Ich glaube an… (Euro, Gesundheit, Menschen, Gott)

  1. Prolog

Jeder Mensch glaubt.
Jeder Mensch vertraut.
Jeder Mensch hofft.

Was sind Ihre/Eure Hoffnungen? Woran glauben Sie/glaubt Ihr? Worauf vertraut Ihr? Worauf baut Ihr?

Jesus sagt:
Bau nicht auf Sand, denn dann kommen die Stürme und Fluten und machen alles zunichte.
Bau auf festen Grund, der dich trägt und hält und auf dem du festen Stand hast.
Woran glauben wir?

  1. Euro

Ich glaube an den Euro.
Ich glaube daran, dass mein Geld, unser Geld einen Wert hat. Einen Gegenwert.
Ich glaube daran, dass ich mit meinem Geld in den Supermarkt gehen und einkaufen kann.
Ich glaube daran, dass ich der Kassiererin einen Zwanzig-Euro-Schein geben und dann meinen Einkauf mitnehmen kann.
Ich glaube daran, dass ich für meine Arbeit Geld bekomme – überwiesen auf mein Konto.
Ich glaube daran, dass auf meinem Konto Geld ist – jedenfalls wenn ich nicht in den Miesen bin – und dass ich auch dieses Geld einen Wert hat.

Ich glaube daran. Wir alle glauben daran. Jeder glaubt daran. Wir glauben daran und vertrauen darauf und bisher ist mein Vertrauen noch nie enttäuscht worden.
Und genau darin und auch nur darin liegt der Wert allen Geldes. Es hat einen Wert, weil wir alle darauf vertrauen und daran glauben, dass es einen Wert hat.

Mein Konto ist in Wirklichkeit aber nicht mehr als eine Datei im Computer meiner Bank. Und die Zeiten, dass der Wert des Geldes durch Gold gedenkt ist, sind lange vorbei.

Also: Woran glauben wir?
Bau nicht auf Sand, denn dann kommen die Stürme und Fluten und machen alles zunichte.
Bau auf festen Grund, der dich trägt und hält und auf dem du festen Stand hast.
Worauf bauen wir?

  1. Gesundheit

Ich glaube an die Gesundheit.
Denn nichts ist wichtiger als die Gesundheit. Hauptsache gesund. Hauptsache fit. Und „gut“ ist die einzig akzeptable Antwort auf die Frage: „Wie geht’s?“
Ich glaube an die Gesundheit.
Ich weiß, dass es ich mich gut fühle, wenn ich gesund bin und dass jede Krankheit mit das Leben schwer macht.

Ich glaube an die Gesundheit…
…solange ich gesund bin. Denn solange ich gesund bin, glaube ich, dass es mir gut geht und dass es mir nur dann gut gehen kann, wenn ich gesund bin.

Wenn aber die Krankheit in mein Leben kommt, dann muss ich umdenken. Dann entdecke ich anderes und neues und merke, was dann wichtig ist:
Ein Mensch, der sich um mich kümmert und sich sorgt und mir zeigt, dass ich nicht allein bin.
Dinge und Erlebnisse, die mich ablenken und aufmuntern: Die Sonne, eine schöne Geschichte, Blumen, Lachen, ein guter Witz…

Ich glaube an die Gesundheit und daran, dass es noch viel wichtigeres gibt, als gesund zu sein.

Also: Woran glauben wir?
Bau nicht auf Sand, denn dann kommen die Stürme und Fluten und machen alles zunichte.
Bau auf festen Grund, der dich trägt und hält und auf dem du festen Stand hast.
Worauf bauen wir?

  1. Menschen

Ich glaube an die Menschen.
Ich glaube, das in jedem Menschen das Gute angelegt und dass jeder Mensch auch wirklich gut ist.
Ich ahne auch, dass in jedem Menschen auch der Abgrund lauert und dass der Weg in denselben nicht immer sehr weit ist, dass aber auch eigentlich so gut wie niemand diesen Weg wirklich gehen will.

Ich glaube an die Menschen.
Nicht an jeden Menschen, nein. Dazu reicht mein Vertrauen leider nicht.
Zu oft ist es enttäuscht worden.
Zu oft haben sich auch meine Vorurteile bestätigt. (Obwohl Vorurteile an sich auch schon aus dem Abgrund kommen).
Zu oft haben sich aber eben Abgründe aufgetan.
Ja, und zu oft musste ich mir eingestehen, dass ich auch nur ein Mensch bin.

Dennoch: Ich glaube an die Menschen.
Suche das Gute im Menschen – und werde fündig.
Wage mich vorwärts auf andere zu – meist eher zaghaft, aber doch.
Versuche zu vertrauen – nicht nur denen, die ich kenne und denen ich ohnehin schon vertraue, sondern auch anderen, solchen die ich gerade erst kennenlerne.

Bin überzeugt, dass der Mensch von Gott zur Gemeinschaft geschaffen ist und die Gemeinschaft anderer braucht und nur gemeinsam seine wahre Stärke und wahre Liebe zeigen kann.

Ich glaube an die Menschen. Denn ein jeder Mensch hat seinen Wert.

Jesus sagt:
Bau nicht auf Sand, denn dann kommen die Stürme und Fluten und machen alles zunichte.
Bau auf festen Grund, der dich trägt und hält und auf dem du festen Stand hast.

Woran glauben wir?

  1. Gott

Ich glaube an Gott.
„Natürlich“, mag mancher jetzt denken, „ist ja auch ein Pastor.“ Aber ich glaube nicht an Gott, weil ich Pastor bin, sondern mein Glaube ist einer Gründe, warum ich diesen Beruf gewählt habe.
Ich glaube an Gott, den ich zwar nicht auf meinem Kontoauszug, aber in seinem Wort finde, der nicht in meinem Portemonnaie steckt, dessen Größe ich aber in der Natur und dem ganzen Kosmos erkenne.
Und ich glaube an Jesus Christus, der sich um die Kranken gekümmert und vor dem Sterben nicht zurückgeschreckt ist. Der mir in anderen Menschen begegnet, wenn sie gut und hilfreich sind.
Ich glaube an Gott, den ich zwar nicht sehe und dessen Existenz noch niemand beweisen konnte, an den Menschen aber schon lange vor mir geglaubt haben.

Und ich glaube, dass Gott mich und Euch alle liebt, egal, was ihr/was wir auch immer glauben und hoffen vertrauen mögen.

Jesus sagt:
Bau nicht auf Sand, denn dann kommen die Stürme und Fluten und machen alles zunichte.
Bau auf festen Grund, der dich trägt und hält und auf dem du festen Stand hast.

Ich glaube, dass Gott der einzige Grund ist, der wirklich trägt und hält und auf dem ich wirklich festen Stand habe.

Amen.

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