Presskonferenz in Jerusalem

[Vorbemerkung zur Predigt: Der Predigttext erscheint als ‚Statement‘ Jesu während der Predigt. Man kann die Predigt als One-Man-Show ‚spielend‘ vortragen. Oder mit weiteren Sprechern versehen (Jesus, Matthäus, Thaddäus, Iski, Philippus, Andreas). Dann müßten diese Sprechrollen leicht umgeschrieben werden, denn im vorliegenden Text werden diese Redebeiträge von dem Manager Johannes ‚gespielt‘.
Ziel meiner Predigt ist es, die Gemeinde nach Jerusalem zu versetzen und sie wie die Menschen damals mit der Botschaft Jesu direkt zu konfrontieren. Jesu Worte sprechen dabei so gut wie für sich. Das Johannesevangelium gibt die Situation hervorragend wieder. Je ambitionierter der Prediger im Stil eines Konferenzmanagers die Situation ‚aufheizt‘ – umso deutlicher wird der Schock der Klarheit von Jesu Botschaft. Viel Freude beim ‚Spiel‘!]

Guten Tag! Shalom! X[CH]aire ! Salve! Entschuldigung! Darf ich bitte einmal nach Vorne gehen?

[Prediger geht durch die Gemeinde zum Ambo]

Entschuldigen Sie bitte! Entschuldigung! Darf ich bitte vorbeigehen? Entschuldigung! Würde mich bitte durchlassen? Ich organisiere das Jesus-Treffen heute Morgen.

So! Nun können Sie mich alle sehen. Shalom!

[Grußgeste]

Ich begrüße Sie ganz herzlich zu dieser Pressekonferenz von Jesus von Nazareth. Die Veranstaltung wird – wie kurzfristig angekündigt – in wenigen Augenblicken beginnen. Zu Eingang möchte ich gerne einige organisatorische Dinge ansagen, damit das Meeting ohne Zwischenfälle verlaufen kann.

Mein Name ist Johannes. Ich bin der Tour-Manager von Jesus. Mit mir zusammen sind einige Kollegen aus dem Tour-Team vor Ort, um die Begegnung mit Jesus reibungslos zu organisieren. Sie sind in unsere Stadt zu dem großen Fest angereist. Das ist gut. Was gibt es Schöneres im Leben als Pilgern? Wir vom Jesus-Team freuen uns Ihnen unseren Star in der aktuellen Verkündigungsszene vorstellen zu können. Wir haben dafür in letzter Minute diesen Konferenzraum organisieren können.

Ich stelle Ihnen unser Team vor….

Da ist Matthäus. Er steht dort drüben. Er spricht fließend aramäisch. Gehen Sie bitte zu ihm, wenn Sie diese Sprache sprechen. Hallo Matthäus, alles ok bei Dir? Fein.

Dort hinten befindet sich Thaddäus. Er ist in der hebräischen Sprache zu Hause. Diejenigen von Ihnen, die in dieser Sprache beheimatet sind, mögen sich bitte zu ihm begeben. Vielen Dank. Gehen Sie ruhig näher zu ihm heran.

Hier auf der rechten Seite, von Ihnen gesehen natürlich links, finden Sie Iski. Eigentlich Iskariot. Für uns aber alle Iski. Der nette Mann spricht perfekt die Latein. Er betreut diejenigen unter Ihnen, die von weit her gekommen sind, aus Spanien oder Gallien oder Italien. Oder für diejenigen, die sich gerne in Fremdsprachen üben. Oder die zeigen möchten, daß die Römer letztlich auch nur Menschen sind…

Hier vorne dort befinden sich Philippus und Andreas. Die beiden sind Mitarbeiter der ersten Stunde. Sie sind der Sprache der Philosophen, dem Griechischen, mächtig sind. Wir haben gehört, daß gerade heute Morgen eine große Schar von Touristen aus der Ägäis bei uns zu Gast sind. Wir freuen uns, daß Sie hier sind. Applaus für die Griechen!

[Applaus]

Wie gesagt, ich bin Johannes. Ich bin der Team-Manager der Jesus von Nazareth Tour in diesem bedeutenden Jahr.

Sie vermissen wahrscheinlich noch Petrus. Er ist der persönliche Berater von Jesus. Gerade befindet er sich mit unserem Star noch einmal in Bethanien bei Maria und Martha. Aber wie ich höre, sind beide schon auf dem Weg.

Als Jesusbegeisterte haben Sie wahrscheinlich mitbekommen, dass Jesus in den letzten Tagen in dem kleinen Ort außerhalb der Stadt Quartier bezogen hat. Maria, Martha und Lazarus sind gute Freunde von Jesus. Es dürfte sich bei Ihnen herumgesprochen haben, dass Jesus seinen Freund Lazarus vom Tod auferweckt hat. Das hat in der örtlichen Presse gewaltig Schlagzeilen gemacht – und wahrscheinlich sind auch einige von Ihnen heute gekommen, um zu diesem Vorgang noch Genaueres zu erfahren.

Bis Jesus gleich zu uns kommt kann ich Ihnen noch kurz berichten, was heute Morgen auf der Jesus-Tour passiert ist. Jesus ist – wie viele andere Pilger auch – durch das Osttor in die Stadt eingezogen. Man hat ihm einen Esel zugeführt. Es haben ihm einige Leute zugejubelt, und ja, sie haben Jesus begeistert gefeiert.

Jesus ist schon lange kein Unbekannter mehr. Er ist zum Shootingstar der letzten Monate geworden ist. Er ist mittlerweile auch in der römischen Welt bekannt -und in Griechenland, wie Sie Pilger aus Ephesus mit Ihrer Anwesenheit ja beweisen. In seiner jüdischen Heimat kennt ihn sowieso jedes Kind. Leider ist es wie so oft, dass solche Solo-Karrieren nicht nur Freunde und Anhänger auf den Plan rufen. Es gibt auch Neider und Kritiker. Diese Leute wollten ihn nicht einmal für die Castings zulassen. Das ist ein Unding. Sehen Sie das nicht auch so? Höre ich zustimmende Rufe?

[Hand ans Ohr]

Genau. Aber all das kümmert uns aber nicht! Ihre Anwesenheit heute Morgen zeigt, dass Sie sich freuen, Jesus zu begegnen. Dass Sie von ihm wahrscheinlich einige Autogramme haben wollen. Photos mit unserem Star können natürlich auch gerne gemacht werden. Wir haben alles dafür vorbereitet. Jesus steht nach seinem Statement für Fragen und für Ihr Selfies gerne zur Verfügung.

Nun, ich sehe, die meisten von Ihnen haben sie schon gut organisiert. Ich rufe noch einmal schnell meine Kollegen über Funk.

Matthäus: Ist bei dir alles in Ordnung? Es geht? Du hast eine sehr kleine Gruppe mit den lateinisch sprechenden Besuchern. Das kommt wohl daher, dass so viele Leute nicht extra aus Italien zum jüdischen Passahfest angereist sind. Diese Tradition ist auch sehr speziell. Bei Ägypten denken Römer wohl auch eher Cäsars Affäre mit Cleopatra als an Mose und die Nacht der Befreiung…

Thaddäus, hallo? Alles in Ordnung, kann es losgehen? Ja? Nein? Es gibt Unruhe in deiner Ecke? Das bekommst Du in den Griff, das kennst Du ja.

[zu den anderen Besuchern hinter vorgehaltener Hand]

Diese Unruhe kann ich verstehen. Bei den Hebräern gibt es nicht nur Begeisterung für Jesus von Nazareth. Die Juden haben mit der Jesus-Tour immer irgendwelche Schwierigkeiten. Es gibt viele, die skeptisch sind, die am Messias zweifeln. Und eine noch größere Schar von den Sadduzis und Pharies verleumden Jesus öffentlich. Ich bin gespannt was diese Leute nachher hier vorbringen werden.

Abschließend zu Euch: Philippus und Andreas. Um Euch scharen sich ja die Griechen. Sie haben einige philosophische und theologische Fragen? Nun, da merkt man: sie kommen aus der Schule Platons. Das Volk der Dichter und Denker. Sehr gut! Das freut uns! Ja, gleich geht es los, Andreas.

[Hört auf die Menge]

Wo Jesus bleibt?

Da kommt er ja auch schon. Ich sehe ihn. Er kommt von der Seite auf die Bühne. Petrus ist bei ihm. Jesus lächelt.

Jesus wir begrüßen dich ganz herzlich hier bei unserer Jerusalemer Tour-Veranstaltung! Wenige Tage vor dem großen Fest bist Du hier, um den Menschen deine Botschaft zu bringen! Heute ist der Kairos, die entscheidende Stunde.

Jesus, du siehst, so viele Leute sind gekommen. Sie wollen dich sehen. Sie wollen von dir die neuesten Missionsauskünfte: Wie geht es weiter mit dem Glauben an Gott-Vater? Welche Werte sollen gelebt werden?

Die Menschen sind aus den unterschiedlichsten Teilen des riesigen Kaiserreiches angereist. Petrus, du hast in Bethanien alles klargemacht? Das freut uns. Maria und Martha sind hier. Und Lazarus, der Freund Jesu. Da drüben winkt er. Er ist als erster von den Toten auferweckt worden!

[Applaus]

Wir sind gespannt, wie Du das hinbekommen hast, Jesus!

Die Konferenz ist nun eröffnet.

Sind Sie bereit für Jesus von Nazareth?

[Applaus]

Ich gebe nun das Mikrofon an Jesus von Nazareth….

„Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht werden wird. Wahrlich! Amen! Wahrlich! Ich sage euch: wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein. Wenn es aber stirbt bringt es viel Frucht.“

Dieser Beifall! Jesus. Super! Die Menschen begrüßen diese sehr philosophischen Worte. Das freut uns. Aber lassen Sie Jesus doch bitte erst einmal zu Ende hören! Bitte warten Sie mit dem Beifall! Dankeschön! Jesus du hast wieder das Wort…

„Also, noch einmal. Wahrlich ich sage euch, wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht. Wer sein Leben liebt verliert es. Wer sein Leben in dieser Welt nicht so wichtig nimmt, wird es für das ewige Leben bewahren. Wenn mir jemand dient, soll er mir folgen. Wo ich bin, dort soll mein Diener sein. Wenn mir jemand dient, wird mein Vater in ehren.“

Danke Jesus! Das sind wie immer sehr tiefgründige Worte. Unsere Besucher sind…. – ja was soll ich sagen? Sie sind begeistert? Nein! Scheinbar nicht! Was haben Sie erwartet? Haben Sie erwartet, dass Jesus zum Widerstand gegen die Politik aufruft? Dass Jesus sagt: das Leben ist schön? Dass Jesus sagt: lasst uns Party machen? Liebe Gäste: Jesus hat gesagt, worauf es im Leben wirklich ankommt.

Gibt es Fragen?

Aha, ich sehe da hinten gibt es eine Meldung.

Thaddäus: Worum geht es? Wie bitte? Die Menschen haben gehört, dass Jesus etwas gesagt hat – aber es hat sich für sie nur wie ein komisches Geräusch angehört? Sie sprechen von Donnerschlag, von einem gewaltigen Getöse. Ihre Ohren haben nur so geschlackert?

Wie bitte? Da moniert bei Dir jemand, dass Jesus immer das Gleiche sagen würde. Immer redet er nur von Leiden. Von Absterben. Von Vergehen…. Ich verstehe: Der Gast will endlich etwas darüber hören wie das Leben gut verlaufen kann… Wie man glücklich werden kann… Wie man von den Römern befreit wird… Danke für die Rückfragen.

Jesus, möchtest Du drauf antworten?

[Hört hinüber zu Jesus]

Liebe Gäste, Jesus würde gerne noch ein paar Fragen sammeln bevor er antwortet. Gut. Gibt es noch weitere Gedanken? Ja?

Da hinten. Matthäus, Du bist bei den einfachen Leuten, die aramäisch sprechen. Was haben sie verstanden? Wie bitte? Das ist ja unglaublich: ein Engel habe zu ihnen gesprochen? Das klingt ja wirklich gut. Ein Engel. [Haha] Liebe Gäste: Hat Jesus Ähnlichkeit mit einem Engel? Er ist ein ganz normaler junger Mann. Aber ist es nicht schön, wenn die einfachen Leute glauben, dass eine Engelsstimme zu ihnen gesprochen hat. Matthäus, was sagst Du? Die Menschen sind verstört. Sie haben etwas anderes von Jesus erwartet? Nun ja… Jesus, was kannst Du dazu sagen?

„Nicht um meinetwillen erging eine Stimme, sondern um euretwillen! Jetzt ist das Gericht über diese Welt. Jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen werden. Wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich alle zu mir nehmen.“

Das sind noch einmal tiefgründige Worte, Jesus. Vielen Dank. Vielleicht konnte der eine oder andere damit mit etwas anfangen.

Wie steht es bei Ihnen vor der Bühne? Ich gebe zu Thaddäus bei den Hebräern. Was sagen die Leute? Aha…

Jesus, ich wiederhole es noch einmal, es ist ein bißchen laut hier vor der Bühne. Tumult sind wir gewohnt, das kennen wir von unseren Veranstaltungen; aber so laut habe ich es noch nie erlebt. Aber ich habe die Äußerungen in meinem Ohrhörer…

[Hält die Hand ans Ohr]:

Jesus, die Leute fragen: Sie hätten aus den Gesetzen des Mose gehört, dass der Messias für immer auf der Erde bleiben würde. Und: Was sagst Du dazu, dass der Menschensohn erhöht werden wird? Und noch eine Frage: Wer ist dieser Menschensohn überhaupt?

Vielen Dank an die Hebräer für ihre Fragen…

Jesus, möchtest Du Ihnen eine Antwort geben?

„Nur noch kurze Zeit ist das Licht unter euch. Geht und lebt! Solange ihr dieses Licht habt, damit die Finsternis nicht über euch hereinbricht. Denn wer in der Finsternis geht, der hat keine Ahnung wohin ihn in der Weg führt. Solange ihr das Licht habt, glaubt an das Licht, damit ihr Kinder des Lichtes werdet!“

Jesus, Du hast den Hebräern eine klare Antwort gegeben. Das müsste bei Ihnen, ja bei allen Besuchern unserer Veranstaltung angekommen sein! Was nehme ich wahr? Großer Tumult! Die Menschen wollen das nicht hören.

Da gibt es noch eine Frage. Jesus ich gebe sie direkt weiter. Die Frage kommt aus der aramäischen, und auch aus der italienischen Ecke… Was bedeutet eigentlich diese ‚Erhöhung‘?

Ich werde diese Frage beantworten, meine Damen und Herren. Jesus spricht von seinem Tod am Kreuz, so übersetze ich Jesu Worte. Ein furchtbarer Tod wird auf Jesus zukommen.

Wie geht es Jesus bei dieser Aussicht? Was geht in ihm vor? Diese Fragen stellen die Reporter der Boulevardzeitungen. Die Paparazzi fragen, ob sie dich begleiten und am Kreuz fotografieren dürfen. Das wird die Auflagen ihrer Gazetten phantastisch in die Höhe schnellen lassen… Ehrlich gesagt: Leute, ich finde dieses Ansinnen geschmacklos.

Aber da kommt eine ganz persönliche Frage: Jesus, wie geht es dir in deinem Herzen? Was bedeutet es für dich, wenn du diesen Weg jetzt vor dir siehst? Kannst Du dazu einige Worte sagen, Jesus? Habe ich das so richtig übersetzt, Iski? Ja? Gut. Jesus, bitte…

„Jetzt ist meine Seele erschüttert. Was soll ich sagen?“

Was soll ich sagen? Jesus? Danke schön!

[Schluchz]

Das ist ein zu Herzen gehendes Wort. Frage an die Gäste, die aus Italien da sind. Können Sie mit diesem persönlichen Wort etwas anfangen? Wissen Sie nun, was der Gedanke an Ihre römische Foltermethode am Kreuz in Jesus auslöst?

Möchten Sie vielleicht Autogramme von Jesus haben? Wer ein solches Statement abgibt, wer emotional so betroffen ist von diesem Leidensweg, der – da muss man doch ein Autogramm mitnehmen…

Entschuldigung…[Hand ans Ohr] Ja, ich höre: Matthäus, Thaddäus… Was? Wie bitte? Kritik! Beschwerde! Aufruhr! Zorn? Das wollen die Besucher nicht hören? Was denn dann?

Jesus. Du sagst Du bist erschüttert… Aber die Leute… Bei denen kommt deine Erklärung nicht an. Sie sagen: Der Messias ist hier auf Erden, der Messias stellt alle irdischen Verhältnisse auf den Kopf… Und was sagst Du? Der Heiland der Welt muß in den Tod gehen? Jesus sprich zu den Leuten!

„Ja, es stimmt. Meine Seele ist erschüttert. Und was soll ich sagen? Soll ich vielleicht sagen: Vater rette mich aus dieser Stunde!

Ja liebe Leute! Was wollt ihr denn hören? Wollt Ihr hören wie einer aus der Grube gezogen wird? Wollt Ihr hören wie einer aus dem Seesturm gerettet wird? Wollt Ihr wie einer in letzter Sekunde aufgefangen wird, wenn er sich vom Felsen stürzt?

Nein, Leute! Ich bin hier, weil meine Stunde gekommen ist. Weil ich jetzt durch Gott verherrlicht werde! Ich nehme alles Leid der Welt auf mich! Durch meine Taten seid ihr für immer und ewig, seid Ihr auf alle Zeiten gerettet!

All das, was ihr als Menschen jemals Verderbliches tun könnt – ich nehme eure Schuld auf mich und gehe für euch durch Leid und Tod. Ich gehe durch das Sterben hindurch in die Herrlichkeit Gottes. Was wollt Ihr Leute? Das ist das Beste was Euch passieren kann!

Ihr werdet gerettet werden! Und wenn Ihr mir nachfolgt, dann seid auch Ihr gerettet!“

Petrus! Petrus! Kannst Du Dich schnell vor Jesus stellen? Da fliegen die ersten faulen Eier… Jesus trete bitte etwas von der Bühne zurück. Die Menschen scheinen es überhaupt nicht zu begreifen, was Du gesagt hast. Dein Wort vom Weizenkorn, das sterben muss um Frucht zu bringen – dieser Gedanke ist zu kompliziert für die Menschen hier…

Ich frage aber trotzdem noch mal in die Menge zurück.. Ich frage Philippus, Andreas: ich frage die Griechen, die extra gekommen sind um Jesus zu sehen, die vorhin unbedingt ein Autogramm haben wollten… Wollt Ihr jetzt ein Autogramm von unserem Star? Nein! Keins!

Dann frage ich bei Matthäus und Iski: Wie steht es bei Euch? Ein Autogramm von Jesus? Von unserem berühmten Menschensohn? Wie? Nur einer möchte ein Autogramm. Das wird schwierig… bei diesem Tumult…

Ich frage noch schnell bei Thaddäus nach, bei den Hebräern… Nein! Hier fliegen schon Steine. Nein! Leute, bitte keine Steine! Steine verletzten! Das wollen Sie bitte bitte unterlassen! Wir wollen alles friedlich klären… Aber keine Steine, keine faulen Eier. Nehmen Sie Ihre Sachen mit nach Hause, machen Sie Eintopf daraus. Die Steine dürfen Sie auch gerne mitnehmen.. Bessern Sie Ihr Haus damit aus… Alles in Ordnung! Beruhigen Sie sich!

Jesus ist bei Ihnen nicht angekommen ist. Das kommt immer wieder vor. Das kennt Jesus. Das ist er gewohnt. Das kennen wir von unserer Jesus-Tour.

Ich sehe, die Zeit ist um. Diese Versammlung ist beendet. Jesus hat noch weitere Termine an dem heutigen Tag. Sie können es morgen auf Facebook und Twitter lesen, was geschehen wird.

Ich bedanke mich im Namen der Jesus-Tour ganz herzlich für Ihr Kommen. Sie haben Jesus gesehen. Seine Botschaft ist nicht leicht. Wer folgt schon gerne einem Opfertyp? Man muß aber vor Augen haben, dass Jesus mit seinem besonderen Weg von Gott verherrlicht wird… Sein Weg dient dazu, die Menschen zu retten.

Man kann die Frage stellen: Wer ist eigentlich so wie Jesus bereit, aus der Masse herauszutreten und zu sagen: Mein Weg geht mit Gott – egal wohin ER mich führt! Wo Jesus ist, ist Gott gegenwärtig! Und kommt das Leiden nicht auch im Leben eines jeden Menschen vor, früher oder später – irgendwann aber sicher einmal im Leben?

Jetzt bin ich ins Theologisieren gekommen. Das hebe ich mir wohl besser für mein Evangelium auf. Das wird ein Bestseller! Sie erhalten es in wenigen Monaten bei Bibelpress zum download….

[Johannes dreht sich um]

Jesus! Petrus! Ihr seid schon auf dem Weg zu unserem nächsten Termin? Ich verabschiede Euch. Danke für Dein Kommen, Jesus!

So, zum Abschluß der Konferenz noch ein kurzes Statement für die Journalisten (sie erhalten es auch gedruckt am Ausgang):

Man kann die Worte von Jesus so verstehen: „Gott, du erhöhst uns, wenn Du uns erniedrigst. Du führst uns gen Himmel, wenn du uns in den Abgrund stößt. Du gibst uns den Sieg, wenn wir unterliegen. Du machst uns lebendig, wenn wir sterben.“ Das ist ein Wort von Martin Luther…. Ich greife hier schon einmal der Kirchengeschichte voraus, diese Interpretation kommt erst in eintausendfünfhundert Jahren – aber das ist ungefähr das, was Jesus sagen will.

Sehr geehrte Damen und Herren von der Presse! Jesus meint: Es kommt drauf an, ganz im inneren Frieden mit Gott zu leben… In einer ungetrübten Gemeinschaft mit Gott… Man muss wählen: will man der Lehrer Epikurs folgen und den Weg des Genusses, der Unbeschwertheit nehmen – oder entscheidet man sich für die Nachfolge Jesu, für ein Leben mit Gott. Dann wird man immer gewiss sein, dass Gott einen in seine Herrlichkeit führen wird.

Das ist das, was Jesus immer verkündet hat. Diejenigen, die IHM folgen: sie haben das ewige Leben! Von Jesus versprochen, von Gott besiegelt!

Danke für Ihre Zeitungsberichte! Wir sehen uns wieder! Ich wünsche Ihnen Gottes Segen. Shalom!

[Geht ab]

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