Last Christmas I gave you my heart, Familiengottesdienst an Heilig Abend, Lk 2,17.18

Predigt „Last Christmas I gave you my heart“  im Familiengottesdienst der Lukaskirche Landau 2017
Luk.2,17.18

Vor der Predigt Lied: „Weil Jesus ist geboren, d’rum freue ichmich sehr, schenk‘ diese Freude weiter, dann wird die Freude mehr.“ Lied kann ich per PDF zusenden. (vosc)
Es beginnen die ersten Reihen stehend, bei „da wird die Freude mehr“ stehen die Menschen der nächsten Reihe auf und singen so mit. So wird der Gesang mehr ..

 

 

Predigt

Wir hören noch einmal Worte aus Weihnachtsgeschichte nach Lukas (2,17-18)

17 Nachdem die Hirten das Kind gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. 18 Und alle, vor die es kam, wunderten sich über die Rede, die ihnen die Hirten gesagt hat-ten.

 

Liebe Gemeinde,

das Wort von diesem Kind breitet sich aus … wie eine Welle …
„ … dann wird die Freude mehr… dann wird die Freude mehr …“,
wir haben es gesungen. Ohrwurmartige Freude,

Sie erfüllt unser Herz – was wollen wir mehr!?

Weihnachtsfreude – für jede und jeden von uns hat sie einen besonderen Klang: Wir kommen zusammen mit Verwandten und mit Freunden. Wir haben freie Tage vor uns – Stress lass nach! Wir genießen gutes Essen … und irgendwie breitet sich an Weihnachten eine besondere Stimmung aus – anders als an anderen Tagen und bei anderen Festen. Freude und Wohlbefinden durchzieht die Lüfte und irgendwie hoffen wir: „Alles soll gut werden! Dieses Jahr zu Weihnachten!“

Auch im Radio dudelt schon seit Tagen wieder ein Ohr-Wurm: „Last Christmas, I gave you my heart … !“ Es ist ein Lied von enttäuschter Liebe. Weihnachten kann ja auch zu einer Enttäuschungsgeschichte werden …
– wenn es doch wieder anders läuft, als wir hoffen. Wenn das Herz nicht das findet, wonach es sich sehnt. Last Christmas hat es wieder nicht gebracht, so singt es die Endlosschleife des Songs alle Jahre wieder.

„Last Christmas, I gave you my heart!“ – muss das ein enttäuschter Lover wirklich jedes Jahr zum Fest der Liebe singen? … Manchmal habe ich den Eindruck, dass Gott es ist, der an Weihnachten zum enttäuschten Lover wird. Last Christmas hörten wir die gute Nachricht im Gottesdienst und auch
‚this christmas‘ wird es wieder zu hören sein:

Der Lover ist in die Welt gekommen. Gott hat sich klein gemacht; Gott ist ein Kind geworden. Gott kommt zu uns. Gott ist menschlich. Er gibt mir das Beste, was er hat. Er gibt mir sein Herz. Ich kann es nehmen, kann mich von Gott lieben lassen. This Christmas!

Ich bin geliebt von Gott. Kann mich das wirklich kalt lassen? Oder gehe ich einfach über zu den nächsten Events? Ich packe Geschenke aus, ich sehen den Lichterbaum, ich genieße das Festessen, ich feiere, vielleicht gibt es heute Abend auch noch eine Fete in der Stadt. Vielleicht treffe ich in diesen Tagen ein paar liebe Menschen, die ich schon länger nicht mehr gesehen habe …

Egal wo wir heute sind, egal was wir an den Festtagen tun, egal mit wem wir zusammen sind. Die Melodie des liebenden Gottes läuft mit: „Ich gebe dir heute mein Herz! Lass dich von mir anrühren.“ Gott kommt in deine Welt. Gott kommt in dein Herz. Das ist das Größte, was dir an Weihnachten passieren kann. Das kann Dir gerade auch dann passieren, wenn es Dir heute Abend hunde-elend geht.

Darum kann ich meine hohen Erwartungen an Weihnachten runterfahren. Ich erwarte die Erfüllung nicht vom Zusammensein mit meiner Familie, so schön das auch ist. Morgen vielleicht haben wir wieder die alten Themen am Laufen und treten uns ein wenig auf die Füße. Ich bin an Weihnachten ja auch immer noch der Alte.

„Ich gebe dir heute mein Herz!“ das sagt der göttliche lover auch zu dem Mann, der im Augenblick im Krankenhaus liegt und es gar nicht gemütlich hat. Das sagt der lover zu der Frau, die über den Tod eines Menschen trauert.

Wenn Jesus Christus nicht geboren wäre, könnten wir das Fest in die Tonne treten. Wenn ER nicht gekommen wäre, hätten wir keine Hoffnung für die Traurigen und Einsamen, schon gar keine Hoffnung für unser eigenes Leben. Was bliebe vom Fest ohne das Geburtstagskind?

Der kleine Patensohn meiner Tochter hatte das begriffen. Er interessierte sich „last Christmas“ nicht für die Geschenke unter dem Baum, er wollte nur singen: „Wie schön, dass du geboren bist, wir hätten dich sonst sehr vermisst!“ Wie feiern das Gotteskind, das zu uns gekommen ist.

Ich werde Freude haben an den Geschenken, auch wenn sie ein wenig anders sind, als ich es erwünscht und erwartet habe. Ich freue mich am Lichterglanz – auch an den Menschen, die ich liebe, selbst wenn sie mich übermorgen wie-der nerven sollten. Sie sind alle nicht perfekt, so wie auch ich nicht so ganz perfekt bin. Sie werden mich auch dieses Jahr ein wenig enttäuschen und mir nicht die Fülle bringen, die ich mir wünsche.

Einer jedoch enttäuscht mich nicht.

Gott sagt zu mir: Ich gebe dir mein Herz.
Lassen wir Gott an uns ran:

Ich öffne mich ihm, dann kommt die Freude zu mir, die mir niemand rauben kann. Diese Freude wird mehr von Jahr zu Jahr, je mehr ich erfahre von Gottes Liebe.

Gott ist mein lover jetzt und in alle Ewigkeit. Amen.

Wir singen von der Liebe des Sohnes Gottes

Lied 23,1-3 (EG 46) Stille Nacht

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