Beten hilft immer!

Als die kleine Jule sieben Jahre alt ist, macht sie eine ganz besondere Erfahrung. Sie erlebte zum ersten Mal bewusst mit, wie Gott Gebet erhört. Am Spielplatz stand Jule alleine oben auf einem Podest, unter ihr der Sandkasten. Das kleine Mädchen überlegte: „Springe ich jetzt, oder springe ich nicht?“ Jule traute sich nicht, da beschloss sie: „Vielleicht hilft es, wenn ich mal dafür bete?“ Sie setzte sich hin, faltete die Hände und sagte: „Bitte Herr Jesus, mache dass ich mich zu springen traue. Amen!“ Daraufhin öffnete sie die Augen, stand auf – und sprang! Kurz darauf rannte sie freudestrahlend zu ihrem Papa und rief, dass alle auf dem Spielplatz es hörten: „Papi, Papi, Jesus hat mein Gebet erhört!“

(nach: Volland, Theo: Gebet – Gott hört deinen Notruf, gefunden auf: https://www.dmgint.de/mission/jesus/wie-gebet-hilft.html, abgerufen am 28. April 2016, 15:41)

Gebetserhörung

So funktioniert das mit dem Beten!

Genauso!

Und genauso ist es gewesen!

Jesus hat Jules Gebet erhört!

Da gibt es überhaupt keinen Zweifel. Denn Jesus hört jedes Gebet, das an ihn gerichtet ist. Gott hört jedes Gebet, das an ihn gerichtet ist. Jedes Gebet wird gehört. Und so wird es auch hier gewesen sein: Jesus hat gehört, wie die kleine Jule ihn um Hilfe gebeten hat und hat sich sicherlich gefreut, dass sie sich ausgerechnet an ihn gewandt hat.

Und ob Jesus da nun noch irgendwas gemacht hat, damit Jule Mut bekommen hat, oder ob ihr schon das Beten an sich Mut gemacht hat – das ist eigentlich völlig egal. Entscheidend ist: Es hat geholfen.

Und dass ist die Erkenntnis, die jeder betende Mensch früher oder später macht: Es hilft!

Wenn ich bete, hilft es mir in jedem Fall, denn es tut mir gut mit Gott zu reden. Und das hat zweierlei Gründe:

  1. Ich weiß, dass ich gehört werde. Denn das ist ein Versprechen Jesu: Kein Gebet soll ungehört in den Weiten des Weltalls verhallen. Jedes Gebet wird gehört.

  2. Beten hilft mir meine Gedanken zu sortieren und neue klarere Gedanken zu fassen. So werden nämlich Gebete erhört: Gott gibt uns im Gebet einen klaren Geist. Und allein das ist oft schon eine große Hilfe.

Also: Beten hilft!

Und im Zweifelsfall gilt der Satz aus der Bierwerbung: Nicht immer, aber immer öfter.

Denn das ist auch eine Erfahrung, die man sozusagen als „Betanfänger“ macht: Wer noch nie oder nicht regelmäßig gebetet hat, kommt sich am Anfang oft komisch vor. Und dann klappt das mit den klareren Gedanken noch nicht auf Anhieb. Aber das ist eine reine Übungssache.

Ritualisiertes Beten

Wir beten zuhause immer vor dem Essen unser Tischgebet: Alle gute Gaben, alles, was wir haben, kommt, o Gott, von dir; wir danken dir dafür. Amen. Und mit unserem Sohn sprechen wir auch abends immer ein ganz kurzes Gebet.

Nun mag der eine oder andere denken: Naja, das ist dann doch aber auch inhaltsleeres Geplapper. So ein Gebet kann man sich doch auch schenken, oder? Besonders bestimmte fromme Kreise rümpfen über solche Gebetsrituale schnell mal die Nase.

Aber das ist nicht gerechtfertigt! Denn entscheidend ist nicht, was aus dem Mund kommt, sondern was im Herzen dabei passiert.

Wie oft haben Menschen in Momenten größter Verzweiflung, größter Not und größter Angst nicht schon das Vaterunser gebetet, hinaus geschrien, stumm geflüstert oder unter Tränen genuschelt, weil es das einzige war, was sie überhaupt noch über die Lippen gekriegt haben?

Und auch und gerade das Ritual hat eine große Kraft, wenn es ernst genommen wird. Wenn es eben nicht nur eine leere Hülle ist, sondern etwas unverzichtbaren, was dem Leben Sicherheit und Hoffnung gibt.

Beten für andere

Wir sind heute hier im Namen Jesu zusammengekommen: Also sind wir Gemeinde Jesu Christi.

Das Erste und Wichtigste, wozu ich die Gemeinde auffordere, ist das Gebet. Es ist unsere Aufgabe, mit Bitten, Flehen und Danken für alle Menschen einzutreten (1. Tim 21, alle Bibelzitate nach Neuer Genfer Übersetzung), so schreibt es der Apostel Paulus.

Es ist das besondere des christlichen Gebets, dass wir nicht nur für uns selbst beten. Sondern auch und ganz besonders für andere.

Das fällt uns nicht schwer und erscheint geradezu logisch, wenn es um die Menschen geht, die mir lieb und teuer sind. Wer mehr oder weniger regelmäßig betet, der kommt von ganz allein darauf für die Kinder oder den Freund oder die Nachbarn oder wen auch immer zu beten, gerade dann wenn man weiß, das es bei diesen Menschen gerade irgendwelche Probleme gibt.

Das Beten für ganz andere fremde Menschen ist eher etwas komisches. Das wird gerne uns hier im Gottesdienst überlassen. „Die beten da doch immer für die Armen und die Hungernden in Afrika. Dann brauche ich mir darum keinen Kopf mehr machen.“

Aber auch hier gilt wieder: Beten hilft! Und das hat zweierlei Gründe:

  1. Ich weiß, dass ich gehört werde. Kein Gebet verhallt ungehört in den Weiten des Weltalls.

  2. Beten hilft mir meine Gedanken zu sortieren und neue klarere Gedanken zu fassen. Und deshalb hilft es mir auch meinen Verstand zu weiten. Für andere Menschen zu beten, hilft mir mich in sie hineinzudenken und hineinzufühlen. Und das schafft Verständnis, Toleranz, Offenheit und letztlich Frieden.

Wenn das doch nur alle täten und ich selbst vielleicht auch noch ein bisschen intensiver.

Außerdem ist Beten für andere auch immer beten für sich sich selbst. Denn wenn es den anderen gut geht, habe ich etwas davon. Darum schreibt Paulus auch: Betet insbesondere für die Regierenden und alle, die eine hohe Stellung einnehmen (1. Tim 22).

Warum bitte für die Regierenden? Ganz einfach: Damit wir ungestört und in Frieden ein Leben führen können. Beten wir dafür gut regiert zu werden!

Insofern ist es durchaus sinnvoll vor der nächsten Wahl intensiv zu beten um durch Gottes Gnade zu einer weisen Wahlentscheidung zu kommen. Wenn beten hilft, dann auch dabei!

 

Beten hilft immer!

Wir wissen, dass jedes Gebet gehört wird und das Beten hilft.

Was ist nun aber wenn ich im Gebet um etwas bitte und ich bekomme es nicht? Wenn Klein-Fritzchen um ein neues Fahrrad bittet und keins bekommt? Wenn ich um Frieden für die Welt bitte und in Syrien und anderswo wird immer noch weiter gekämpft?

Dann sollte ich mir klar machen, dass Beten nicht der Einschaltknopf an der großen göttlichen Wunscherfüllungsmaschine ist. Denn weder der Vater noch der Sohn oder gar der Heilige Geist haben uns versprochen, dass alle unsere Wünsche wahr werden.

Versprochen ist nur, dass wir gehört werden. (Und ich habe jetzt sehr bewusst immer „gehört“ gesagt und nicht „erhört“ – denn obwohl das eigentlich fast das gleiche ist, wird „erhört“ doch beim Beten oft in die Nähe von „erfüllt“ gerückt. Aber darum geht es nicht.

Sondern darum, dass wir immer gehört werden. Auch wenn Gott nicht tut, was wir uns so wünschen, so weiß er doch, was wir wirklich brauchen, ehe wir ihn bitten.

Dennoch und deswegen: Betet und ihr werdet es nicht vergeblich tun. Beten hilft wirklich, denn es öffnet Gottes Ohren und unsere Herzen für einander.

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