut Gott, dass man sich vor ihm fürchten soll.

PR IV: Hiob 14,1-6

[1] Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit und ist voll Unruhe, [2] geht auf wie eine Blume und fällt ab, flieht wie ein Schatten und bleibt nicht. [3] Doch du tust deine Augen über einen solchen auf, dass du mich vor dir ins Gericht ziehst. [4] Kann wohl ein Reiner kommen von Unreinen? Auch nicht einer! [5] Sind seine Tage bestimmt, steht die Zahl seiner Monde bei dir und hast du ein Ziel gesetzt, das er nicht überschreiten kann: [6] so blicke doch weg von ihm, damit er Ruhe hat, bis sein Tag kommt, auf den er sich wie ein Tagelöhner freut.

PR V: Lk 18,1-8

[1] Er sagte ihnen aber ein Gleichnis darüber, dass sie allezeit beten und nicht nachlassen sollten, [2] und sprach: Es war ein Richter in einer Stadt, der fürchtete sich nicht vor Gott und scheute sich vor keinem Menschen. [3] Es war aber eine Witwe in derselben Stadt, die kam zu ihm und sprach: Schaffe mir Recht gegen meinen Widersacher! [4] Und er wollte lange nicht. Danach aber dachte er bei sich selbst: Wenn ich mich schon vor Gott nicht fürchte noch vor keinem Menschen scheue, [5] will ich doch dieser Witwe, weil sie mir so viel Mühe macht, Recht schaffen, damit sie nicht zuletzt komme und mir ins Gesicht schlage. [6] Da sprach der Herr: Hört, was der ungerechte Richter sagt! [7] Sollte Gott nicht auch Recht schaffen seinen Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte er’s bei ihnen lange hinziehen? [8] Ich sage euch: Er wird ihnen Recht schaffen in Kürze. Doch wenn der Menschensohn kommen wird, meinst du, er werde Glauben finden auf Erden?

PR VI: 1 Thes 5,1-6(7-11)

[1] Von den Zeiten und Stunden aber, liebe Brüder, ist es nicht nötig, euch zu schreiben; [2] denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommen wird wie ein Dieb in der Nacht. [3] Wenn sie sagen werden: Es ist Friede, es hat keine Gefahr -, dann wird sie das Verderben schnell überfallen wie die Wehen eine schwangere Frau und sie werden nicht entfliehen. [4] Ihr aber, liebe Brüder, seid nicht in der Finsternis, dass der Tag wie ein Dieb über euch komme. [5] Denn ihr alle seid Kinder des Lichtes und Kinder des Tages. Wir sind nicht von der Nacht noch von der Finsternis. [6] So lasst uns nun nicht schlafen wie die andern, sondern lasst uns wachen und nüchtern sein. [7] Denn die schlafen, die schlafen des Nachts, und die betrunken sind, die sind des Nachts betrunken. [8] Wir aber, die wir Kinder des Tages sind, wollen nüchtern sein, angetan mit dem Panzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf das Heil. [9] Denn Gott hat uns nicht bestimmt zum Zorn, sondern dazu, das Heil zu erlangen durch unsern Herrn Jesus Christus, [10] der für uns gestorben ist, damit, ob wir wachen oder schlafen, wir zugleich mit ihm leben. [11] Darum ermahnt euch untereinander und einer erbaue den andern, wie ihr auch tut.

MARGINALE: Jer 18,1-10

[1] Dies ist das Wort, das geschah vom HERRN zu Jeremia: [2] Mach dich auf und geh hinab in des Töpfers Haus; dort will ich dich meine Worte hören lassen. [3] Und ich ging hinab in des Töpfers Haus, und siehe, er arbeitete eben auf der Scheibe. [4] Und der Topf, den er aus dem Ton machte, missriet ihm unter den Händen. Da machte er einen andern Topf daraus, wie es ihm gefiel. [5] Da geschah des HERRN Wort zu mir: [6] Kann ich nicht ebenso mit euch umgehen, ihr vom Hause Israel, wie dieser Töpfer?, spricht der HERR. Siehe, wie der Ton in des Töpfers Hand, so seid auch ihr vom Hause Israel in meiner Hand. [7] Bald rede ich über ein Volk und Königreich, dass ich es ausreißen, einreißen und zerstören will; [8] wenn es sich aber bekehrt von seiner Bosheit, gegen die ich rede, so reut mich auch das Unheil, das ich ihm gedachte zu tun. [9] Und bald rede ich über ein Volk und Königreich, dass ich es bauen und pflanzen will; [10] wenn es aber tut, was mir missfällt, dass es meiner Stimme nicht gehorcht, so reut mich auch das Gute, das ich ihm verheißen hatte zu tun.