Haben Sie es schon getan?

Kurzpredigt zum Tischabendmahl (teilweise in Stichpunkten)

Liebe Gemeinde,
Der Papst tut es!
Haben Sie es schon getan?
Oder Ihr?
Ich jedenfalls noch nicht!
„Ich habe noch niemandem die Füße gewaschen“, habe ich gedacht, als ich mir den Evangeliumstext für Gründonnerstag angeguckt habe.
Oder halt: Ja, meine Patenkinder, die habe ich natürlich früher in der Badewanne gebadet, inclusive Fküße. Gilt das auch? NEIN

Füße waschen – sehr intim. Könnte ich gar nicht haben
Wer tut es heute ganz selbstverständlich?
Eltern, pflegende Angehörige, Pflegepersonal
Seit einiger Zeit die Dienstleistung der Fußpflege, aber das ist noch einmal etwas anderes.

Zu Zeiten Jesu: Fußwaschung einerseits als Symbol der Gastfreundschaft: Der Gastgeber ehrt seinen Gast, indem er sich vor ihm beugt, ihn bedient. Und es war natürlich auch eine ganz praktische Geste: Die Menschen damals haben alle Wege zu Fuß gemacht – die Füße waren staubig und beansprucht. Da hat solche eine Reinigung bestimmt gutgetan.
Eine Freundin von mir: wäscht jeden Abend die Füße, vorher geht sie nicht ins Bett

Jesus gibt der Waschung noch einen religiösen Charakter: Die Waschung macht euch rein – auch im geistlichen Sinne. Und ich denke an die Gebetspraxis im ISLAM heute. Vor dem Gebet werden Hände, Arme, Gesicht und Füße dreimal gewaschen.

Einige christliche Kirchen praktizieren die Fußwaschung im Gottesdienst am Gründonnerstag – wie wäre das, wenn wir das heute hier machen würden. Wären dann genauso viele Menschen gekommen: Weniger – mehr???

Und denken wir noch einmal daran, WANN Jesus diese Handlung vollzogen hat. Es war am Abend vor dem Passahfest, der Abend vor seiner Verhaftung und Ermordung.
Haben Sie, Hast du dich schon mal gefragt, was du tun würdest, wenn du nur noch einen Tag zu leben hättest?
Meine Ideen:
Fest, ans Meer fahren, mit geliebten Menschen weinen oder lachen, umarmen, festhalten.
Aber Füße waschen?
Jesus tut das: Am letzten Abend in Freiheit wäscht er den Menschen um sich herum die Füße
Und unterstreicht damit noch einmal ganz dick:
Mein Leben ist darauf ausgerichtet, für euch da zu sein.
Gebet von Franz Assisi:
„Herr, lass du mich danach trachten, nicht dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste“
Am letzten Abend gibt Jesus noch einmal ein Zeichen der Zuwendung, fast Intimer Zuwendung…. Er ist sich nicht zu schade. Er beugt sich so tief hinunter, fasst an, wäscht den Schmutz ab. Und gibt damit ein Beispiel für Gottes Liebe: Wie sie im Menschen und durch den Menschen wirken kann.
„Ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe.“
Jesus hat es uns vorgemacht: Liebe ist nicht nur ein Wort, Liebe das sind Worte und Taten. Amen.

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