Christus – Licht in der Finsternis

(Dank an Theophil Steudle – Ruth Rühle für den Beitrag im Dt. Pfarrerblatt und Pastor em. Hans-Dieter Krüger, Heidelberger Predigtforum)

Joh 8,12ff und Joh 1, 1-5

Liebe Gemeinde,
In diese Welt und all ihre Finsternis kommt Gottes Licht des Lebens.
Und es ist wirklich finster auf der Welt.
Hier vor Ort bangen viele um die Zukunft und ihre Arbeitsplätze.
Aber alle Klage darüber verstummt angesichts des Leides, das so viele Menschen in Berlin erleben mussten. Und nicht nur in Berlin. Der Terror verbreitet seine Finsternis über die Welt wie einen kalten Nebel aus Hass und Gewalt, der Zwietracht und Misstrauen sät. Und die Saat geht auf. Das erschreckt mich, macht mich sprach- und hilflos.

Es ist finster überall, wo Menschen mitten im Krieg leben, wo Menschen hungern, überall, wo Hass und Hetzte die Oberhand gewinnen. Nach wie vor werden Waffen in Krisengebiete verkauft. Keine Einigung, kein Friede in Sicht. Die Menschlichkeit bleibt auf der Strecke.

Auch in Bethlehem als Jesus geboren wurde war es finster: Das Land war besetzt, es gab Aufstände, es fehlte an Recht und Gerechtigkeit. Arme Kranke und Alte hatten keine Chance. Aus eigener Kraft können die Menschen nichts verändern.

Diese Finsternis will Macht über uns gewinnen und uns in die Kälte ziehen. Hoffentlich lassen wir uns nicht auch eines Tages von der Finsternis erfassen. Alle, die sich von der Macht der Finsternis erfassen lassen nehmen das Licht Gottes nicht an.

Und doch ist es da, so wie die Sonne über dem Nebel scheint, auch wenn wir sie  manchmal nur erahnen können.

Wir können die Finsternis nicht selbst verscheuchen, so wie wir auch den Nebel nicht auflösen können.

In diese Welt und all ihre Finsternis kommt Gottes Licht des Lebens.
Christus sagt: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.
Nur Gott kann wirklich Licht in die Finsternis bringen, so als würde die Sonne durch den Nebel brechen und die Erde erwärmen und mit ihren Strahlen erhellen. Dann taut der Raureif und die Farben beginnen wieder zu leuchten.
Wer würde die Sonne wegschicken und lieber im Nebel bleiben?

In uns steckt die Sehnsucht nach Licht und Wärme. Und da kommt einer zu uns und sagt: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.

Das ist ein Licht, das die Finsternis durchbricht. Eine Flamme, die selbst der Tod nicht löschen konnte. Das Licht der Schöpfung, dass seit Ewigkeit leuchtet und Leben schafft. In Christus gewinnt es Gestalt. Deshalb zünden wir im Advent und an Weihnachten so viele Lichter an – um an seine Worte, sein Leben zu erinnern. So werden die Kerzen zu Lichtern der Hoffnung. Sie verbreiten ihr Licht in der Finsternis.

Jedes Licht sagt: Gott ist auf eurer Seite – Christus ist solidarisch mit allen Menschen in Angst, Leid, Trauer und Not. Und er sagt: In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, denn ich habe die Welt überwunden.

Da ist nicht nur das Baby in der Krippe – das ist auch der erwachsene Jesus, der sich nicht erfassten lässt von der Dunkelheit, sondern ihr das Licht des Lebens entgegensetzt.

In diese Welt und all ihre Finsternis kommt Gottes Licht des Lebens.
Christus sagt: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.
Wer mir nachfolgt …

Jeder, der getauft ist, jeder, der sich Christ nennt, ist in diese Nachfolge hineingenommen. Es gilt sich dafür zu entscheiden seinen Worten zu folgen, sich von ihnen leiten zu lassen. Oder wie Johannes sagen würde das Licht annehmen, und als Kinder Gottes leben.
Dann weichen der Nebel und die Kälte aus dem Herzen, die Finsternis kann uns nicht mehr ergreifen oder erfassen. Das Licht des Lebens lässt den Raureif auf der Seele schmelzen, so dass Liebe und Mitmenschlichkeit wieder zum Vorschein kommen. So wird jeder Christ zu einem Licht, dass etwas Hoffnung in diese Welt bringt. So lasst uns zu denen gehören, die das Licht annehmen und Jesus nachfolgen.

In diese Welt und all ihre Finsternis kommt Gottes Licht des Lebens.
Das feiern wir an Weihnachten und lassen unser Leben von seiner Liebe erwärmen und von seiner Gegenwart erhellen.
Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Amen

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